Gastkommentar

Nie wieder zurück in die alte Energiewirtschaft! – Gastkommentar von Franz Alt

Bild Franz Alt Gastkommentar von Franz Alt
30.03.2026, 00:00 Uhr



Baden-Baden In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht goodnews4.de Beiträge von Gastkommentatoren. Zum engeren Kreis gehören der Baden-Badener Bestsellerautor Franz Alt, Thomas Bippes, Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement an der SRH Fernhochschule – The Mobile University, der sich insbesondere den Themen der Digitalisierung, IT und Künstlichen Intelligenz zuwendet.

Franz Alt ist Journalist und Bestsellerautor und lebt in Baden-Baden. Er ist Herausgeber von www.sonnenseite.com.

Kommentar: Franz Alt Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris, Fatih Birol, hält die aktuelle Energiekrise für «den heftigsten Energieschock aller Zeiten». Die Lage an der fossilen Energiefront ist nicht nur dramatisch, sondern auch bedrohlich. Daran würde selbst eine Deeskalation des Iran-Krieges nichts ändern, so Birol. Wir erleben gerade eine historische Energiekrise.

«Der Angriff der USA und Israels auf den Iran führt derzeit zu deutlich geringeren Öl- und Gasexporten aus der Golfregion. Durch die Straße von Hormus wurden vor dem Krieg etwa 20 Prozent der globalen Öl- und Flüssiggasproduktion in fast hundert Schiffen pro Tag transportiert. Derzeit passieren nur eine Handvoll Schiffe die Meeresenge. Dazu kommen Angriffe beider Seiten auf Energieinfrastruktur wie Raffinerien oder Gasfelder» (TAZ 23. März 2026). Der Iran-Krieg ist im Wesentlichen ein Krieg um Ressourcen und hat nach gut zwei Wochen schon zu 4.000 Todesopfern geführt.

 

Wie war das bei früheren Energiekrisen?

Während der Ölkrisen in den Siebzigerjahren hatte die Welt nur fünf Millionen Barrel Erdöl pro Tag verloren. Aber bis heute haben wir elf Millionen Barrel pro Tag verloren, sagte der IEA-Chef jetzt: «Also mehr als zwei große Ölschocks zusammen genommen.» Das gleiche Bild sehen wir beim Gas. Aber die großen künftigen Energiequellen Sonne und Wind brauchen keine Straße von Hormus.

Über 80 Prozent der Energietransporte aus der Golfregion gehen nach Asien. Ein Gewinner der aktuellen Krise sind die chinesischen Batteriehersteller. Vor allem aber profitiert Putin bei seinem Krieg gegen die Ukraine. Die Krise und der hohe Ölpreis füllen gegenwärtig wieder Putins Kriegskasse.

Langfristig gibt es nur eine Lösung dieser Krise: Der rasche Umstieg weltweit auf erneuerbare Energien.

Die Öl- und Gasschocks in der gesamten alten Energiewirtschaft sind ein globaler Treiber der Ökoenergien. Auch der IEA-Chef in Paris ist sich sicher, dass es nie wieder ein Zurück zur alten fossil-atomaren Energiewirtschaft geben wird. Und der derzeitige Chef des Weltwirtschaftsforums in Davos, der Schweizer Milliardär Andre Hoffmann, hat soeben in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung gesagt: «Wir brauchen eine neue Art des Kapitalismus…Ich bin der festen Überzeugung, dass uns das jetzige System zerstören wird» (SZ 24. März 2026). Hoffmann plädiert für Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Diversität.

Die materielle Basis auch der kommenden Zivilisation ist die Energie. Und die erneuerbaren Energien sind die preiswertesten, die uns in unvorstellbarer Fülle für alle Zeit zur Verfügung stehen, ohne das Klima und die Natur zu zerstören. Die Sonne ist der lange vergessene Energie-Riese, der uns etwa 15.000 Mal mehr Energie hur Verfügung stellt als derzeit die acht Milliarden Menschen an Energie verbrauchen.

Aus fünf Gründen führt kein Weg an der raschen Transformation der gesamten Energiepolitik vorbei:

1. Die Kosten für Solarpanele und Speicher fallen und fielen durch Massenproduktion seit 25 Jahren drastisch.

2. Die Solaranlagen und die Wärmepumpen werden und wurden immer effizienter, langlebiger und leichter zu installieren.

3. Immer mehr Dächer, Felder, Wüstenflächen, Seen und Städte wurden und werden zu grünen Kraftwerken.

4. Außer Sonne und Wind stehen uns als natürliche Speicher außerdem zur Verfügung: Bioenergie, Wasserkraft, Erdwärme sowie Strömungs- und Meeresenergie er Ozeane.

5. Die Künstliche Intelligenz wird helfen, diese Transformation rasch zu beschleunigen.

Diesen Übergangprozess mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz beschreibt auch sehr eindrucksvoll der Leiter des Studiengangs «Kultur und Management» an der Hochschule Zittau/Görlitz, Professor Maik Hosang, in seinem spannenden Buch «Die wunderliche Welt von morgen: Oder wie Mutter Teresa Elon Musk inspirierte» (Metamodern-Verlag 2026). Was gestern noch als unmöglich galt, wird heute durch einen Klick oder eine App Realität.

Die fossile Energiewirtschaft kämpft ihren Todeskampf. Die Härte dieses Kampfes sollte uns nicht wundern. Die heutige fossile Ordnung ist schon stark geschwächt. Die fossilen Raubtiere sind am Verlieren.

Um diese künftigen solaren Energiequellen werden keine Kriege mehr geführt werden müssen wie bisher. Künftige Energien sind Freiheitsenergien und Friedensenergien und sie sichern die Menschenrechte. Erneuerbare Energien schaffen den Übergang vom Zeitalter des Mangels zum Zeitalter der Fülle und des globalen Reichtums.

Die Vision des Übergangspräsidenten von Bangladesch, Muhammad Yunus kann Realität werden: «Wir können den Hunger ins Museum der Geschichte stellen.» Dank der Politik von Muhammad Yunus hat heute das arme Bangladesch bereits mehr Solaranlagen als das reiche Deutschland. Und China baut in einem einzigen Jahr mehr erneuerbare Kapazitäten auf als die gesamte restliche Welt.




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