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Brücke nach König Wilhelm von Württemberg benannt

OB Mergen belehrt Werner Henn zu Durlacher-Initiative – „Die von Ihnen ins Auge gefasste Brücke ist nicht namenlos" – Stadtrat Rolf Pilarski zu SPD-Antrag: "Behauptungen werden einfach aufgestellt"

OB Mergen belehrt Werner Henn zu Durlacher-Initiative – „Die von Ihnen ins Auge gefasste Brücke ist nicht namenlos" – Stadtrat Rolf Pilarski zu SPD-Antrag: "Behauptungen werden einfach aufgestellt"
SPD-Stadtrat Werner Henn hat die Rechnung ohne König Wilhelm von Württemberg gemacht. Fotos: Google Maps/goodnews4-Archiv

Baden-Baden, 11.02.2019, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch SPD-Stadtrat Werner Henn hat die Rechnung ohne König Wilhelm von Württemberg gemacht. Offensichtlich hatte er nicht sorgfältig recherchiert und behauptet, es handele sich bei der Brücke über die Oos in Verlängerung der Wilhelmstraße um eine «namenlose Brücke». In seinem Antrag an Oberbürgermeisterin Margret Mergen hieß es: «Die namenlose Brücke über die Oos, in Verlängerung der Wilhelmstraße, welche die Verbindung zwischen Kaiseralle und Luisenstraße herstellt, soll den Namen ‘Gerhard Durlacher Brücke’ erhalten und tragen.» goodnews4.de berichtete.

In einem Schreiben an Werner Henn belehrte OB Mergen nun den SPD-Stadtrat und Baden-Badener SPD-Vorsitzenden und stellte das Gegenteil fest: «Die von Ihnen ins Auge gefasste Brücke ist nicht namenlos, sondern führt seit dem Jahr 1852 den Namen ‘Wilhelmsbrücke’.» Offenbar genügte eine Anfrage im Stadtarchiv, um die Geschichte zur Benennung der Wilhelmsbrücke zu erhellen.

OB Mergen ließ die nötige Recherche nachholen und teilte Werner Henn mit: «In unserem Stadtarchiv wurde interessanterweise sogar ein Briefwechsel gefunden, in dem der Bürgermeister von Baden-Baden, Joseph Jörger, am 15. Juni 1852 mit der Bitte an den Direktor des württembergischen Geheim-Cabinets Eugen von Maucler herantritt, die neu erbaute Brücke nach König Wilhelm von Württemberg benennen zu dürfen.» So geschah es anno dazumal dann auch. «Am 18. Juni 1852 wurde von Maucler das Antwortschreiben verfasst, in dem dieser stellvertretend für den König die Benennung der Brücke nach dem württembergischen Oberhaupt genehmigt unter der Bedingung, dass König Wilhelm der Erste sein darf, der über die neue Brücke fährt. Dies sollte noch am selben Abend um ‘sechs Uhr’ geschehen.» In ihrem Schreiben formulierte Oberbürgermeisterin Margret Mergen die Absage an den Antrag von Stadtrat Werner Henn: «Eine Umbenennung dieser Brücke halte ich daher aus historischen Gründen für nicht gegeben.»

In einer Stellungnahme zur Recherche-Panne der SPD schreibt FDP-Stadtrat Rolf Pilarski: «Der Fall zeigt, Behauptungen werden einfach aufgestellt, verbreitet und Forderungen damit begründet. Die Mühe, selbst eine gründliche Überprüfung des Sachverhaltes anzustreben, wird nicht aufgewendet.»

Einen Eklat um die im Wesentlichen von öffentlichen Einrichtungen und Kirchen getragene Initiative «Baden-Baden liest ein Buch» hatte es im Vorfeld von Werner Henns Durlacher-Initiative gegeben. Der Sprecher des «Aktionskreis Neue Synagoge Baden-Baden» hatte die Initiatoren aufgefordert, sich neben den historischen Themen mit dem aktuellen Thema des profan genutzten Grundstücks der 1938 von den Nazis vernichteten Synagoge zu befassen, das den Verlegern einer Lokalzeitung gehört. Damit wollte sich Werner Henn in einer Auseinandersetzung auf Facebook nicht befassen. goodnews4.de berichtete.


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