Streit um Personalkostenersatz

Offener Brief an Gesundheitsminister Spahn des Pflegebündnis Mittelbaden – „Ihre Äußerung empfinden wir als verletzend, demütigend, demotivierend“

Baden-Baden, 12.01.2021, Bericht: Redaktion Mit einem offenen Brief wendet sich das Pflegebündnis Mittelbaden e.V. an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. In dem Schreiben nimmt das Pflegebündnis auf eine Pressekonferenz am 30. Dezember Bezug.

In einer den Brief begleitenden Presseerklärung heißt es: «Was ist bloß in Sie gefahren? Haben Sie tatsächlich in der Bundespressekonferenz vom 30.12.2020 den Trägern von Pflegeheimen unterstellen wollen, Gelder zu veruntreuen?» In dem Schreiben heißt es unter anderem: «Ihre Äußerung empfinden wir als verletzend, demütigend, demotivierend und als Geringschätzung unserer Arbeit, ja, als Schlag ins Gesicht. Wir haben alles getan – und tun alles – um die uns anvertrauten Menschen unter den gegebenen Bedingungen zu schützen. Wir haben alles getan – und tun alles – um Ihre Verordnungen umzusetzen, die Sie vom Schreibtisch aus ausgeben und bei denen wir vor Ort selbst schauen müssen, wie wir sie irgendwie hinbekommen, seien sie teilweise auch realitätsfern oder von vornerein zum Scheitern verurteilt.»

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte in der Pressekonferenz am 30. Dezember erklärt, dass Träger von Pflegeeinrichtungen Kostenersatz erhielten für Schutzmaßnahmen und Antigen-Schnelltests, dazu gehöre auch ein Personalkostenersatz in Höhe von 9 Euro Personalkostenersatz. «Ich habe schon eine Frage manchmal auch an die Träger, die sagen, dass sie das Personal nicht hätten, wo denn dieses Geld ist. 27.000 Euro im Monat bei 100 Bewohnerinnen und Bewohnern Personalkostenersatz muss ja irgendwo umgesetzt werden», so der Minister.

 

Partner des Pflegbündnisses Mitelbaden sind mehr als 50 Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Behörden und Kommunen.

PDF Offener Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn


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