Offener Brief
Offener Brief von Mike Brandau an Verleger der Badischen Neuesten Nachrichten – „Persönlicher Angriff unter der Gürtellinie“ – „Herr Späth hat mir bereits vor seiner Wahl das Du angeboten“

Baden-Baden, 30.07.2025, Bericht: Redaktion Der Baden-Badener Gastronom Mike Brandau richtet einen «offenen Brief» an Michael Baur, Verleger, Herausgeber und Chefredakteur der Badischen Neuesten Nachrichten.
In dem Karlsruher Verlag erscheinen unter dem Titel «Badisches Tagblatt» die Ausgaben für Baden-Baden und den Landkreis Rastatt. Im Jahr 2021 hatte der Karlsruher Verlag das bis dahin eigenständige Badische Tagblatt erworben. Die Verhandlungen seitens des Badischen Tagblatts führte damals Verlagssprecher Rolf Metzmaier. Zuletzt waren die Badischen Neuesten Nachrichten wegen ihrer angeblich einseitig auf den Landkreis Rastatt ausgerichteten Interessen in die Kritik geraten. Unter anderen hatten sich auch der Baden-Badener Arzt Mark Lopatecki und die Vorsitzende des Vereins Stadtbild e. V. an den Verlag gewandt.
Als Anlass für seinen offenen Brief nennt Mike Brandau einen Bericht in der Online-Ausgabe von BNN/BT vom 27. Juli 2025.
Der offene Brief von Mike Brandau vom 28. Juli 2025 im Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Baur,
ich bin zutiefst erschüttert über die Art und Weise wie sich der Lokaljournalismus in Ihrer Zeitung entwickelt hat.
Was sich ein Redakteur- Herr Holzmann - der Badischen Neuesten Nachrichten bzw. des Badischen Tagblatts in seinem jüngsten Artikel über meine Person erlaubt, ist kein Journalismus – es ist ein persönlicher Angriff unterhalb der Gürtellinie. Es geht hier auch nicht um mich allein, sondern um den Umgang mit engagierten Bürgern und den Zustand der lokalen Medienkultur.
Eine seriöse Tageszeitung sollte sich der Verantwortung bewusst sein, zur Meinungsbildung beizutragen – nicht zur Stimmungsmache. Die Wortwahl, die Tonalität und die Art, wie hier gegen eine einzelne Person geschossen wird, erinnern eher an Facebook-Kommentare im Stil von «Du bist ein echter Baden-Badener, wenn …» – und nicht an professionellen Journalismus.
Ist das nun die Retourkutsche für meine – im Übrigen berechtigte – Kritik an der einseitigen Berichterstattung der BNN? Wenn Bürger, die sich mit viel persönlichem Einsatz – sei es im OB-Wahlkampf oder beim Thema Zentralklinikum – einbringen, auf diese Weise öffentlich diffamiert werden, dann hat die Zeitung ihren Kompass verloren.
Dass die Bezeichnung «Didi» als herablassend gewertet wird, wirkt eher konstruiert als nachvollziehbar. Herr Holzmann präsentiert sich in seinem Kommentar nicht als objektiver Journalist, sondern vielmehr als Provinzkönig, der mit Unterstellungen, Verdrehungen und Mutmaßungen arbeitet.
Was hier veröffentlicht wurde, ist keine neutrale Einordnung, sondern eine gezielte persönliche Diffamierung – insbesondere gegenüber Personen, die sich im Rahmen der Bürgerinitiative oder im OB-Wahlkampf engagiert haben. Der Ton und die Wortwahl lassen erkennen, dass es offenbar nicht um journalistische Aufklärung, sondern um Stimmungsmache geht.
Es ist erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit ehrenamtliches Engagement, das allein dem Wohl der Stadt gilt, in Zweifel gezogen wird – nur weil es von einem Unternehmer kommt. Dass ein Bürger sich aus Überzeugung und nicht aus Eigennutz einsetzt, scheint im Weltbild mancher Redakteure nicht vorgesehen zu sein.
Dass Sie aus der Anrede «Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Didi» eine Herabwürdigung konstruieren, ist schon bemerkenswert. Zur Aufklärung: Herr Späth hat mir bereits vor seiner Wahl das Du angeboten. Erst nach seiner erfolgreichen Wahl habe ich diese persönliche Ebene übernommen – mit Respekt und im Einklang mit gutem Ton.
Wenn man die Kommentare von Herrn Holzmann liest, bekommt man eher den Eindruck, er schaut zu viele Krimis als sich mit Sachpolitik auseinanderzusetzen. Von «Scharfschützen aus dem Hinterhalt» zu sprechen, weil Bürger sich mit eigenem Geld, eigener Zeit und persönlichem Engagement für das Wohl ihrer Stadt einsetzen – das ist nicht nur polemisch, sondern schlicht unangebracht.
Wir, die Bürgerinitiative für den Klinikstandort, haben weder mit Parteien noch mit persönlichen Interessen gehandelt. Wir haben uns für eine aus unserer Sicht bessere Lösung eingesetzt – mit Sachverstand, Fachleuten, eigenen Mitteln und tiefem Bezug zu dieser Stadt. Im Gegensatz zu den offiziellen Kampagnen wurde unser Einsatz aus privaten Mitteln finanziert – nicht aus Steuergeldern oder öffentlich-rechtlichen Mitteln.
Die genannten 31.000 Euro für die städtische Gegendarstellung wirken vor diesem Hintergrund fast schon wie eine Märchenzahl – vermutlich handelt es sich hier nur um einen Teilbetrag. Zum Vergleich: Der Bürgerentscheid in Rastatt kostete 250.000 Euro – offiziell belegt.
Wir setzen uns weiter für unsere Stadt ein. Nicht aus Kalkül, sondern aus Überzeugung. Das mag für manchen schwer zu verstehen sein, der sich lieber in Empörung und Unterstellungen übt. Aber genau das unterscheidet echtes bürgerschaftliches Engagement von reiner Berichterstattung.
Mike Brandau
Baden-Baden
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