Landtagswahl Baden-Württemberg am 8. März 2026
Rastatter AfD-Landtagskandidat Philipp Helber kritisiert abgesagte Podiumsdiskussion – „Statt einer offenen Debatte erlebt man nun die Angst davor“
Rastatt, 17.11.2025, Bericht: Redaktion Wie in Baden-Baden auch, ziehen sich manche politischen Akteure von Angeboten öffentlicher Auseinandersetzungen zurück. Nicht immer klar erkennbar sind die Gründe.
Neben der Abgrenzung gegenüber der AfD könnte auch die fehlende Bereitschaft zum aktuell anstrengenden Meinungskampf ein Grund für die Zurückhaltung zu sein. Im nun anstehenden Landtagswahlkampf können CDU und Grüne nach aktuellen Umfragen davon ausgehen, dass die Rechnung auch bei einem defensiven Wahlkampf zugunsten der aktuellen Koalition ausgehen wird. Allerdings mit einem Einlauf in der veränderten Reihenfolge hin zu CDU und Grünen.
Zur kurzfristigen Absage der anlässlich der Landtagswahl in Baden-Württemberg vorgesehenen Podiumsdiskussion am Ludwig-Wilhelm-Gymnasium in Rastatt erklärt sich der AfD-Landtagskandidat Philipp Helber mit einem Pressestatement.
Das Statement Philipp Helber vom 14. November 2025 im Wortlaut:
Am 1. Dezember 2025 sollte am Ludwig-Wilhelm-Gymnasium eine Podiumsdiskussion stattfinden. Die Veranstaltung war für die Landtagswahl Baden-Württemberg im März 2026 geplant. Sie sollte den Schülern die Möglichkeit geben, alle Kandidaten im Wahlkreis direkt zu erleben. Ich war zu dieser Veranstaltung eingeladen, weil ich im Wahlkreis 32 als einer der Kandidaten zur kommenden Landtagswahl antrete.
Dieses Format ist am LWG inzwischen etabliert. Im vergangenen Jahr wurde eine ähnliche Diskussion erfolgreich durchgeführt. Die Organisation lag damals wie heute in den Händen eines jungen Mannes, der sich mit großem Engagement und viel Eigeninitiative eingebracht hat.
Umso überraschender ist die nun endgültige Absage. Nach vorliegenden Informationen begründet die Schulleitung die Absage mit internen Konflikten, einer angekündigten Protestaktion einer Lehrkraft und weiteren Gründen, die nicht näher genannt wurden.
Mehrere Elemente dieses Vorgangs wirken irritierend. Es entsteht der Eindruck, dass weniger die Organisation der Diskussion das Problem ist, sondern die Diskussion mit der AfD selbst. Lehrkräfte unterliegen in Baden-Württemberg einer gesetzlichen Neutralitätspflicht. Sie sollen politische Urteilsfähigkeit fördern, nicht politische Prozesse behindern. Vor diesem Hintergrund wirkt die Ankündigung einer Protestaktion innerhalb der schulischen Organisation ungewöhnlich und wirft zwangsläufig Fragen auf.
Oft wird angekündigt, man wolle politischen Positionen der AfD argumentativ begegnen und sie damit «entzaubern». In der Realität scheint dieses Ziel jedoch zunehmend schwerer zu erreichen.
Statt einer offenen Debatte erlebt man nun die Angst davor. Statt der Bereitschaft zur Auseinandersetzung erlebt man den Rückzug. Statt Vertrauen in die politische Urteilsfähigkeit junger Menschen erlebt man die Sorge, dass diese sich ein eigenes Bild machen könnten.
Für die Schüler ist das ein Verlust. Gerade vor einer Landtagswahl ist politische Bildung wichtig. Sie lebt davon, unterschiedliche Sichtweisen zu hören, miteinander ins Gespräch zu kommen und die eigenen Gedanken zu schärfen. Eine Schule sollte ein Ort sein, an dem genau das möglich ist.
Ich hoffe daher, dass diese Entscheidung noch einmal überdacht wird. Junge Menschen verdienen eine offene Diskussion. Sie verdienen Räume, in denen Argumente gehört und hinterfragt werden können. Demokratie lebt vom Gespräch. Sie verliert, wenn Gespräche verhindert werden.
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