Kritik an Verkaufsüberlegungen des Landes
Statement des Badeärztlichen Vereins Baden-Baden – „Caracalla Therme und Friedrichsbad – ein ‚neues Neues Schloss?‘“

Baden-Baden, 21.06.2024, Bericht: Redaktion In seiner letzten Sitzung diskutierte der Badeärztliche Verein Baden-Baden e.V. die Optionen von Verkauf beziehungsweise Verpachtung der Baden-Badener Thermen. goodnews4.de berichtete.
Mit einem Statement wendet sich der Verein an die Öffentlichkeit und stellt dazu die Frage: «Caracalla Therme und Friedrichsbad – ein ‚neues Neues Schloss?‘»
Das Statement des Badeärztlichen Vereins Baden-Baden vom 19. Juni 2024 im Wortlaut:
Das Land Baden-Württemberg prüft, ob sie die Caracalla Therme und Friedrichsbad in Baden-Baden besser verpachten oder verkaufen soll.
Diese Immobilien sind seit Jahrzehnten an die Carasana GmbH verpachtet, die damit wirtschaftlich erfolgreich ist und nach eigener Aussage für alle Optionen offen bleibt.
Während die moderne Caracalla Therme gut besucht und aktiv als Wellnessbad betrieben wird, zeigt sich das Friedrichsbad, ein historisches Gesundheitsbad, vernachlässigt. Wichtige Einrichtungen wie das Kuppelbad, Wandfresken und Fliesen werden vernachlässigt. Andere Schätze wie Thermalwannenbäder in luxuriösen Gemächern, Hydrotherapie, Fango liegen brach. Beschwerden über die Vernachlässigung des Friedrichsbads nehmen zu, da der Pächter kein Spezialist für Gesundheitsangebote ist.. - Das Welterbe Baden-Baden schlummert auch im Friedrichsbad.
In der letzten Sitzung des Badeärztlichen Vereins Baden-Baden e.V. wurde diese Situation diskutiert. Unser Fazit: Beide Bäder sollten in Landesbesitz bleiben! Sie werden gemeinsam aus einer Thermalquelle gespeist. Eine Trennung des Besitzes bringt viele Folgeprobleme mit sich.
Die Bäder sind unser kulturelles Erbe und haben historische Bedeutung: Dies wurde auch mit dem Titel für das Welterbe dokumentiert. Die Bewahrung solcher kulturellen Schätze liegt im öffentlichen Interesse und soll daher nicht in private Hände gegeben werden.
Öffentliche Einrichtungen gewährleisten den Zugang für alle Bevölkerungsschichten und sichern die Qualität der Dienstleistungen für Bürger und Besucher.
Das Land Baden-Württemberg kann langfristige und nachhaltige Entscheidungen treffen, die über kurzfristige finanzielle Gewinne hinausgehen. Sie tragen auch soziale und ökologische Verantwortung.
Die Thermen tragen zur touristischen und wirtschaftlichen Wertschöpfung der Region bei. Ein Verbleib im Landesbesitz stellt sicher, dass die wirtschaftlichen Vorteile der Region zugutekommen und nicht privaten Investoren.
Die Unterscheidung zwischen der Caracalla Therme und dem Friedrichsbad ist entscheidend. Die «moderne» Caracalla Therme ist gewinnbringend und kann weiterhin von einem professionellen Pächter betrieben werden. - Das Friedrichsbad hingegen ist für private Betreiber aufgrund hoher Instandhaltungskosten und Denkmalschutzauflagen weniger attraktiv. Es wird vermutet, dass die Carasana GmbH das Friedrichsbad deshalb vernachlässigt.
Das Friedrichsbad hat große Bedeutung für das Welterbe und beherbergt einige bedeutende Kostbarkeiten, die der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Für seine Pflege und ein Erlebbar machen sind geschichtliche, balneologische und physiotherapeutische Kompetenzen notwendig. Wir schlagen vor, das Gebäude teilweise als Museum und Ausstellungsfläche zu nutzen und die medizinischen Anwendungen durch spezialisierte Betreiber zu reaktivieren. Wir haben zwei Schulen für Physiotherapie in Baden-Baden, deren junge Dynamik einbezogen werden könnte. Dabei sollte das Ziel nicht der wirtschaftliche Ertrag sein, sondern die Erhaltung des historischen Bads im Sinne der Kurstadt und des Welterbes.
Zusammengefasst sollte das Land Baden-Württemberg die Caracalla Therme und das Friedrichsbad im Landesbesitz behalten, um deren kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Wert langfristig zu sichern.
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