Sperrung wieder aufgehoben
Tausende gestrandete Reisende in Baden-Baden – Rathaus und Feuerwehr im Krisenmodus – Auch Soldaten helfen
Baden-Baden, 08.03.2025, Bericht: Redaktion Nicht zum ersten Mal stranden Reisende am Bahnhof Baden-Baden. goodnews4.de berichtete. Rathaus und Feuerwehr waren so gestern Vormittag schnell in einem fast schon geübten Krisenmodus.
Tausende Bahnreisende gaben dem Bahnhof den Eindruck einer Massenveranstaltung. Auch Soldaten der Bundeswehr, die zu den betroffenen Reisenden gehörten, ließen sich einbinden in das Krisenteam. Das Rathaus berichtet aus seiner Sicht die Vorgänge. Und Bürgermeister Tobias Krammerbauer kritisiert «das wiederholt zögerliche Vorgehen der Deutschen Bahn».
Am Freitagmorgen gegen 9 Uhr war bei Reparaturen im Bereich des Bahnhofs Rastatt ein Arbeiter durch einen Stromschlag verletzt worden. Zudem kam es im Bereich eines Kabelschachtes zu einem Schwelbrand, der von der Feuerwehr gelöscht wurde. In der weiteren Folge war sowohl der Streckenbereich als auch der Bahnhof Rastatt stromlos. Wie die Polizei berichtet, konnte der 55-jährige verletzte Arbeiter inzwischen das Krankenhaus verlassen. Die Unfallursache ist noch Gegenstand der Ermittlungen der Bundespolizeiinspektion Offenburg.
Inzwischen wurde die Sperrung des Rastatter Bahnhofs aufgehoben. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, komme es aber immer noch «zu Teilausfällen und Verspätungen» im Fernverkehr. «Wir rechnen mit einer sehr starken Auslastung und empfehlen, auf spätere Verbindungen auszuweichen. Es ist kurzfristig mit zusätzlichen Halt- und Zugausfällen zu rechnen. In den verbleibenden Fernverkehrszügen kommt es zu einer erhöhten Auslastung», erklärt die Bahn.
Die Mitteilung aus dem Rathaus Baden-Baden vom 7. März 2025 im Wortlaut:
Eine Sperrung des Rastatter Bahnhofs hat sich am Freitag massiv auf den Bahnverkehr ausgewirkt. Die Stadt Baden-Baden und die Stadtwerke Baden-Baden richteten kurzfristig einen Schienenersatzverkehr ein und ergriffen Maßnahmen, um die in Baden-Baden ankommenden Personen zu versorgen. Bürgermeister Dr. Tobias Krammerbauer bedankte sich bei den engagierten Einsatzkräften.
Die Bundespolizei sperrte am Freitag den Rastatter Bahnhof wegen eines Zwischenfalls bei Arbeiten an der Strecke. Von der Sperrung waren alle Gleise betroffen. Mehrere Tausend Reisende mussten daher ihre Reise in Baden-Baden unterbrechen und warteten vor dem Bahnhofsgebäude auf ihre Weiterreise. Die Stadtverwaltung handelte umgehend und suchte aus eigener Initiative den Kontakt zur Deutschen Bahn, um den Einsatz vor Ort zu koordinieren und die Reisenden zu versorgen. Die städtischen Verkehrsbetriebe setzten mehrere Busse für den Schienenersatzverkehr ein. Das Deutsche Rote Kreuz versorgte die am Bahnhof angekommenen Fahrgäste mit Getränken und richtete Sitzmöglichkeiten ein. Der Baubetriebshof baute Absperrungen auf, um den Verkehr zu steuern. Zudem unterstützten mehrere Bundeswehrangehörige die Betreuung der Reisenden. Die Soldaten, die selbst von der Sperrung betroffen waren, meldeten sich spontan bei der Einsatzleitung und boten ihre Hilfe an. Feuerwehr und DRK beendeten den Einsatz gegen 17 Uhr.
Feuerwehrkommandant Christian Pilardeaux erklärte: «Wir wurden am Vormittag informiert, dass viele Reisende am Bahnhof stehen. Ähnliche Probleme traten bereits in den vergangenen Jahren auf. Wir haben uns dann dazu entschieden, schnell tätig zu werden, um größeres Chaos zu verhindern.» Bürgermeister Krammerbauer, der am Freitag einen 24-Stunden Dienst bei der Feuerwehr absolvierte, war über die gesamte Einsatzzeit am Bahnhof vor Ort. Abschließend lobte er das Engagement aller Einsatzkräfte: «Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben erneut bewiesen, dass wir auf sie zählen können. Das schnelle und entschlossene Handeln, insbesondere unserer Feuerwehr, war heute ausschlaggebend, um den Reisenden zu helfen. Für das wiederholt zögerliche Vorgehen der Deutschen Bahn habe ich keinerlei Verständnis. Hier besteht dringender Klärungsbedarf.»
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