Konstituierende Sitzung am 12. Mai

Thomas Strobl soll Präsident des Landtags werden – Fußstapfen seines Schwiegervaters

Thomas Strobl soll Präsident des Landtags werden – Fußstapfen seines Schwiegervaters
Thomas Strobl soll neuer Landtagspräsident werden. Foto: Archiv

Stuttgart, 06.05.2026, Bericht: Redaktion Die CDU-Landtagsfraktion werde auf der konstituierenden Sitzung des Landtags am nächsten Dienstag, den 12. Mai, dem Parlament den bisherigen Minister des Inneren als neuen Landtagspräsidenten vorschlagen, teilte die Fraktion gestern via Pressemitteilung mit.

Damit würde Thomas Stobl gewissermaßen in die Fußstapfen seines Schwiegervaters Wolfgang Schäuble treten, der bis von 2017 bis 2021 als Präsident den Deutschen Bundestag leitete, bis er am 26. Oktober 2021 von Bärbel Bas, SPD, abgelöst wurde.

Thomas Strobl ist mit Christine Strobl, geborene Schäuble, verheiratet, die als ARD-Programmdirektorin wesentlichen Einfluss im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat. Ihre Karriere begann sie beim SWR in Baden-Baden.

Die CDU-Fraktion nominierte den 66-jährigen Juristen in ihrer Sitzung gestern einstimmig. Hierzu erklärte der neue Fraktionsvorsitzende Tobias Vogt: «Mit Thomas Strobl schlagen wir als CDU-Fraktion einen Kandidaten für das Amt des Landtagspräsidenten vor, der für Erfahrung, Verlässlichkeit und Integrationskraft steht. Er kennt unser Land, er kennt die parlamentarische Arbeit – und er hat sich über viele Jahre das Vertrauen über Fraktionsgrenzen hinweg erarbeitet.»

 

Mit Blick auf die künftige Arbeit des Landtagspräsidenten sagte Tobias Vogt weiter: «Gerade in einer Zeit, in der die Debatten im Parlament nicht einfacher werden, braucht es jemanden, der das Haus mit Klarheit, Ruhe und Respekt leitet. Thomas Strobl steht für genau diesen Stil: unaufgeregt, erfahren und mit einem klaren Kompass. Er ist jemand, der nicht über Lautstärke führt, sondern über Haltung und Verlässlichkeit – und genau das braucht dieses Parlament. Dass wir ihn für dieses Amt vorschlagen, ist Ausdruck unseres Vertrauens in seine Person Ich bin überzeugt, dass er dieser Aufgabe mit der nötigen Autorität und dem richtigen Gespür für das Parlament gerecht wird.»

Thomas Strobl freute sich über seine Nominierung und dankte seinen Fraktionskollegen für das Vertrauen. «Für das Vertrauen und die Nominierung danke ich meiner Fraktion sehr herzlich. Gewählt wird man freilich erst durch das Parlament. Dieser Wahl stelle ich mich mit Respekt und großer Demut. Unsere Demokratie steht unter Druck. Die Arbeit im Parlament wird anspruchsvoller, die Auseinandersetzungen werden härter. Doch der Landtag von Baden-Württemberg bleibt die Herzkammer unserer Demokratie im Land. Diese Bedeutung wollen wir stärken und dabei die Würde des Parlaments verteidigen. Im Falle meiner Wahl, werde ich dieses Amt überparteilich und im Dienst unserer Demokratie ausüben. Das kann nur gelingen, wenn der Landtag ein Ort lebendiger Debatten bleibt – geprägt von Respekt gegenüber Demokratie und Rechtsstaat, vom Ringen um die besten Lösungen und vom Willen zum Kompromiss für die Menschen in unserem Land.»

Thomas Strobl war seit 2016 Innenminister des Landes Baden-Württemberg. Zuvor war der gebürtige Heilbronner von 1998 bis 2016 Mitglied des Deutschen Bundestags gewesen und dort zuletzt Stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender der Landesgruppe Baden-Württemberg. Von 2011 bis 2023 war Strobl Vorsitzender der CDU Baden-Württemberg. Bei der letzten Landtagswahl wurde er zum Abgeordneten im Wahlkreis Heilbronn gewählt.

Der neue baden-württembergische Landtag wird nur noch einen Vizepräsidenten haben. Damit verhindern die künftigen Regierungsparteien Grüne und CDU einen AfD-Vizepräsidenten. Bisher stellten die Regierungsparteien den Landtagspräsidenten und einen Vizepräsidenten, den zweiten Vizepräsidenten stellte die größte Oppositionspartei, dies wäre in der neuen Legislatur erstmals die AfD, die für dieses Amt bereits den Baden-Badener Joachim Kuhs nominiert hatte. goodnews4.de berichtete.

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