Bürgerentscheid am 29. Juni 2025
Vertrauensperson Matthias Hirsch bittet um Veröffentlichung – „Da Leserbriefe in den BNN von mir bisher nicht veröffentlicht wurden“
Baden-Baden, 27.06.2025, Bericht: Redaktion In einem Schreiben an die goodnews4-Redakation bittet Matthias Hirsch, Vertrauensperson des Bürgerbegehrens, um die Veröffentlichung eines Leserbriefs, den die Kollegen der Badischen Neuesten Nachrichten nach Angaben von Matthias Hirsch nicht veröffentlicht haben.
«Da Leserbriefe in den BNN von mir bisher nicht veröffentlicht wurden, bitte ich Sie diesen Leserbrief zu veröffentlichen und bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen für die Plattform, auf der wir unsere Meinung einer breiten Leserschaft kenntlich machen können», heißt es im Anschreiben von Matthias Hirsch.
Das Schreiben von Matthias Hirsch vom 26. Juni 2025 im Wortlaut:
Leserbrief – an die BNN zur Berichterstattung über das Zentralklinikum Mittelbaden
Sehr geehrte Redaktion der BNN, sehr geehrter Herr Rudolphi,
wohlwissend, dass Sie Leserbriefe von mir üblicherweise nicht veröffentlichen, bitte ich dennoch eindringlich um Veröffentlichung dieses Schreibens – nicht nur als Leserbrief, sondern als notwendige Richtigstellung Ihrer erneut tendenziösen und in Teilen falschen Berichterstattung.
Ihr Artikel «Zwischenlösung kostet Millionen – Zentralklinikum Mittelbaden: Fakten, Schätzungen, Zweifel – das steckt hinter den Kostenberechnungen» reiht sich leider nahtlos ein in eine Serie von ungenügend recherchierten Beiträgen, die unbelegte Aussagen der Zentralklinikum-Befürworter und sogenannten «Experten» ohne kritische Einordnung abdrucken – in diesem Fall konkret von Herrn Dr. Iber.
Der Artikel bezieht sich auf Berechnungen von Herrn Dr. Michael Petri (Dr. Petri Consulting GmbH, Köln), die sehr wohl belastbar und nachvollziehbar sind. Dr. Petri beschreibt darin klar und eindeutig, dass seine Modelrechnung KEINE Zwischenlösung benötigt, sondern einen Teilersatzneubau mit ca. 20.000 Quadratmetern plus Sanierung des Bestandsgebäudes (24.4540 qm) vorsieht.
Darüber hinaus hat Dr. Petri seine Berechnung transparent und nachvollziehbar belegt – mit klaren Bezugsgrößen aus der DIN 13080, mit Kostenkennzahlen pro Quadratmeter Nutzfläche sowie Vergleichen zu realisierten Klinikprojekten. Dies ist ein deutlich höheres Maß an Substanz als die Schätzungen, mit denen die Neubaupläne argumentieren.
Herr Dr. Iber behauptet am Ende des Artikels dennoch, eine benötigte «Zwischenlösung» würde einen dreistelligen Millionenbetrag verschlingen. Diese Aussage ist schlicht falsch – und das kann nur zwei Ursachen haben: Entweder hat Herr Iber das Konzept von Dr. Petri nicht gelesen, oder er hat es nicht verstanden. Beides wäre für jemanden in seiner Position gleichermaßen inakzeptabel.
Dass Herr Dr. Iber diese unzutreffende Behauptung auch am heutigen Abend bei der Diskussionsveranstaltung des Vereins für Stadtbild wiederholt hat, spricht Bände. Ich habe ihn dort öffentlich darauf hingewiesen, dass bei der von Dr. Petri vorgeschlagenen Variante keine Zwischenlösung erforderlich ist. Alle drei bestehenden Klinikstandorte blieben bis zur Fertigstellung des Neubaus in Betrieb. Danach erfolgt der Umzug in den neuen Teil und die anschließende Sanierung – ein geordneter, sinnvoller Ablauf. Von einer Zwischenlösung, wie Herr Dr. Iber sie behauptet, kann also keine Rede sein. Seine Aussage ist eine leere Phrase, die offenbar gezielt zur Verunsicherung beitragen soll.
Auch die Behauptung, die kritisierten Kosten für den Neubau am Münchfeldsee würden sich auf eine «grobe Schätzung aus dem Jahr 2019» stützen, ist nachweislich falsch. Es handelt sich um die aktuellen offiziellen Zahlen der Klinik Mittelbaden GmbH – öffentlich kommuniziert und bekannt. Warum diese Fakten im Artikel verschwiegen werden, ist mir schleierhaft.
Im Übrigen beruhen Dr. Petris Berechnungen auf den vom KMB selbst gelieferten Daten zu Flächen und Abteilungen. Dass Dr. Petri die bauliche Substanz vor Ort nicht kennt, mag formell zutreffen – ändert aber nichts daran, dass selbst bei konservativer Schätzung die Lösung am Standort Baden-Baden-Balg deutlich günstiger ist als ein Neubau auf der grünen Wiese.
Gerne möchte ich Herrn Dr. Iber an dieser Stelle noch daran erinnern, dass viele der besten Kliniken in Deutschland historisch gewachsen sind – durch kluge Erweiterungen und Modernisierungen. Sie wurden nicht auf der grünen Wiese neu errichtet, sondern weiterentwickelt. Warum das in Baden-Baden plötzlich nicht mehr möglich sein soll, bleibt eine unbeantwortete Frage.
Zum Schluss: Herr Iber räumte heute Abend beim Verein für Stadtbild öffentlich ein, dass im Zuge des Neubaus 20 Prozent der Arbeitsplätze abgebaut werden sollen und dass man bereit sei, das Klinikum ohne sogenannte Querspange zu bauen. Damit widerspricht er sowohl früheren eigenen Aussagen, Aussagen des Gesellschafters Rastatt, Aussagen der CDU Baden-Baden, als auch den Behauptungen der NEIN-Sager in ihren Hochglanzbroschüren. Es ist an der Zeit, diese Widersprüche beim Namen zu nennen: Was hier betrieben wird, ist Irreführung der Öffentlichkeit.
Mit bestem Dank für die Veröffentlichung,
Matthias Hirsch
Baden-Baden
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