Wildernde Hunde

Warnung der Badischen Jäger – „Ganze Körperteile gefressen oder abgebissen, während das Reh noch lebt“

Warnung der Badischen Jäger – „Ganze Körperteile gefressen oder abgebissen, während das Reh noch lebt“
Ein großer schwarzer Hund wurde bei Sinzheim dabei beobachtet wie er ein Reh riss. Fotos: Badische Jäger

Baden-Baden, 07.02.2025, Bericht: Redaktion Wildernde Hunde beschäftigen die Jägerschaft nach wie vor, teilen die Badischen Jäger Rastatt / Baden-Baden mit. Sie seien ein großes Problem in Wald und Feld.

Gerade in der kalten Jahreszeit, in der die Wildtiere ihren Energiehaushalt herunterfahren, bedeute die Hetze durch einen Hund immer akute Lebensgefahr. In einer Mitteilung appellieren die Badischen Jäger an die Hundebesitzer. «Wir hören nicht auf, Hundebesitzer darum zu bitten, ihre Hunde anzuleinen. Wir machen aber auch auf die rechtlichen Konsequenzen aufmerksam und bringen die Fälle konsequent zur Anzeige. Das sind wir dem Wild schuldig», erklären die Jäger.

 

Ihrer Mitteilung haben die Badischen Jäger ein Handyvideo angefügt, die dramatischen Bilder zeigen einen großen schwarzen Hund, der ein am Boden liegenden Reh reißt. Ein Radfahrer habe den wildernden Hund bei Sinzheim auf frischer Tat ertappt und gefilmt. Im Gegensatz zu Wölfen, die ihre Beute möglichst schnell töten, verletzten Hunde ihre Beute. «Oft sehen wir, dass ganze Körperteile gefressen oder abgebissen werden, während das Reh noch lebt. Das alles muss sich sein, wenn sich alle gegenüber den Wildtieren verantwortungsvoll zeigen. Das Problem ist nicht der Hund, sondern der Halter, der sich nicht kümmert», so die Badischen Jäger.

Die Mitteilung der Badischen Jäger Rastatt / Baden-Baden vom 6. Februar 2025 im Wortlaut:

Immer wieder erreichen die Badischen Jäger Berichte von wildernden Hunden. Nicht immer werden freilaufende, wildernde Hunde gefilmt, wenn sie Wildtiere hetzen und quälen. Am vergangenen Wochenende ist es zu einem tragischen Fall von Wilderei durch einen freilaufenden Hund gekommen. Ein Spaziergänger beobachtete und filmte, wie ein Hund im südlichen Hardtwald an der Grenze zu Sinzheim-Schiftung ein Reh hetzte und schließlich riss. Trotz sofortiger Alarmierung der Polizei und des zuständigen Jägers konnte das Reh nicht mehr gerettet werden. Die Bilder und Videos des Vorfalls dokumentieren das immense Tierleid, das durch unkontrollierte Hunde verursacht wird.

Die Jägerschaft im Kreisverband Rastatt / Baden-Baden weist eindringlich darauf hin, dass Hundebesitzer verpflichtet sind, ihre Tiere unter Kontrolle zu halten und nicht wildern zu lassen. «Solche Vorfälle sind leider keine Einzelfälle. Immer wieder müssen wir mit ansehen, wie Rehe oder andere Wildtiere von wildernden Hunden grausam zugerichtet werden», so Kreisjägermeister Dr. Frank Schröder.

Hundebesitzer tragen Verantwortung – Konsequenzen sind erheblich

Das widerrechtliche Hetzen und Reißen von Wild durch Hunde stellt einen schweren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz (§ 17 TierSchG) und das Jagdgesetz dar. Die Konsequenzen für Hundehalter können erheblich sein. Das Gesetz sieht hohe Bußgelder und strafrechtliche Konsequenzen bei grober Fahrlässigkeit und Wiederholung vor.

«Wir als Jägerschaft bringen solche Fälle konsequent zur Anzeige. Jeder Hund, der Wild hetzt, reißt oder verletzt, sorgt für unnötiges Tierleid – und dafür gibt es keine Entschuldigung», so Frank Schröder. Die Jägerschaft appelliert an alle Hundebesitzer, ihre Tiere nicht unkontrolliert laufen zu lassen. Besonders in Waldgebieten, Feldern und an Waldrändern besteht ein hohes Risiko, dass Hunde Wild aufspüren und jagen.

Gemeinsam für den Schutz der Wildtiere

Die Jägerinnen und Jäger des Kreisverbands bitten die Bevölkerung um Unterstützung: Wer freilaufende, wildernde Hunde beobachtet, sollte sich umgehend an die Polizei oder den zuständigen Jagdpächter wenden. Jeder Hinweis kann helfen, weiteres Tierleid zu verhindern.




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