Zeckensaison hat begonnen
Zecken-Alarm in Baden-Württemberg – Minister Lucha: „FSME-Impfung ist der beste Schutz gegen Hirnhautentzündung“

Stuttgart, 06.04.2023, Bericht: Redaktion In Baden-Württemberg hat die Zeckensaison begonnen. Damit steigt wieder das Risiko, sich durch einen Zeckenstich eine gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis-Erkrankung, FSME, einzufangen. Darauf macht das baden-württembergischen Gesundheitsministerium aufmerksam.
Der erste FSME-Fall des Jahres sei bereits im März registriert worden. «Einen wirksamen Schutz gegen FSME-Erkrankungen stellt die dreifache Schutzimpfung dar. Die Impfung wird allen Personen empfohlen, die sich in Risikogebieten häufig in der Natur aufhalten oder zum Beispiel eine Wanderreise in ein FSME-Risikogebiet planen», sagte Gesundheitsminister Manne Lucha gestern in Stuttgart.
Bei einer FSME-Erkrankung zeigen sich zunächst grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl. In der zweiten Phase kommt es nach etwa einer Woche zu einer Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns, auch eine Rückenmarksentzündung kann auftreten. 70 bis 95 Prozent der Infozierten bleiben beschwerdefrei oder die zweite Phase bleibt aus.
Im Jahr 2022 wurden in Baden-Württemberg insgesamt 192 FSME-Fälle gemeldet. Betroffen waren alle Altersgruppen. 114 Personen, darunter acht Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwei und 17 Jahren, mussten aufgrund einer Hirnhaut-, Gehirn- beziehungsweise Rückenmarksentzündung im Krankenhaus behandelt werden. Eine Person im Alter von 60 Jahren verstarb an FSME. 95 Prozent der Erkrankten waren ungeimpft.
In den nächsten Wochen ist aufgrund zunehmender Temperaturen mit erhöhter Zeckenaktivität zu rechnen. Zugleich halten sich Menschen vermehrt in der freien Natur auf. Dadurch steigt das Infektionsrisiko. In Baden-Württemberg sind unverändert alle Stadt- und Landkreise außer dem Stadtkreis Heilbronn FSME-Risikogebiete. Häufig erfolgt die Infektion im eigenen Garten, bei Spaziergängen in der Natur oder beim Aufenthalt auf Wiesen im Stadtpark. Vereinzelt werden auch Infektionen durch den Verzehr von Rohmilch infizierter Nutztiere wie zum Beispiel Ziegen beobachtet.
In der Regel seien drei Impfungen notwendig, um den vollen Impfschutz zu erreichen. «Gemeinsame Studien des Landesgesundheitsamtes mit dem Robert Koch-Institut haben gezeigt, dass nach dreifacher Impfung ein circa 97-prozentiger Schutz vor FSME besteht», erklärt Minister Lucha. Auch nach der ersten Impfung und zweiten Impfung besteht bereits ein Teilschutz.
Die Impfung schützt jedoch nicht gegen andere durch Zecken übertragbare Erkrankungen wie Borreliose und Tularämie. Deshalb sollte man in der Natur möglichst lange Kleidung und festes Schuhwerk tragen. «Vor allem das gründliche Absuchen des Körpers ist nach einem Tag im Freien unentbehrlich. Besonders aufmerksam sollten dabei Hautfalten und Achselhöhlen sowie Leistenbeugen untersucht werden, da Zecken das dort bestehende feuchtwarme Milieu mögen», rät das Gesundheitsministerium.
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