Ausstieg aus Sozialen Netzwerken
Zweifel am Nutzen Sozialer Netzwerke – 47 Organisationen verlassen Twitter / X

Baden-Baden, 19.06.2024, Bericht: Redaktion Die vergangenen Europa- und Kommunalwahlen zeigten, dass Soziale Netzwerke ihre Bedeutung am breiten Meinungsaustausch zunehmend verlieren. Die immer größer werdende Zahl an Accounts führt zur Ghettoisierung von Themen und Gruppen.
Auch eine breite Debattenkultur geht verloren. Politiker stellen fest, dass ihre Informationen weitgehend nur Gleichgesinnte erreicht, die ohnehin von der Sache überzeugt sind. In öffentlichen Accounts ist oft eine vertretbare Debattenkultur nicht mehr möglich und von Media-Hooligans vereinnahmt.
Gestern, am Internationalen Tag für die Bekämpfung von Hetze, verkünden 47 Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Gesundheit, Landwirtschaft, Menschenrechte und Soziales ihren Ausstieg aus dem Sozialen Netzwerk X. «Damit setzen wir ein Zeichen für eine demokratische und respektvolle Debattenkultur», heißt es in einer Pressemitteilung der NGO urgewald e.V. «Unsere mehr als 180.000 X-Follower*innen werden wir unter dem Hashtag #ByeByeElon in mehreren abschließenden Postings über das Thema Hate Speech informieren», heißt es in der Pressemitteilung.
In einem gemeinsamen Statement kommentieren die 47 eXit-Organisationen: «Hass, Hetze, Aufrufe zu Gewalt, Desinformation: Das alles gehört seit der Übernahme durch Elon Musk in immer größerem Umfang zu den alltäglichen Umgangsformen auf X. Zunehmend bestimmen Extremismus und Demokratiefeindlichkeit die dortigen Debatten. Viele dieser Inhalte werden vom Betreiber ignoriert. Dieser Verrohung der Debattenkultur wollen wir uns entgegenstellen. Wir stehen für einen respektvollen, demokratischen Austausch und wertschätzende Kommunikation. Daher sagen wir #ByeByeElon und stellen unsere Aktivitäten auf der Plattform ein.»
Laut einer im Februar veröffentlichten repräsentativen Umfrage gab rund die Hälfte der Befragten an, Hass im Netz bereits wahrgenommen zu haben. Etwa jeder Achte war demnach bereits selbst davon betroffen. «Fast jede zweite Person wurde schon einmal online beleidigt, einem Viertel der Befragten wurde körperliche Gewalt angedroht», so die Studien-Autoren.
Kompetenznetzwerk Hass im Netz: «Lauter Hass – leiser Rückzug. Wie Hass im Netz den demokratischen Diskurs bedroht», Februar 2024, www.kompetenznetzwerk-hass-im-netz.de
Dem Bündnis «eXit» gehören an: ANU Hessen e.V., Ärzte der Welt, AWO International, B.A.U.M. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften, Bergwaldprojekt e.V., Bioland e.V., Bits & Bäume, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), Changing Cities e.V., Centre for Planetary Health Policy, Das Hunger Projekt e.V., Demeter e.V., Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG), Deutscher Nachhaltigkeitskodex, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Difäm Weltweit, Don Bosco Mondo e.V., ECPAT Deutschland e.V., EIRENE Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V., Engineers for Future, Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V., EuroNatur Stiftung, EWS Elektrizitätswerke Schönau, Fairtrade Deutschland e.V., Farmers for Future, FIAN Deutschland e.V., Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit, German Doctors e.V., Germanwatch e.V., Green Planet Energy, Greifswald Moor Centrum, Help – Hilfe zur Selbsthilfe, IJM Deutschland e.V., Kindernothilfe e.V., Klimadelegation e.V., LAG 21 NRW, Naturland e.V., naturstrom, OroVerde – Die Tropenwaldstiftung, Plant-for-the-Planet Foundation, Rat für Nachhaltige Entwicklung, RENN-Netzwerk, Romero Initiative (CIR), SÜDWIND, terre des hommes Deutschland, urgewald e.V., Weltfriedensdienst e.V.
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