Aus dem Rathaus Baden-Baden
Folge 4 Schulgeschichte des Baden-Badener Gymnasiums Hohenbaden – Weltkrieg, Revolution, Republik: Das Hoba in stürmischen Zeiten 1914-1933

Baden-Baden, 07.02.2023, Bericht: Rathaus Die Vortragsreihe zur Geschichte des Gymnasiums Hohenbaden geht in die vierte Runde. Nachdem Reinhard Bode, Lehrer am «Hoba», im letzten Vortrag das Gymnasium in wilhelminischer Zeit behandelte, wendet sich der Historiker Mark Willock, Redakteur beim SWR, den Jahren zwischen 1914 und 1933 zu, als sich die Schule gewaltigen Herausforderungen stellen musste.
Als die Abschlussfeier des Baden-Badener Gymnasiums am 31. Juli 1914 stattfindet, markiert sie nicht nur das Ende des Schuljahres, sondern auch den Untergang einer ganzen Epoche. Denn am folgenden Tag, dem 1. August, wird die Mobilmachung verkündet. Deutschland befindet sich von nun an im Krieg. Die Schule leistet ihren Beitrag zur Mobilisierung der Heimatfront. Während die Lehrer vaterländische Vorträge für die Verwundeten halten, sammeln die Schüler mit großem Einsatz beachtliche Geldbeträge für die Kriegswirtschaft. Allein im März 1915 kommen Gold und Schmuck in Wert von mehr als 33.000 Mark zusammen.
Zahlreiche junge Lehrer und Schüler ziehen in den Krieg, 53 von ihnen kehren nicht zurück. Die noch vorhandene Gedenktafel in der Schule erinnert an diese Gefallenen – und überraschenderweise auch an Robert von Klüber, Opfer eines berühmten Mordfalls der frühen Nachkriegszeit.
Der Vortrag schildert auch den Übergang vom Kaiserreich zur Republik, als Flüchtlingskinder aus Elsass-Lothringen als Schüler aufgenommen werden, demokratische Strukturen u.a. in Form der Schülermitverwaltung gegen den Widerstand mancher Eltern Einzug halten und Friedrich Blum zum neuen Direktor berufen wird. Der promovierte Altphilologe mit besten Verbindungen bis in die Spitze der Reichspolitik lenkt die Schule durch die nächsten 13 Jahre, in denen wirtschaftliche Krisen Sparmaßnahmen im Unterricht erzwingen, der Hausmeister zum Multimilliardär wird und 1931 sogar der Fortbestand des Gymnasiums gefährdet ist. Auf der Grundlage von z.T. erst jüngst wiederentdeckten Objekten, Fotos und Briefen aus dem Schularchiv, dem Baden-Badener Stadtarchiv und dem Generallandesarchiv Karlsruhe zeichnet der Vortrag ein spannendes Bild von Alltag und Menschen an einer traditionsbewussten Schule in schwierigen Zeiten.
Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 9. Februar in der Aula des Gymnasiums Hohenbaden, Leo-Wohleb-Weg 1. Der Vortrag beginnt 19.00 Uhr, ab 18.30 Uhr und nach dem Vortrag ist die kleine Ausstellung zur Besichtigung frei.
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