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Designierter Festspielhaus-Intendant stellt Programm vor

Thomas Quasthoff wird seinen 60. Geburtstag in Baden-Baden feiern – Designierter Festspielhauschef Benedikt Stampa über Mölich-Zebhauser: "Oh Gott, ja, über AMZ kann man gar nicht genug lobende Worte finden"

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Benedikt Stampa

Baden-Baden, 16.03.2019, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Benedikt Stampa tritt ein gut ausgestaltetes Erbe an, das ihm der Gründungsintendant des Festspielhauses, Andreas Mölich-Zebhauser hinterlassen wird. Im goodnews4-VIDEO-Interview sieht man mit dem Nachfolger von «AMZ» einen umgänglichen designierten Festspielhaus-Chef, der einen schnörkellosen Ton anschlägt und vermuten lässt, dass es nicht in eine rückwärtsgerichtete Rivalität zu seinem Vorgänger gehen wird: «Oh Gott, ja, ich meine über AMZ kann man gar nicht genug lobende Worte finden. Er ist immer ein Enfant terrible gewesen in der Szene, er hat immer 1.000 Sachen ermöglicht, aus dem Nichts heraus etwas gebaut. Das ist eine Lebensleistung, die steht einmalig da.»

Zur Festspielhaus-Geschichtsschreibung selbst hat Benedikt Stampa noch einiges an Nuancierungsbedarf. Chronologisch vor Andreas Mölich-Zebhauser gehört der Name Ermano Sens-Grosholz in das Geschichtsbuch des Festspielhauses. Mit viel Geld gab der ehemalige Opernsänger, der schon hundert Jahre alten Idee eine konkrete Grundlage und brachte in den frühen neunziger Jahren die großen Tenöre, angeführt von Placido Domingo, nach Baden-Baden. Gleich vor einer Pressekonferenz gestern im Festspielhaus war es Ernst-Moritz Lipp, Mitglied des Stiftungsrats des Festspielhauses, der die Planung einer sichtbaren Neuerung bekanntgab.

Man beabsichtige auf dem großen Parkplatz hinter dem Festspielhaus eine «experimentelle Studiobühne» zu errichten, um «die große Bandbreite an Veranstaltungen auch in kleinerem Rahmen» zeigen zu können und die Hauptbühne von Proben zu entlasten.

Im goodnews4-VIDEO-Interview ging der aus Dortmund nach Baden-Baden emigrierende, designierte Festspielhauschef auch auf den Einfluss der französischen und russischen Kultur in Baden-Baden, auf die Rolle Baden-Badens im internationalen Festspielstadt-Ranking und schließlich auch auf die Planung seiner ersten Saison als Festspielhauschef in Baden-Baden ein, die am 27. September 2019 mit John Neumeiers Inszenierung der Ballettoper «Orphée et Eurydice» von Christoph Willibald Gluck beginnt. Und ein Highlight gehört auch auf die Vorberichtsagenda. Thomas Quasthoff wird seinen 60. Geburtstag in Baden-Baden feiern.

Mehr: www.festspielhaus.de


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Benedikt Stampa, designierter Intendant des Festspielhauses Baden-Baden:

goodnews4: Das Festspielhaus leitete für die Stadt Baden-Baden eine neue Epoche als Festspielstadt ein. Was wissen Sie denn zur Geschichte des Festspielhauses, zu der es eine unterschiedliche Geschichtsschreibung gibt?

Benedikt Stampa: Wenn wir ganz früh anfangen, natürlich der Bau, das private Engagement, die Möglichkeit etwas zu bauen, was sowieso schon mal irgendwann der Komponist Wagner wollte, ein Festspielhaus zu bauen. Das ist alles bekannt, auch die Krisen sind bekannt, die ersten Krisen der Anfangsjahre, aber auch die phantastische Arbeit von meinem Kollegen Mölich-Zebhauser, der in 20 Jahren das Festspielhaus zu einem der großen Festspielorte Europas gemacht hat. Man könnte hier bei «A» anfangen und bei «Z» aufhören, aber ich glaube wichtig ist: die Entwicklung ist einfach atemberaubend.

goodnews4: Wie sehen Sie denn die Bedeutung des Festspielhauses Baden-Baden im internationalen Vergleich?

Benedikt Stampa: Das Festspielhaus ist noch relativ jung mit 20 Jahren im Vergleich zu Salzburg, Aix-en-Provence, was man so an Vergleichen heranziehen mag, aber es ist erstens auf einem sehr guten Weg und zweitens hat das Festspielhaus, oder die Kollegen hier, in den letzten 20 Jahren Dinge ermöglicht auf einem hohen Niveau, wie es in keinem anderen Festivalhaus Europas möglich war. Und ich glaube, diese Arbeit erstens fortzusetzen und zweitens mit neuen Akzenten, sprich mit neuen Künstlern, zu versehen, ist die große Herausforderung. Also die Geschichten neu zu erzählen, die schon erzählt worden sind, aber das eben modern.

goodnews4: Bevor wir zum neuen Programm kommen, noch kurz ein Wort zu Ihrem Vorgänger Andreas Mölich-Zebhauser, er ist ja noch im Amt, der Stab wird ja erst im Sommer übergeben. Wie schätzen Sie seine Verdienste ein?

Benedikt Stampa: Oh Gott, ja, ich meine über AMZ kann man gar nicht genug lobende Worte finden. Er ist immer ein Enfant terrible gewesen in der Szene, er hat immer 1.000 Sachen ermöglicht, aus dem Nichts heraus etwas gebaut. Das ist eine Lebensleistung, die steht einmalig da.

goodnews4: Wird es unter Ihrer Regie eine neue Ausrichtung, einen neuen Geist geben im Festspielhaus Baden-Baden?

Benedikt Stampa: Gut, als Typ bin ich, wie ich bin. Wer mich kennt in Dortmund weiß, dass wir auch unter schwierigen Umständen in Dortmund eines der tollen Häuser Europas gemacht haben. Ich brenne für die Kunst, ich brenne für Künstler, ich bin ein Mensch, der gerne auf Menschen zugeht, also nahbar bin, und ich glaube, ein Festspielhaus lebt auch von der Unmittelbarkeit, nicht nur des künstlerischen Ausdrucks, sondern eben auch der menschlichen Begegnung. Insofern kann man diese Facette auch noch hier stärker fokussieren und einfach Menschen mitnehmen auf die Reise der Kunst.

goodnews4: Wie macht man das?

Benedikt Stampa: Indem man einfach tolle Künstler einlädt, die Geschichten erzählen, Menschen nah an Kunst ran bringen, das Erlebnis ermöglicht und nach dem Erlebnis nochmal nachfragt: «Willst du wiederkommen?» Die meisten wollen auch wiederkommen.

goodnews4: Welche Rolle spielt für Sie die Geschichte Baden-Badens und die Einflüsse der französischen und russischen Kultur?

Benedikt Stampa: Sie wird immer stärker. Ich bin ja erst seit ein paar Monaten nicht im Amt, aber designiert, fühle mich aber schon als ob ich jahrelang Intendant im Festspielhaus wäre, weil man taucht einfach in so eine Stadt ganz anders ein, wenn man hier ist und ich erlebe wirklich so viel Strömung und Vernetzung und Nachbarschaft zu Frankreich, der Schweiz natürlich auch, Russland. Also hier ist ein Fokus der europäischen Kultur und man wäre ja blöd, das nicht zu nutzen für sein Programm.

goodnews4: Und nun wollen unsere Zuschauer und Leser natürlich wissen, was die Highlights des Programms sind für die neue Saison, für Ihre erste Saison in Baden-Baden.

Benedikt Stampa: Also erstmal die Festspiele Pfingsten mit Teodor Currentzis, der bekannteste junge Dirigent Europas mittlerweile, alle reißen sich um ihn, der auch im Herbst auftreten wird. Die Osterfestspiele mit Kirill Petrenko zum ersten Mal als Operndirigent in Baden-Baden zu erleben, Weltpremiere des neuen Programm von Cecilia Bartoli, Thomas Quasthoff wird seinen 60. Geburtstag hier feiern, Renée Fleming wird mit Evgeny Kissin einen Liederabend geben, die Münchner Philharmoniker mit Gergiev werden hier «Tristan» aufführen. Also es gibt einen unglaublich bunten Strauß an tollen Konzerten, die jedes für sich stehen, aber auch im Gesamten zu genießen sind.

goodnews4: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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