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Internetversorgung von Senioren in Baden-Baden

Ältere Baden-Badener mit Internet versorgen – Kinder und Enkel per Videokonferenz treffen – Stadtrat Werner Schmoll schreibt an Bürgermeister Kaiser

Ältere Baden-Badener mit Internet versorgen – Kinder und Enkel per Videokonferenz treffen – Stadtrat Werner Schmoll schreibt an Bürgermeister Kaiser
SPD-Stadtrat Werner Schmoll wendet sich mit einem Schreiben an Bürgermeister Roland Kaiser. Fotos: Archiv

Baden-Baden, 08.04.2020, Bericht: Christian Frietsch Laut den Forschern würden in den Statistiken vor allem die über 70-Jährigen herausstechen, schreibt Stadtrat Werner Schmoll, SPD, an Bürgermeister Roland Kaiser.

Das seien allein zehn Millionen Menschen, die das Internet noch nie genutzt haben, zitiert der SPD-Stadtrat den Deutschlandfunk vom 10. März 2018 und liefert auch gleich einen LINK mit. In seinem Schreiben an Roland Kaiser erinnert er den Bürgermeister an dessen Zusage, sich um das Thema in Baden-Baden kümmern zu wollen.

«Gerade in der staatlicherseits verordneten und auch medizinisch gebotenen Isolation könnte eine Internetverbindung für betagte Bürgerinnen und Bürger im wahrsten Sinne des Wortes ‘Gold wert sein’: Kinder und Enkel per Videokonferenz treffen, online einkaufen, Behördengänge und Bankgeschäfte erledigen», liefert Werner Schmoll überzeugende Argumente für seine Initiative.

Das Schreiben von Stadtrat Werner Schmoll an Bürgermeister Roland Kaiser im Wortlaut:

Internetversorgung älterer Menschen in Baden-Baden

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Kaiser,
im März 2018 hatte ich Sie im Nachgang zur Klausurtagung des Gemeinderates auf eine Studie des Bremer Informatikers Herbert Kubicek und der Berliner Techniksoziologin Barbara Lippa aufmerksam gemacht, die zu der Aussage kommt, dass «20 Millionen ältere Menschen bei der Digitalisierung in Deutschland auf der Strecke bleiben». Laut den Forschern stechen in den Statistiken vor allem die über 70-Jährigen heraus. Das seien allein zehn Millionen Menschen, die das Internet noch nie genutzt haben. (Deutschlandfunk, 10.03.2018)

In Ihrer Rückmeldung versicherten Sie damals, dass Sie das Thema aufgreifen und für Baden-Badener Senioren weiterentwickeln wollten. Leider sind mir bisher keine entsprechende Projekte bekannt. Das Thema ist scheinbar doch mehr oder weniger im Sand verlaufen.

In der gegenwärtigen Corona-Krise, in der genau dieser Personenkreis als extreme Risikogruppe betroffen ist, zeigt sich nun, dass eine flächendeckende Versorgung älterer Menschen mit Internetanschlüssen von unschätzbarem Vorteil wäre. Es gibt natürlich einen großen Kreis älterer Menschen, zu denen auch ich gehöre, die schon seit langem im Netz unterwegs sind und viele Dinge wie selbstverständlich «online» erledigen. Wie aber in anderen Bereichen der Gesellschaft auch, gibt es bei der Internetnutzung sozial benachteiligte Gruppen, die bisher von diesem Medium ausgeschlossen sind.

Gerade aber in der staatlicherseits verordneten und auch medizinisch gebotenen Isolation könnte eine Internetverbindung für betagte Bürgerinnen und Bürger im wahrsten Sinne des Wortes «Gold wert sein»: Kinder und Enkel per Videokonferenz treffen, online einkaufen, Behördengänge und Bankgeschäfte erledigen; das alles wäre mit ein wenig Unterstützung auch für Menschen machbar, die bisher aus verschiedenen Gründen auf die Unterstützung des Internets verzichtet hatten oder verzichten mussten.


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