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Facebook-Diskussion

Erzürnter SPD-Stadtkreisvorsitzender Werner Henn – „Was hat das Thema Synagoge mit der Brücke zu tun?“

Erzürnter SPD-Stadtkreisvorsitzender Werner Henn – „Was hat das Thema Synagoge mit der Brücke zu tun?“
Quelle: Facebook

Baden-Baden, 23.01.2019, Kommentar: Christian Frietsch «Was hat das Thema Synagoge mit der Brücke zu tun? Haben Sie nicht verstanden oder wollen Sie nicht verstehen? Dann brauchen Sie sich nicht über fehlende Unterstützung beklagen. Dieses Thema ist hier beendet», schimpfte Werner Henn am vergangenen Freitag in Facebook mit dem unbequemen jüdischen Bürger Ruben Schuster.

Dieser hatte sich darüber beschwert, dass man sich bei der Aktion «Baden-Baden schreibt ein Buch» sich nicht mit der Wiederherstellung der «Würde des Ortes» auf dem als BT-Parkplatz genutzten alten Synagogengrundstück und einer goodnews4-Publikation auseinandersetzen wollte. Zu den Partnern der Aktion «Baden-Baden schreibt ein Buch» gehören neben der Initiative «Baden-Baden ist bunt», eine Reihe städtischer Einrichtungen und das Badische Tagblatt. Die BT-Gesellschafter und Eigentümer des alten Synagogengrundstücks haben bisher wenig Interesse gezeigt über eine Form eines würdevollen Umgangs mit dem Grundstück zu kommunizieren. goodnews4.de berichtete.

Zwei Veranstaltungen der Aktion «Baden-Baden liest ein Buch» fanden am Sonntag im Bonhoeffer-Saal der evangelischen Kirche statt. Die Facebook-Diskussion hat dann geendet, wie Werner Henn dies ankündigte. «Man kann auch einfach löschen», war die Empfehlung einer der Chat-Teilnehmerinnen. Die Löschung war dann auch die Lösung.

«Baden-Baden liest ein Buch» In der Sache selbst wird sich Werner Henn überlegen müssen, ob er das Thema als beendet erklären will. Sein Antrag zu einer bisher namenlosen, kleinen Oos-Brücke unweit des Hindenburgplatzes ist thematisch natürlich nicht von der ungelösten Frage des profan genutzten Synagogengrundstücks in der Stephanienstraße zu trennen, denn in beiden Fällen geht es um den Umgang mit der Geschichte in unserer Stadt. Es könnte der Eindruck entstehen, dass das Projekt «Durlacher-Brücke» von der Diskussion um das alte Synagogengrundstück und der vertraglichen Zusage einer nicht profanen Nutzung ablenken soll. Dies kann auch nicht im Sinne des SPD-Stadtkreisvorsitzenden sein. Auch der Antrag für eine Namensgebung «Gerhard Durlacher Brücke» sollte reiflich überlegt werden, schon allein die Symbolwirkung und das Größenverhältnis der kleinen Brücke zum direkt daneben liegenden Hindenburgplatz machen eine Diskussion wert. Werner Henns SPD-Parteikollege Werner Schmoll hatte schon vor längerer Zeit die historische Rolle von Paul von Hindenburg und die Benennung dieses Platzes als Hindenburgplatz in Frage gestellt. Der damalige Reichspräsident Hindenburg hatte am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Ein Grund mehr für eine offene Diskussion über die Geschichte und die Gegenwart der Juden. Das ist auch die Antwort auf die Frage von Werner Henn.


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