Anzeige

Logo goodnews4Plus

Namenlose Brücke ist nicht namenlos

SPD-Stadtrat Werner Henn sieht Fehler bei Durlacher-Panne beim Rathaus − Antwort an OB Mergen: «Weil uns nirgends ein Name aufgefallen ist»

SPD-Stadtrat Werner Henn sieht Fehler bei Durlacher-Panne beim Rathaus − Antwort an OB Mergen: «Weil uns nirgends ein Name aufgefallen ist»
SPD-Stadtrat Werner Henn. Foto: goodnews4-Archiv

Baden-Baden, 12.02.2019, Bericht: Christian Frietsch SPD-Stadtrat Werner Henn will die Recherche-Panne zur Baden-Badener Wilhelmbrücke nicht auf sich sitzen lassen. In einem Schreiben hatte Oberbürgermeisterin Margret Mergen ihn darüber aufgeklärt, dass die Brücke nicht namenlos sei, wie dies Werner Henn behauptete, sondern schon seit Mitte des 19. Jahrhundert den Namen des damaligen König Wilhelm von Württemberg trägt. goodnews4.de berichtete.

Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende hatte eine Benennung als «Gerhard Durlacher-Brücke» gefordert in Gedenken an den von den Nazis vertriebenen Baden-Badener Gerhard Durlacher. In einem Antwortschreiben vom Montagvormittag an OB Mergen sieht Werner Henn den Fehler nicht bei sich, sondern bei der Stadt, da an der Brücke kein Namensschild angebracht sein.

«Wir, das Bündnis ‘Baden-Baden ist bunt’, hatte den Vorschlag eine Brücke zu benennen aufgenommen und den Antrag für diese Brücke gestellt, weil uns nirgends ein Name aufgefallen ist», schreibt Henn im Namen der Initiative «Baden-Baden ist bunt».

Als Sprecher der Initiative tritt neben dem SPD-Stadtrat auch die ehemalige grüne Stadtratskandidatin Rita Hampp auf. Eine Reihe von Baden-Badener Juden sehen sich jedoch «ausdrücklich nicht von dieser Initiative vertreten», solange sich diese nicht über die «verletzte Würde des alten Synagogengrundstücks» reden wolle, hatte Ruben Schuster, Sprecher des «Aktionskreis Neue Synagoge Baden-Baden» erklärt. goodnews4.de berichtete. Auch die Israeltische Religionsgemeinschaft Baden, IRG, hatte bereits im letzten Jahr gefordert, die «Würde des Ortes» wiederherzustellen. goodnews4.de berichtete. Ein gewünschtes Gespräch mit den Grundstückseigentümern des von einer Lokalzeitung als Parkplatz weiterhin profan genutzten ehemaligen Synagogengeländes kam nicht zu Stande.

Auch die Initiative «Baden-Baden ist bunt» möchte offenbar einen anderen Weg der Geschichtsbewältigung in Baden-Baden gehen. Nach der Panne mit der Wilhelmsbrücke hält Werner Henn an den Zielen von «Baden-Baden ist bunt» dennoch fest: «Dann bitten wir darum, eine andere Brücke in der Innenstadt, die dem Andenken Durlachers würdigt ist, mit seinem Namen zu benenne. Wir sind offen für alternative Vorschläge», erklärt Werner Henn in seiner E-Mail an OB Mergen. Und dann solle die Wilhelmsbrücke auch noch ein «kleines Namensschild» bekommen, empfiehlt der zumindest vorübergehend orientierungslose Werner Henn.


Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.