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Tourismus-Konzept für BKV-Verträge

Geheimes Baden-Badener Tourismus-Konzept – BBT-Chefin Nora Waggershauser: "Internes Dokument für das Land Baden-Württemberg" – "Landtagsabgeordnete Böhlen und Wald" eingeweiht

Geheimes Baden-Badener Tourismus-Konzept – BBT-Chefin Nora Waggershauser: "Internes Dokument für das Land Baden-Württemberg" – "Landtagsabgeordnete Böhlen und Wald" eingeweiht
Nora Waggershauser, Geschäftsführerin Baden-Baden Kur und Tourismus GmbH. Foto: goodnews4-Archiv

Bild Christian Frietsch Bericht von Christian Frietsch
14.09.2020, 00:00 Uhr



Baden-Baden Ein «tragfähiges und nachhaltiges» Tourismus-Konzept hatte die Landesregierung und deren Finanzministerin Edith Sitzmann von der Stadt Baden-Baden verlangt. Nur dann sollten die jährlich 10 Millionen Euro Förderung auch auf einen Zeitraum von zehn Jahren weiterfließen. Das Tourismus-Konzept hat die Stadt inzwischen vorgelegt. goodnews4.de berichtete.

Für Baden-Baden eine Existenzfrage, denn mit diesen Millionen werden Theater, Philharmonie, die Pflege von Kurpark, Lichtentaler Allee und anderen Parks und Gartenanlagen finanziert. Noch vor der Corona-Krise, im Jahr 2019, konnte das in früheren Zeiten erfolgsverwöhnte Baden-Baden nur weniger als die Hälfte der Übernachtungsgäste dazu gewinnen als der Landesdurchschnitt in Baden-Württemberg.

Während bei den sogenannten Ankünften der Landesdurchschnitt bei 3,8 Prozent lag, konnte Baden-Baden mit seinem umstrittenen «good-good life»-Konzept nur 1,8 Prozent Zuwachs bei den Ankünften von Gästen verbuchen.

Inzwischen kam Nora Waggershauser, Geschäftsführerin der Baden-Baden Kur und Tourismus GmbH, der Aufforderung des Landes nach und legte ein Tourismus-Konzept vor. Mitnehmen konnte die Tourismus-Chefin die Baden-Badener Bürger nicht auf ihren touristischen Weg. Wie bei dem Entscheidungsweg zum den Party-Slogan «The good-good life» machte die Tourismus-Tochter der Stadt aus dem Tourismus-Konzept ein Geheimnis. Auf Anfrage von goodnews4 nach den Inhalten des Tourismus-Konzeptes teilte Nora Waggershauser schriftlich mit, dass es sich bei dem Konzept um ein «internes Dokument für das Land Baden-Württemberg» handele. Das Tourismuskonzept sei «von den Tourismusexperten der Baden-Baden Tourismus GmbH erstellt» worden. Die BBT habe darüber hinaus das Deutsches wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr, dwif, beauftragt, «die Strahlkraft und die Relevanz Baden-Badens für das Land Baden-Württemberg zu analysieren und zu dokumentieren». Während des Bearbeitungsprozesses hätten im letzten Jahr «Oberbürgermeisterin Frau Mergen und die beiden Landtagsabgeordneten Böhlen und Wald den gesamten Prozess» «flankierend unterstützt», heißt es aus der im Schloss Solms untergebrachten Kur und Tourismus GmbH.

Die Fassung des dem Land vorliegenden Tourismus-Konzeptes haben offenbar auch die Baden-Badener Gemeinderäte nicht erhalten. «Das Ausgangs-Tourismuskonzept wurde dem Gemeinderat bereits, unabhängig von den BKV Verhandlungen, 2018 vorgestellt.» Nun ei «dieses Konzept anschließend im Zuge der BKV Vertragsverhandlung um wissenschaftliche und ökonomische Aspekte ergänzt» worden, erklärte Nora Waggershauser. Die «Ergänzungen» sind offenbar so geheim, dass selbst die Gemeinderäte nichts wissen dürfen.

Erst Anfang August entschied das Land schließlich, dass die Stadt Baden-Baden bis Ende 2030 bei Theater, Philharmonie, Kurpark, Veranstaltungen und Marketing unterstützt wird. Eine andere Entscheidung kam in Corona-Zeiten wohl auch nicht in Frage.


Das schriftliche goodnews4-Interviews mit Nora Waggershauser, Geschäftsführerin Baden-Baden Kur und Tourismus GmbH:

goodnews4: Wer hat an dem Tourismuskonzept mitgewirkt?

Nora Waggershauser: Das Tourismuskonzept wurde von den Tourismusexperten der Baden-Baden Tourismus GmbH erstellt. Hierbei fanden internationale Marktanalysen und -Trends im Tourismus selbstverständlich Berücksichtigung. Die BBT hat darüber hinaus das dwif (Deutsches wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr) beauftragt, die Strahlkraft und die Relevanz Baden-Badens für das Land Baden-Württemberg zu analysieren und zu dokumentieren.
Während des Bearbeitungsprozesses im letzten Jahr unterstützten flankierend die Oberbürgermeisterin Frau Mergen und die beiden Landtagsabgeordneten Böhlen und Wald den gesamten Prozess.

goodnews4: Wurde das Tourismuskonzept dem Gemeinderat oder der Öffentlichkeit vorgestellt?

Nora Waggershauser: Das Ausgangs-Tourismuskonzept wurde dem Gemeinderat bereits, unabhängig von den BKV Verhandlungen, 2018 vorgestellt. Auch die Fortschreibung des strategischen Entwicklungsplanes «Baden-Baden 2030», welche unter Bürgerbeteiligung stattfand, wurde touristisch auf Basis eben dieses Konzeptes entwickelt.
Nun wurde dieses Konzept anschließend im Zuge der BKV Vertragsverhandlung um wissenschaftliche und ökonomische Aspekte ergänzt. Zudem wurde Baden-Baden weiterhin im Kontext seiner Rolle für Baden-Württemberg betrachtet (Leuchtturmfunktion).

goodnews4: Wo ist das Tourismuskonzept einsehbar bzw. können Sie es bitte unserer Redaktion zur Berichterstattung zur Verfügung stellen?

Nora Waggershauser: Das Tourismuskonzept mit Studie ist ein internes Dokument für das Land Baden-Württemberg, in dem auch unter anderem die strategische Ausrichtung Baden-Badens rund um «The good-good life» abgebildet ist, welches jedoch speziell im vorliegenden Fall eine Vielzahl von zum großen Teil vertraulichen Daten u.a. von privaten Institutionen und Einrichtungen enthält.
Eine Veröffentlichung ist daher nicht geplant, unter anderem auch aus Wettbewerbsgründen. Inwieweit ein Auszug mit den Kernaussagen daraus zugänglich gemacht werden kann, muss intern noch besprochen werden.
Über wesentliche Zielsetzungen und die Maßnahmen sowie Aktivitäten der BBT im Tourismus wird immer wieder im Gemeinderat als auch in der Presse berichtet.


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