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Fertigstellung 2020

Richtfest des Europäischen Hofs nach vielen Klippen - Investor Martin Buchli: "Es sind nicht drei, es sind 300!" - Es wird die Baden-Badener "Flaniermeile"

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Martin Buchli

Baden-Baden, 31.01.2019, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Auf die Frage nach den drei größten Klippen bei der Sanierung des Europäischen Hofs war Martin Buchli im goodnews4-VIDEO-Interview die Last des Projektes anzumerken: «Ja, es sind nicht drei, es sind 300!» Gestern konnte der Schweizer Bauherr endlich Richtfest feiern. Er schildert die tatsächlich ausgesprochen schwierige Mengenlage des Projekts, mit welchem das traditionsreiche Hotel wieder ein Teil des Baden-Badener Hotel-Ensembles werden soll.

«Sie müssen sich vorstellen, wir bauen hier auf einer Insel. Es ist tatsächlich eine Insel − auf der einen Seite die Oos, auf der anderen Seite der Rotenbachkanal und im Untergrund noch die Naturheilquelle, die Baden-Baden mit dem Kurwasser versorgt. Als wir hier den Aushub machen wollten für dieses Gebäude, wo wir jetzt draufstehen, hieß es: No, no, geht nicht, Sie müssen wahnsinnig aufpassen, dass Sie uns die Quelle nicht kaputtmachen.» Die besonderen Umstände hatten für den Schweizer auch wirtschaftliche Konsequenzen.

«Wir haben Millionen und Millionen und Millionen nur in den Untergrund gebuttert», berichtet Martin Buchli über den aufwendigsten Teil der Sanierungsmaßnahmen und kann nun wohl etwas durchatmen: «Jetzt ist das alles vorbei, jetzt sind wir in der Höhe, jetzt ist es relativ einfach, wenn Sie sich hier umschauen. Jetzt erfolgt dann der Innenausbau nach bewährtem Muster, das kann man zeitlich abschätzen, das kann man kostenmäßig abschätzen − also die größten Überraschungen für uns lagen im Untergrund.» Er rechnet damit, dass das Hotel Ende 2020 fertig ist, danach möchte sich Martin Buchli zum weiteren Zeitplan des Hotelbetreibers Steigenberger nicht festlegen: «Ob die jetzt noch im Dezember 2020 eröffnen werden oder erst im März 2021, das weiß im Moment niemand.»

Wo sich dann schließlich der neue Europäische Hof in der Hotel-Hierarchie mit dem Brenners Park-Hotel, dem Dorint Maison Messmer und dem Hotel Roomers einordnen wird, will Martin Burchli nicht beantworten: «Wie soll ich sagen? Frau Waggershauser hat das richtig ausgedrückt: Die Lage ist 1A.» Den Rest müsse Steigenberger richten, setzt er das zukünftige Management dann schon etwas unter Druck: «Also wenn die aus dieser Lage und aus diesem Neubau nichts machen, dann kann ihnen niemand mehr helfen.»

Auch auf die noble Peripherie des Hotels geht Martin Buchli ein: &«Diese Fläche wird vermietet, an wen auch immer, aber entscheidend wird sein, die Luisenstraße wird ja bis zum Ende des Europäischen Hofs, also da, wo die Bank-Villa ist und auf der gegenüberliegenden Seite das Wagener, bis dorthin wird das Fußgängerzone und das ist das Entscheidende. Baden-Baden hat ein sehr schönes Projekt gemacht für die Luisenstraße.» Und er glaubt, dass dies dann die neue Baden-Badener «Flaniermeile» sein wird. Nach den hohen Investitionen wird es dem Schweizer niemand verdenken, dass er dann auch mal an seine Fränkli denkt: «Wer da drin sein Geschäft hat, mir völlig egal − Hauptsache die Miete kommt.»

Der neugebaute «Luisenflügel» wird eine Bruttogeschoßfläche von 14.000 Quadratmetern haben, im Erdgeschoss wird es eine Geschäfts- und Ladenpassage mit vier Shops geben und 45 Zimmer und Suiten in den Obergeschossen. Im Innenhof des Eurpäischen Hofs entsteht ein 220 Quadratmeter großer Rezeptionsbereich mit Lobby. Auch die Hotelzufahrt wird neu gestaltet, die Zufahrterfolgt künftig ausschließlich über die Inselstraße. Der neue Europäische Hof wird insgesamt 122 Zimmer und Suiten haben, eine Restaurantfläche von rund 270 Quadratmetern, einen Barbereich von knapp 150 Quadratmetern und einen großzügigen Spa-Bereich, Tagungskapazitäten werden auf 300 Quadratmetern zur Verfügung stehen.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews Martin Buchli, Bauherr Europäischer Hof:

goodnews4: Martin Buchli, es ist soweit: Heute wurde Richtfest gefeiert im Europäischen Hof. Der gute alte Europäische Hof wird auferstehen, was waren denn die drei größten unerwarteten Klippen auf dem Weg zum heutigen Richtfest?

Martin Buchli: Ja, es sind nicht drei, es sind 300! Sie müssen sich vorstellen, wir bauen hier auf einer Insel. Es ist tatsächlich eine Insel − auf der einen Seite die Oos, auf der anderen Seite der Rotenbachkanal und im Untergrund noch die Naturheilquelle, die Baden-Baden mit dem Kurwasser versorgt. Als wir hier den Aushub machen wollten für dieses Gebäude, wo wir jetzt draufstehen, hieß es: No, no, geht nicht, Sie müssen wahnsinnig aufpassen, dass Sie uns die Quelle nicht kaputtmachen mit dem Kurwasser. Auf der anderen Seite konnten wir nicht Abgrabungen machen an der Luisenstraße, hier ist der Rotenbachkanal, das ist ein uralter Kanal, geführt in so einem Steingutbett und den musste man stützen. Und das Ganze wurde sehr, sehr aufwändig. Wir haben dann eine Lösungsmöglichkeit gefunden, wie man das Ganze fundieren kann ohne allzu viele Auswirkungen auf den Untergrund und den Rotenbachkanal zu haben, aber dann haben wir festgestellt, als wir hier abgegraben haben, das alte, ehrwürdige Hotel fällt um. Dann mussten wir Querstützen bauen, von der Luisenstraße her mussten wir das alte Gebäude abstützen, das wäre uns sonst zusammengefallen. Als das getan war, haben wir festgestellt, dass unter dem alten Hotel lauter Wasser ist, dann mussten wir das ganze Wasser ableiten, mussten hier eine Lösung finden, um das Ganze gegen aufsteigende Feuchtigkeit für alle Zukunft zu sichern. Und so haben wir Millionen und Millionen und Millionen nur in den Untergrund gebuttert. Jetzt ist das alles vorbei, jetzt sind wir in der Höhe, jetzt ist es relativ einfach, wenn Sie sich hier umschauen. Jetzt erfolgt dann der Innenausbau nach bewährtem Muster, das kann man zeitlich abschätzen, das kann man kostenmäßig abschätzen − also die größten Überraschungen für uns lagen im Untergrund.

goodnews4: Sie sagen, jetzt geht es in den Innenausbau, das kann man zeitlich abschätzen − wann wird denn der erste Gast einchecken können im neuen «Europ»?

Martin Buchli: Ich bin Realist, ich bin nicht Hellseher und ich gehe jetzt davon aus, das Hotel wird Ende 2020 fertig sein, dann wird Steigenberger ein «Soft Opening» machen. Ob die jetzt noch im Dezember 2020 eröffnen werden oder erst im März 2021, das weiß im Moment niemand. Aber auf dieser Zeitschiene sind wir und in dieser Zeitschiene wird es geschehen.

goodnews4: Sie haben ja gerade beschrieben, wie viele Unwägbarkeiten es gab auf dem Weg bis zum heutigen Richtfest. Verraten Sie uns, was die geplante Investition für den neuen Europäischen Hof war und wie sehr Sie da inzwischen neu kalkulieren mussten?

Martin Buchli: Also neu kalkulieren mussten wir immer wieder aufs Neue. Ich kann Ihnen einfach sagen, ursprünglich war vorgesehen, 30 Millionen in den Bau, nicht in die Ausstattung, nur in den Bau zu investieren. Heute sind es 100 Prozent mehr − können Sie selber ausrechnen.

goodnews4: In Baden-Baden haben wir in den letzten Jahren auch viele Enttäuschungen erleben müssen mit Versprechungen, gerade im Zusammenhang mit Hotels. Haben Sie sich so sehr in Baden-Baden verliebt oder was ist der Grund, dass Sie trotz aller Unwägbarkeiten an Ihrem Ziel und Ihrem Versprechen festhalten?

Martin Buchli: Mir geht es wie Ihnen, ich habe hier auch viele Enttäuschungen erlebt. Es war nicht immer einfach mit den Handwerkern und Unternehmen. Für die war es auch nicht einfach, die wurden am Anfang für eine relativ kleine Renovation geholt, engagiert, beschäftigt und plötzlich stellte sich heraus, das wird 100 Prozent mehr. Also das war für die Handwerker blöd, das war für mich blöd und da gab es viele persönliche Enttäuschungen. Die Handwerker − wir haben ja ausschließlich Handwerker von hier, drum freut es die Baden-Badener schon jetzt − die Handwerker von hier geben sich Mühe, sind flexibel, die einen mehr, die anderen weniger. Inzwischen sind wir ein richtig gutes Team und es läuft super auf der Baustelle, aber das hat gedauert.

goodnews4: Die Hotel-Hierarchie in Baden-Baden beginnt mit dem Brenners Park Hotel, es folgt das Dorint Maison Messmer und das neue Hotel Roomers, wo wird sich der neue Europäische Hof einordnen?

Martin Buchli: Das kann ich nicht sagen. Wie soll ich sagen? Frau Waggershauser hat das richtig ausgedrückt: Die Lage ist 1A. Den Rest muss Steigenberger richten. Ganz einfach. Also wenn die aus dieser Lage und aus diesem Neubau nichts machen, dann kann ihnen niemand mehr helfen.

goodnews4: Nun ist ja hier auf dieser Insel nicht nur ein Hotel geplant, sondern darüber hinaus wird es auch Restaurants und Shopping-Angebote geben. Was wird das Highlight für die Übernachtungsgäste des Hotels und auch für die Baden-Badener und die Gäste aus der Region, die ja eher nicht zum Übernachten hierher kommen?

Martin Buchli: Das Highlight wird ganz ohne Zweifel unser Spa sein. Wir haben La Biostétique gewinnen können zusammen mit PINO diesen Spa zu führen, das ist ein eigentlicher Schönheitstempel. Also da werden die Damen von Grund auf renoviert, frisch gemacht für das 21. Jahrhundert, das wird eine richtig tolle Sache, und zwar nicht nur für die Gäste vom Hotel, sondern für die Baden-Badener Gesellschaft. Das Ganze heißt dann «Le Spa» − die haben sich was einfallen lassen, das wird eine tolle Sache! Und das Rooftop. Hier auf diesem Neubau gibt es ja noch drei Geschosse Zimmer und oben drauf im vierten gibt es eine Dachterrasse, zum Teil überdeckt, zum Teil offen mit einer vollständigen Küche − das gibt einen richtigen Event-Knaller da oben! Also das ist nicht nur zum Trinken, sondern da oben können Sie Feste feiern, da oben können Sie essen, ich würde da oben gerne frühstücken und über die Dächer von Baden-Baden sehen − also da können Sie alles machen. Das wird das Highlight.

goodnews4: Und auch die Flaniermeile Baden-Badens wird sich etwas ändern und wird über die Luisenstraße verlängert durch Shopping-Angebote, die es hier im Haus geben wird?

Martin Buchli: Ganz grundsätzlich: Diese Fläche hier wird vermietet, an wen auch immer, aber entscheidend wird sein, die Luisenstraße wird ja bis zum Ende des Europäischen Hofs, also da, wo die Bank-Villa ist und auf der gegenüberliegenden Seite das Wagener, bis dorthin wird das Fußgängerzone und das ist das Entscheidende. Baden-Baden hat ein sehr schönes Projekt gemacht für die Luisenstraße, also das wird dann die Flaniermeile sein. Wer da drin sein Geschäft hat, mir völlig egal − Hauptsache die Miete kommt.

goodnews4: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Martin Buchli


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