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Hotellerie in der Corona-Krise

Tourismus in Baden-Württemberg um fast 40 Prozent eingebrochen – Baden-Baden -48,7 Prozent – CDU-Sprecher Patrick Rapp: „Landesregierung könnte nächste Woche über Maßnahmen beschließen, vorausgesetzt Fraktion Grüne gibt Verzögerung auf“

Tourismus in Baden-Württemberg um fast 40 Prozent eingebrochen – Baden-Baden -48,7 Prozent – CDU-Sprecher Patrick Rapp: „Landesregierung könnte nächste Woche über Maßnahmen beschließen, vorausgesetzt Fraktion Grüne gibt Verzögerung auf“

Bild Nadja Milke Bericht von Nadja Milke
14.11.2020, 00:00 Uhr



Baden-Baden/Stuttgart «Die heute vorgestellten Zahlen des Statistischen Landesamtes für die baden-württembergische Tourismusbilanz im dritten Quartal verheißen nichts Gutes», heißt es von der CDU-Fraktion in Stuttgart.

Wie das Statistische Landesamt gestern mitteilte, kamen nach vorläufigen Zahlen in den geöffneten Beherbergungsbetrieben und Campingplätzen des Landes mit mindestens 10 Schlafgelegenheiten beziehungsweise Stellplätzen insgesamt rund 546.000 oder 23,9  Prozent weniger Gäste an als im entsprechenden Vorjahresmonat, die Zahl der Übernachtungen ging um rund 710.000 oder 12,8  Prozent zurück. Bei der Bilanz Januar bis September ist das Minus erwartungsgemäß noch deutlicher mit 43,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Von Januar bis September 2020 verbuchten die Beherbergungsbetriebe in Baden-Württemberg rund 10,1 Millionen Gästeankünfte. Das sind 7,7 Millionen oder 43,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen ging nach den Zahlen des Landesamtes um rund 15,9 Millionen oder 36,0 Prozent auf 28,3 Millionen zurück. Dabei war der April 2020 sowohl mit Blick auf die Gästezahlen mit einem Minus von 94,0 Prozent als auch auf die Übernachtungszahlen mit einem Minus von 88,3 Prozent der bislang schwärzeste Monat seit Beginn der Zeitreihen.

Besonders drastisch fällt das Minus bei den Gästen aus dem Ausland aus mit einem Minus bei der Zahl der Ankünfte von 57,8 Prozent von Januar bis September, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste lag gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 55,6 Prozent im Minus und betrug rund 4,3 Millionen.

Die regionale Analyse zeigt laut Landesamt die geringsten Einbußen bei den Übernachtungen für die Landkreise Konstanz, -18,2 Prozent, Bodenseekreis, -22,4 Prozent, und Ravensburg, -24,9 Prozent. Am härtesten traf es nach der Statistik die Stadtkreise Stuttgart, -54,4 Prozent und Heilbronn, -52,6 Prozent, sowie den Landkreis Esslingen, -51,8 Prozent. Die Stadt Baden-Baden verzeichnete im Zeitraum Januar bis September 2020 bei den Übernachtungen ein Minus von 43 Prozent, bei den Ankünften sogar ein Minus von 48,7 Prozent.

Dazu wird der tourismuspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Patrick Rapp zitiert: «Die CDU-Landtagsfraktion hat sich deshalb schon früh für eine finanzielle Unterstützung der Branche stark gemacht. Mit dem Landesförderprogramm Stabilisierungshilfe Corona sollte vor allem die Liquidität der Betriebe im Hotel- und Gaststättengewerbe gesichert und der laufende Betrieb unterstützt werden. Die heute veröffentlichten Zahlen zeigen jedoch, dass die Branche nach wie vor unsere Unterstützung benötigt».

Der tourismuspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Patrick Rapp, forderte gestern den Koalitionspartner auf, den Weg für die weiteren Hilfen für die Tourismus-Branche freizumachen. «Die Landesregierung könnte bereits nächste Woche formal über die Maßnahmen beschließen – vorausgesetzt die Fraktion Grüne gibt ihre Verzögerung auf. Dass die Unterstützung für die Branche aufgehalten wird, verwundert umso mehr vor dem Hintergrund, dass der Koalitionspartner den für Tourismus zuständigen Minister Guido Wolf in einem Schreiben im Oktober um schnelle Unterstützung für die Thermalbäder in kommunaler Trägerschaft gebeten hat.»

Der nun vorliegende Vorschlag siehe «ein Maßnahmenpaket aus drei Komponenten mit insgesamt 35 Millionen Euro vor». Ziel sei eine langfristige Stabilisierung und Erholung der Branche, «die zu den wichtigsten Wirtschaftspfeilern des Landes» zähle. Bei der Komponente zu den kommunalen Thermalbädern gehe es «um die Liquiditätssicherung und die Unterstützung des laufenden Betriebs, während das Investitionsprogramm Anreize für längerfristige Investitionsmaßnahmen zur Umgestaltung und Modernisierung geben möchte». Flankiert werde es durch zusätzliche Mittel im Tourismusmarketing, «welche den Weg für eine nachhaltige Erholung der Tourismusbranche ergänzen sollen».


Bild Statistisches Landesamt Baden-Württemberg


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