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Ungewisse Zukunft für Rennbahn Iffezheim

Kündigung für Mitarbeiter der Rennbahn Iffezheim – Ehemaliger grüner Spitzenpolitiker Michael Vesper soll bei Rettung helfen – "Ich sehe ein Zeitfenster von ungefähr vier Wochen"

Kündigung für Mitarbeiter der Rennbahn Iffezheim – Ehemaliger grüner Spitzenpolitiker Michael Vesper soll bei Rettung helfen – "Ich sehe ein Zeitfenster von ungefähr vier Wochen"
Die Zukunft der Galopprennbahn in Iffezheim ist weiter ungewiss. Foto: Archiv

Bild Christian Frietsch Bericht von Christian Frietsch
28.10.2020, 00:35 Uhr



Baden-Baden/Iffezheim «Wir bereiten die Gesellschaft Baden Racing aktuell auf den Übergang vor», wird Andreas Jacobs in einer Erklärung zur Zukunft der Rennbahn Iffezheim zitiert. Mitten in der Corona-Krise und vor einem möglichen zweiten Lockdown schafft der Präsident des Rennveranstalters Fakten.

Erster Schritt war die Kündigung des Rennbahn-Pachtvertrages bei der Gemeinde Iffezheim. goodnews4.de berichtete. Konsequenzen gibt es nun auch für die Mitarbeiter von Baden Racing.

«Um das Gelände zum 31. Dezember 2020 zu übergeben, sind wir gezwungen, Kündigungen auszusprechen», erklärt Andreas Jacobs. Hoffnung macht Andreas Jacobs für eine mögliche Fortführung der wichtigsten Galopprennbahn in Deutschland. «Es gibt Interessenten für die Fortführung», erklärte der Mehrheitsgesellschafter und Präsident von Baden Racing mit dem Hinweis auf die aktuell geführten Gespräche.

Seit 1858 überstand die Rennbahn vor den Toren Baden-Badens Kriege und andere Krisen, geht jetzt aber in eine kritische Phase. Mit Michael Vesper, Präsident des Dachverbandes, schickt Andreas Jacobs ein politisches Schwergewicht ins Rennen, wenn es nun in Sondierungsgespräche geht. Unter Johannes Rau war Michael Vesper stellvertretende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und kann als Gründungsmitglied der Grünen immer noch politischen Einfluss ausüben. Gespräche werden unter anderem mit der Baden-Badener Oberbürgermeisterin Margret Mergen und dem Iffezheimer Bürgermeister Christian Schmid geführt. Im goodnews4-Interview hatte sich Christian Schmid nach der Kündigung des Pachtvertrages erklärt. goodnews4.de berichtete.

Ohne die öffentliche Hand wird es vermutlich kaum möglich sein, die Rennbahn zu retten. Michael Vesper hat Hoffnung auf eine schnelle Lösung. «Ich sehe ein Zeitfenster von ungefähr vier Wochen, in denen in Grundzügen klar sein muss, in welche Richtung es gehen soll», wird Michael Vesper in der Erklärung von Baden Racing zitiert. «Die Lösung muss lange vor dem Jahreswechsel feststehen.» Der ehemalige grüne Politiker und langjährige Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes kündigte Gespräche auf kommunaler Ebene, aber auch in der Landes- und Bundespolitik an. Die Akteure einer möglichen Rettung der Rennbahn Iffezheim werden in der Erklärung von Baden Racing schon mal genannt: «Baden Racing, der Dachverband Deutscher Galopp, die Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen, die Baden-Baden Auktionsgesellschaft (BBAG), Persönlichkeiten aus dem Rennsport sowie die Gemeinde Iffezheim und die Stadt Baden-Baden arbeiten gemeinsam an einer zukunftsfähigen Lösung.» Zuletzt hatte Andreas Jacobs im goodnews4-Interview seine Positionen erläutert. goodnews4.de berichtete.


Die Erklärung von Baden Racing vom 27. Oktober 2020 im Wortlaut:

Der Weg für eine Neuausrichtung der Rennbahn Baden-Baden-Iffezheim unter neuer Verantwortlichkeit ist frei. Nach der durch die Gemeinde Iffezheim mitgeteilten Akzeptanz der durch Baden Racing ausgesprochenen Kündigung des Pachtvertrages über die Rennbahn zum Jahresende 2020 bereitet sich Baden Racing auf den Übergang auf eine neue Gesellschafterstruktur vor.

«Es gibt Interessenten für die Fortführung», sagt Dr. Andreas Jacobs, Mehrheitsgesellschafter und Präsident von Baden Racing mit Verweis auf die aktuell geführten Gespräche. Baden Racing, der Dachverband Deutscher Galopp, die Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen, die Baden-Baden Auktionsgesellschaft (BBAG), Persönlichkeiten aus dem Rennsport sowie die Gemeinde Iffezheim und die Stadt Baden-Baden arbeiten gemeinsam an einer zukunftsfähigen Lösung.

Dr. Michael Vesper, Präsident des Dachverbandes, hat seiner Hoffnung auf eine schnelle Lösung Ausdruck verliehen. «Ich sehe ein Zeitfenster von ungefähr vier Wochen, in denen in Grundzügen klar sein muss, in welche Richtung es gehen soll», sagte Vesper in der vergangenen Woche. «Die Lösung muss lange vor dem Jahreswechsel feststehen.» Im gleichen Zusammenhang hat der einstige Spitzenpolitiker der Grünen und langjährige Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes Gespräche mit der kommunalen, regionalen, Landes- und Bundespolitik angekündigt.

«Wir bereiten die Gesellschaft Baden Racing aktuell auf den Übergang vor», so Dr. Andreas Jacobs. «Um das Gelände zum 31. Dezember 2020 zu übergeben, sind wir gezwungen, Kündigungen auszusprechen.» Baden Racing war vor zehn Jahren nach der Insolvenz des Internationalen Clubs als Retter der Iffezheimer Rennbahn und der dort abgehaltenen Galopprennen angetreten und hat die Rennbahn in dieser Zeit erfolgreich für den deutschen Rennsport und die hiesige Vollblutzucht bewahrt.

«Wir konnten den sportlichen Rahmen erhalten und haben dafür gesorgt, dass die Iffezheimer Rennbahn in Sachen Rennpreise und Wettumsatz die Nummer Eins in Deutschland geblieben ist», so Jacobs. Alleine in den Jahren 2018 und 2019, den letzten beiden «normalen» Jahren vor den Corona-Einschränkungen, wurden in Iffezheim ein Wettumsatz von 5,8 bzw. 5,7 Millionen Euro erzielt und je 2,2 Millionen Euro an Rennpreisen ausgeschüttet. Das sind mehr als 20 Prozent des gesamten deutschen Wettumsatzes und 17 Prozent der gesamten Rennpreise in Deutschland.

Seit nunmehr vier Jahren sind Dr. Andreas Jacobs und Paul von Schubert als Gesellschafter von Baden Racing auf der Suche nach Nachfolgern, die eine nachhaltige Zukunft der Rennen sichern können. «Wir sind dieser Lösung nun sehr nahe», sagt Jacobs mit Blick auf die Bemühungen aller Beteiligten. «Wir möchten die Gelegenheit nutzen, uns bei einem tollen Team zu bedanken, welches mit viel Hingabe an der Ausrichtung der Rennen und des sonstigen Programms im Jahresverlauf gearbeitet hat. Unser Dank gilt darüber hinaus Deutscher Galopp und der Besitzervereinigung für die Unterstützung des hochkarätigen sportlichen Programms und der gesamten Region für den Support während der vergangenen zehn Jahre», so Jacobs abschließend.


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