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Zukunft der Galopprennbahn in Iffezheim

Runder Tisch für Iffezheim – Andreas Jacobs im goodnews4-Interview: "Dr. Vesper, unser Präsident vom Galopprennsport, hat diese Initiative ergriffen"

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goodnews4-AUDIO-Interview von Nadja Milke mit Andreas Jacobs

Bild Christian Frietsch Bericht von Christian Frietsch
05.10.2020, 00:00 Uhr



Baden-Baden «Die Beziehungen sind unverändert gut», wiederspricht Andreas Jacobs im goodnews4-AUDIO-Interview, das Nadja Milke am Freitag führte, dem Eindruck einer Verstimmung zwischen Baden Racing und der Gemeinde Iffezheim. In einer Erklärung hatte der Iffezheimer Bürgermeister Christian Schmid sich über eine fehlende Ankündigung der Kündigung des Pachtvertrags beklagt.

«Es gab keinerlei Zeichen oder Signale während meinen Begegnungen in der Großen Woche mit den Verantwortlichen von Baden Racing, die darauf hingedeutet haben. Im Gegenteil, wir haben in den vergangenen Wochen gar über gemeinsame zukunftsweisende Projekte gesprochen», erklärte der Bürgermeister der Renngemeinde am Freitag. goodnews4.de berichtete. Andreas Jacobs sieht in der Kündigung mehr ein business as usual.

«Baden Racing musste einfach aus wirtschaftlichen Gründen im Lichte der Pandemie und dieser großen Einnahmeausfälle, die wir erlebt haben, da mussten wir einfach auf die Kosten schauen, um das Unternehmen zu erhalten und deswegen war ein wichtiger Schritt auch die Kündigung des Pachtvertrages», erklärt Andreas Jacobs im goodnews4-AUDIO-Interview.

Für die nahe Zukunft kündigte Andreas Jacobs einen großen Runden Tisch an: «Dr. Vesper, unser Präsident vom Galopprennsport, hat diese Initiative ergriffen, weil er weiß, dass die Rennbahn in Iffezheim nicht nur sehr schön, sondern systemrelevant für den deutschen Sport ist und insofern gibt es diese Einladung, die natürlich alle Betroffenen – also Politik, Interessensverbände, aber auch Privatinvestoren wie Herr Schubert und mich – an den Tisch bringen und wir versuchen, eine Lösung dazu zu finden.» Im weiteren Verlauf des Interviews geht Andreas Jacobs auch auf die Überlegungen des Iffezheimer Bürgermeisters ein, die Rennbahn Iffezheim einem anderen Verwendungszweck zuzuführen.



Abschrift des goodnews4-AUDIO-Interviews mit Andreas Jacobs, Präsident von Baden Racing e.V. und Gesellschafter der Baden Racing GmbH:

goodnews4: Herr Jacobs, es überschlagen sich die Ereignisse rund um die Rennbahn in Iffezheim. Ist denn etwas Atmosphärisches vorgefallen zwischen Baden Racing und der Gemeinde Iffezheim, dass es jetzt doch auch einen gereizten Ton gibt?

Andreas Jacobs: Nein, da ist nichts vorgefallen, ich finde das auch nicht einen gereizten Ton, die Beziehungen sind unverändert gut. Baden Racing musste einfach aus wirtschaftlichen Gründen im Lichte der Pandemie und dieser großen Einnahmeausfälle, die wir erlebt haben, da mussten wir einfach auf die Kosten schauen, um das Unternehmen zu erhalten und deswegen war ein wichtiger Schritt auch die Kündigung des Pachtvertrages. Der Pachtvertrag sieht genau für solche Fälle, wo eben etwas wie eine Pandemie passiert oder wo Verwaltungen in den Betrieb von Rennen eingreifen, so wie hier, indem eben nur noch ganz wenige Zuschauer auf die Bahn dürfen, für diesen Fall gibt es Kündigungsgründe und Kündigungsrechte und davon haben wir im Lichte der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Gebrauch machen müssen. Aber, wie Sie fragen, atmosphärische Probleme gibt es keinerlei.

goodnews4: Ist es denn jetzt nicht endgültig höchste Zeit, dass man strukturiert vorgeht und einen oder mehrere Runde Tische zur Klärung einberuft mit den Beteiligten, Politik und Wirtschaft?

Andreas Jacobs: Ja, das ist vorbesprochen, es wird auch eine solche Einladung geben oder sie gibt es schon. Dr. Vesper, unser Präsident vom Galopprennsport, hat diese Initiative ergriffen, weil er weiß, dass die Rennbahn in Iffezheim nicht nur sehr schön, sondern systemrelevant für den deutschen Sport ist und insofern gibt es diese Einladung, die natürlich alle Betroffenen – also Politik, Interessensverbände, aber auch Privatinvestoren wie Herr Schubert und mich – an den Tisch bringen und wir versuchen, eine Lösung dazu zu finden.

goodnews4: Was könnte denn eine Lösung sein? Wenn Iffezheim auf einen nennenswerten Teil der Pacht verzichten würde, zumindest für die Zeit der Corona-Krise, wäre das ein erster Schritt zu einer Konsolidierung?

Andreas Jacobs: Es muss, glaube ich, von allen Seiten verstanden werden, wie der Betrieb wirtschaftlich funktioniert zu Corona-Zeiten und auch insgesamt vor und nach Corona-Zeiten – wenn man das nach Corona-Zeiten überhaupt ermitteln kann – und alle müssen Verständnis haben, was es bedeutet, diese Rennbahn zu betreiben, die ja nicht nur die schönste, sondern auch die wichtigste und bedeutendste und auch vom Sport her bedeutendste Rennbahn Deutschlands ist. Dann wenn man das Verständnis gegenseitig hegt und sich respektiert, dann wird man auch eine Lösung finden und das bedeutet, dass wirklich alle auch, und dann natürlich hier zuerst die Gemeinde Iffezheim, einen Beitrag leisten müssen. Die Aufwendungen im Pachtvertrag zuzüglich Steuern, zuzüglich Instandhaltung, zuzüglich Kosten bei den Events sind einfach inzwischen in den letzten Jahren unglaublich gestiegen und natürlich hat die Gemeinde sehr viel getan, um die Bahn zu renovieren, aber diese Einnahmen, die wir heute erleben können, all diese Kosten nicht mehr rechtfertigen. Insofern, wenn sich alle bewegen, wird es eine Lösung geben.

goodnews4: In der Mitteilung aus dem Iffezheimer Rathaus klingt es fast so als würde Iffezheim jetzt schon ohne Baden Racing planen, spricht von Interessenten und Optionen, mit denen man spricht und dass man jetzt frei denken und entscheiden könne und sich darauf freut. Wie wahrscheinlich oder ausgeschlossen ist denn eine Zukunft der Galopprennbahn Iffezheim mit oder ohne Baden Racing?

Andreas Jacobs: Es gab natürlich immer Interessenten an der Bahn, die dort etwas betreiben wollten, was nichts mit Pferderennen zu tun hat, und das ist auch richtig und gut, dass das von der Gemeinde Iffezheim weiter verfolgt und verhandelt wird. Wenn es um Pferderennen geht, dann geht es letztlich um den Zentralverband in Deutschland, unser Direktorium für Vollblutzucht und Rennen, also Deutsche Galopp heißt das heute, und damit auch um die Personen, die heute Baden Racing betreiben, um die geht es einfach nicht herum. Wir sind diejenigen, die die große Last der Betreibung in den letzten Jahren getragen haben, wir sind auch bereit, weiter Lasten zu tragen, wir sind auch diejenigen, die die Lizenz haben, wir sind auch diejenigen, die die Sponsoren in siebenstelligen Beträgen beigebracht haben und es wäre natürlich töricht, jetzt, ich sage mal, nur Grünlandschaft oder einen Gartentag oder ein Freiluft-Event-Ereignis zu gestalten ohne Pferderennen, ohne all die Assets, die wir beitragen können und ich bin sicher das wissen alle am Runden Tisch und dadurch wird es da auch keinen Dissens geben.

goodnews4: Ich bedanke mich für das Interview, Andreas Jacobs.

Andreas Jacobs: Danke, Frau Milke.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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