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Maison Messmer Residenz des Kaiserpaars

Fast vergessene Baden-Badener Geschichte in neuem Glanz – Hotelchef Peter Pusnik: "Wir sind hier auch auf Höhe eines Zimmers, wo der Kaiser am Balkon stand und dem Volk zuwinkt"

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Peter Pusnik

Baden-Baden, 09.07.2019, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Für die badische Geschichte waren es gleichermaßen tragische wie kuriose Begebenheiten, die zum Aufstieg des Baden-Badener Hotels Maison Messmer führten und deutsche Geschichte schrieben. Die Absichten, die Prinz Wilhelm von Preußen 1849 auch nach Baden, dem heutigen Baden-Baden führten, waren zumindest für die Anhänger von Demokratie und Aufklärung finsterer Natur. Die preußischen Truppen kamen und schlugen die von den Franzosen inspirierten demokratischen Träume der Badener nieder.

Wilhelm und seine Frau Augusta, die später zum deutschen Kaiserpaar werden sollten, verliebten sich in das 1834 gegründete Hotel und machten es quasi zu ihrer zweiten Residenz. Bis zum Untergang des Kaiserreiches mit dem Ende des Ersten Weltkrieges hielt das Kaiserpaar Baden-Baden und dem Hotel Messmer jahrzehntelang die Treue. Zu Recht reklamiert Peter Pusnik, Direktor des Hotels Dorint Maison Messmer im goodnews4-VIDEO-Interview die gleiche geschichtliche Aufmerksamkeit für sein Hotel wie für die etablierten Geschichtssymbole unserer Stadt.

«Da wir auch mitten in der Stadt sind, genau neben dem Kurgarten und dem Casino, greifen wir viel von dieser Zeit auf», erklärt Peter Pusnik die Gestaltung von Renovierungsarbeiten, die dem Hotel den Esprit seiner großen Geschichte zurückgeben soll. «Der Kaiserflügel, beziehungsweise der Residenzflügel, sind erhalten und neu gemacht worden, der Malersaal ist komplett restauriert worden und wenn wir durch das Haus gehen, finden wir auch viele Bereiche, die sozusagen als Reminiszenz an diese Zeit gelten.» Und auch die Einrichtungen für die Übernachtungsgäste erstrahlen in neuem angemessenen Glanz: «Wir haben alle Zimmer, alle Flure im kompletten Haus renoviert, alle Bäder überarbeitet, 5.000 Quadratmeter Fläche an Teppich und Parkettboden gestaltet, 16.000 Quadratmeter Tapeten und Wandflächen neu dekoriert.»

So schöpft das Baden-Badener Hotel Dorint Maison Messmer aus der reichen Geschichte unserer Stadt, Quelle einer einzigartigen Identität, was sich gut ausmacht neben dem neuen etwas beliebigen Party-Image, das sich die Baden-Badener Offiziellen auf die Werbe-Fahne geschrieben haben.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Peter Pusnik, Direktor Hotel Dorint Maison Messmer:

goodnews4: Die Baden-Badener Hotels – die existierenden und die noch nicht existierenden – beschäftigen nicht nur die Gäste aus aller Welt, sondern auch die Bürger und die Kommunalpolitik. Das Brenners Park-Hotel thront über allen anderen, das Roomers ist ein wenig zum Party-Hotel abgerutscht, das Neue Schlosshotel macht die meisten Schlagzeilen, obwohl es nicht existiert, und das Dorint Maison Messmer macht keine Schlagzeilen, obwohl Scharen von Chinesen und andere Gäste Ihr Hotel bevölkern. Ist dies eine angemessene Analyse der großen Hotels in Baden-Baden?

Peter Pusnik: Ja, ist zutreffend. Wir haben uns die letzten Monate ein wenig zurückgehalten, weil wir auch sehr mit uns beschäftigt waren. Wir haben jetzt im Juni die größte und umfangreichste Renovierung seit der Wiedereröffnung des Hotels abgeschlossen. Alle Zimmer, alle Flure sind komplett renoviert im Art-Deco-Stil – wir stehen jetzt in einem dieser neuen Zimmer. Insofern waren wir bisher vielleicht ein wenig zurückhaltend, aber haben dann jetzt umso mehr zu berichten.

goodnews4: Was sind denn die Neuigkeiten aus dem Dorint Maison Messmer, also vielleicht doch ein paar Schlagzeilen?

Peter Pusnik: Wir haben alle Zimmer, alle Flure im kompletten Haus renoviert, alle Bäder überarbeitet, 5.000 Quadratmeter Fläche an Teppich und Parkettboden gestaltet, 16.000 Quadratmeter Tapeten und Wandflächen neu dekoriert – also da ist schon eine Menge passiert in den letzten sechs Monaten immer sukzessive und jetzt sind wir sehr glücklich darüber, dass wir das haben abschließen können. Die Resonanz unserer Gäste darauf ist durchweg positiv und da freuen wir uns sehr.

goodnews4: Wie viel Geld haben Sie denn investiert bei der Renovierung?

Peter Pusnik: Keine unerhebliche Summe, die genaue Zahl habe ich jetzt leider nicht im Kopf.

goodnews4: War der Grund für die Renovierung vielleicht auch, dass sich bei den eben genannten Hotels einiges tut – der Europäische Hof wird ja komplett entkernt und saniert, auch im Brenners Park-Hotel hat sich viel verändert in der Gastronomie? Ist das ein Grund, dass das Dorint Maison Messmer sich entschieden hat, auch etwas zu tun?

Peter Pusnik: Ja natürlich, man muss immer «up to date» bleiben. Das Angebot in Baden-Baden hat sich erweitert, es gibt neue Produkte und wir müssen natürlich auch gucken, dass wir den Stand unseres Hotels weiterhin aufrechterhalten, mit der Zeit gehen und dem anspruchsvollen Gast auch die Ansprüche erfüllen können und aus dem Grund haben wir uns mächtig ins Zeug gelegt und haben jetzt ein wunderbares Ergebnis.

goodnews4: Apropos anspruchsvoller Gast – vor mehr als 100 Jahren waren die großen Zeiten des Maison Messmer, die Kaiserfamilien waren im Baden-Badener Maison Messmer fast genauso zu Hause wie in Berlin. Was ist aus dieser Zeit geblieben an Geschichtsbewusstsein bei Ihnen und Ihren Mitarbeitern?

Peter Pusnik: Ja, da haben Sie Recht, wir sind hier auch auf Höhe eines Zimmers, wo der Kaiser am Balkon stand und dem Volk zuwinkt – davon habe ich noch eine Zeichnung oder ein Foto. Wesentliche Teile des Hauses sind noch aus dieser Zeit. Der Kaiserflügel, beziehungsweise der Residenzflügel, sind erhalten und neu gemacht worden, der Malersaal ist komplett restauriert worden und wenn wir durch das Haus gehen, finden wir auch viele Bereiche, die sozusagen als Reminiszenz an diese Zeit gelten. Und da wir auch mitten in der Stadt sind, genau neben dem Kurgarten und dem Casino, greifen wir viel von dieser Zeit auf.

goodnews4: Zwei neue Grand Hotels stehen mehr oder weniger in den Startlöchern das Neue Schlosshotel, das momentan wieder für Schlagzeilen sorgt, mehr natürlich noch der Europäische Hof, bei dem man ja auch schon viel sehen kann. Würden mehr Hotels noch mehr Gäste in unsere Stadt bringen oder den Wettbewerb unter den großen Hotels verschärfen?

Peter Pusnik: Ich glaube, sowohl als auch. Ein Hotel wie der Europäische Hof – wir schauen ja sozusagen direkt rüber und bekommen das live mit – wird der Destination Baden-Baden noch einen kräftigen Schub geben, auch international, wenn ein Grand Hotel dieser Art hier entsteht. Ich glaube, das ist vor allem eine Bereicherung für die Stadt Baden-Baden, weil es noch einen zusätzlichen Glanzpunkt gibt und natürlich ist das auch ein Stück weit mehr Wettbewerb, aber den nehmen wir gerne an und freuen uns darauf.

goodnews4: Und die letzte Frage: Gibt es auch einen Grund, dass die Baden-Badener, die ja nicht unbedingt Übernachtungsgäste sind in ihrer eigenen Stadt, das Dorint Maison Messmer besuchen?

Peter Pusnik: Ja natürlich. Vielleicht, wenn sie Besuch bekommen und Übernachtungsmöglichkeiten suchen für den Besuch. Und darüber hinaus haben wir unseren Theaterkeller, wir haben unsere Terrasse, wir haben unsere Bar und wir haben einen wunderschönen Malersaal, der komplett restauriert ist mit Stuck und original erhalten und da werden auch einige Hochzeiten gefeiert hier aus Baden-Baden und aus dem Umland – insofern herzlich willkommen!

goodnews4: Vielen Dank für das Interview, Herr Pusnik.

Peter Pusnik: Gerne.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Peter Pusnik


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