Gedenken Novemberpogrome 1938
Gedenkveranstaltung auf Gelände der niedergebrannten Synagoge in Baden-Baden – Juden warten weiter auf würdevollen Umgang

Baden-Baden, 10.11.2023, Bericht: Redaktion Etwa 20 Teilnehmer waren gestern einem Aufruf der Israelitischen Kultusgemeinde Baden-Baden gefolgt und fanden sich auf dem Parkplatz in der Stephanienstraße ein, wo vor 85 Jahren die Synagoge niedergebrannt wurde.
Gedenken sollten die Teilnehmer mit einem «Gebet und Kerzenanzünden» an die Opfer des Pogrom, das in Baden-Baden am 10. November stattfand. Bis heute verweigern die Eigentümer des Geländes den Juden die Widerherstellung «der Würde des Ortes». Im Kaufvertrag hatte der Käufer und Verleger des Badischen Tagblatts in den 50er Jahren zugesichert, dass das Gelände nicht für «profane Zwecke» verwendet wird. Den Kaufvertrag hatte goodnews4.de erst im Jahr 2018 wiederentdeckt.
Der Forderung der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden nach einem würdevollen Umgang kam die Eigentümer-Familie bis heute nicht nach. Auch der Tod der ehemaligen Verlegerin Eva Ertl im letzten Jahr brachte bisher keine neue Lage.
Gestern hatte sich ein Mitglied der Eigentümerfamilie auf dem Parkplatz eingefunden und suchte offenbar das Gespräch mit einer Büromitarbeiterin der Israelischen Kultusgemeinde und Vertretern der Deutsch-Israelische Gesellschaft. Beide Organisationen sind jedoch nicht für einen etwaigen Kauf oder Investitionen für eine Gedenkstätte zuständig. Diese Aufgabe fällt der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, IRG, mit Sitz in Karlsruhe zu. Ein Ersuchen der IRG für ein Gespräch lehnten die Eigentümer ab. goodnews4.de berichtete. Das Verhalten der Eigentümer und ehemalige Zeitungsverleger sorgt auch in Jerusalem für Unverständnis.
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