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Zukunft des Bâtiment Administratif de Baden-Oos

Im BABO-Hochhaus sollen Wohnungen entstehen – Hüseyin Aydogan denkt nicht an Abriss – Hotelpläne vom Tisch

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goodnews4-VIDEO-Interview von Reyhan Celik mit Hüseyin Aydogan

Bild Christian Frietsch Bericht von Christian Frietsch
21.09.2020, 00:00 Uhr



Baden-Baden Schon vor dem goodnews4-VIDEO-Interview mit Oberbürgermeisterin Margret Mergen führte Reyhan Celik ein ausführliches Interview mit Hüseyin Aydogan. Der Eigentümer des BABO-Hochhauses in Baden-Baden-Oos denkt nicht daran, das prägende, geschichtsträchtige «Ooser Hochhaus» abzureißen, wie es die Baden-Badener Oberbürgermeisterin in die Diskussion trug. goodnews4.de berichtete. Ohnehin würde da der Denkmalschutz ein Wörtchen mitreden.

«Natürlich haben wir nicht mit so vielen Schwierigkeiten gerechnet», beschreibt Hüseyin Aydogan die Ursachen für den Stillstand beim BABO-Hochhaus. Vor mehr als sechs Jahren kaufte der türkische Investor das höchste Gebäude Baden-Badens, um aus dem ehemaligen Headquarter der französischen Streitkräfte in Deutschland ein Hotel zu machen. Im goodnews4-VIDEO-Interview erinnert Hüseyin Aydogan an seinen Kauf des Bâtiment Administratif de Baden-Oos, kurz «BABO », am 21. März 2014, als im Baden-Badener Rathaus noch Wolfgang Gerstner residierte. Weshalb die Planungen für ein Hotel mit 250 Zimmern nicht realisiert werden konnten, schildert der türkische Investor.

Mit der Corona-Krise sind die Hotelpläne für das BABO nun endgültig vom Tisch: «Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass das BABO nicht als ein Hotel fertiggestellt werden kann, weil es hier einen großen Wohnraummangel gibt und der Tourismus große Einbußen hat», erläutert Hüseyin Aydogan die neue Zielsetzung, dass das BABO «zu Wohnraum» werden könne. Die historische Dimension des BABO ist Hüseyin Aydogan gegenwärtig: «Wir sehen das nicht nur für uns so, sondern als Erbe für die ganze Welt, weil es in ganz Europa der erste Wolkenkratzer und der erste Bau aus Stahl war und Charles de Gaulle soll hier hergekommen und 14 Tage geblieben sein».

Im weiteren Verlauf geht der türkische Eigentümer auch auf die letzten Begegnungen mit der Baden-Badener Stadtverwaltung und die baulichen Herausforderungen ein, die derzeit zu erledigen sind, auch wenn die Zukunft des BABO, als vielleicht avantgardistischer Wohnturm in Baden-Oos, noch ungewiss ist. Nach dem Kenntnisstand von Hüseyin Aydogan ist auch die alte Idee, das Baden-Badener Rathaus in das BABO zu verlagern, nicht vom Tisch. Dazu müsste die Stadt das BABO in ihr Eigentum bringen, doch Oberbürgermeisterin Margret Mergen erklärte im goodnews4-VIDEO-Interview, dass sie aufgrund der hohen Investitionen, die nötig wären, «leider keine Möglichkeit» sehe, «eine solche Entwicklung in Angriff», zu nehmen. Oberbürgermeisterin Margret Mergen sprach sich bereits mehrfach für einen Abriss des Gebäudes aus. goodnews4.de berichtete.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Hüseyin Aydogan, Eigentümer des BABO-Hochhauses:

goodnews4: Herr Aydogan, lassen Sie uns zunächst auf die Anfänge Ihres Hotel-Projektes blicken. Wann und wie haben Sie von dem BABO-Hochhaus erfahren? Von wem haben Sie erfahren, dass es hier in Baden-Baden ein von den Franzosen gebliebenes Denkmal gibt?

Hüseyin Aydogan: Weil wir an Geschichte interessiert sind und an Denkmälern interessiert sind, haben wir einen solch schönen und geschichtlichen Bau gekauft, um ihn dann in Europa und in unserem Land bekanntzumachen. Natürlich haben wir nicht mit so vielen Schwierigkeiten gerechnet, aber es wird uns wirklich begeistern, ein solches Gebäude zu restaurieren. Aber unser Land ist voll mit Problemen und weil die Wahrnehmungen heute und morgen anders sind, ist es zu vielen Verzögerungen gekommen. Diese Verzögerungen sind teilweise uns oder der Bürokratie geschuldet. Dieses Projekt sollte nicht sehr lange verlängert oder aufgeschoben werden. Da wir das Geld, um hier zu investieren, aus unserem Land bringen – weil wir haben von hier keinen Cent genommen und sie denken auch nicht darüber nach, etwas zu geben – deshalb haben wir entschieden, aus unserem Land zu finanzieren, daher ist es zu Verzögerungen gekommen.

goodnews4: Die deutschen Banken denken nicht darüber nach, einen Kredit zu geben?

Hüseyin Aydogan: Natürlich. Zunächst haben wir eine Investition mit der Überlegung, dass die Finanzierung hier leichter zu finden sein würde, mit 40 Prozent Eigenkapital über deutsche Banken hierher gebracht, aber dass die Finanzierung hier mit 40 Prozent nicht genügen wird und keine andere Finanzierung gefunden wurde, haben wir in der ersten Investitionszeit in andere Dinge investiert. Wir haben also bereits fertige Hotels in anderen Städten restauriert. Deshalb haben wir, da die Finanzierung nicht ermöglicht wurde, in andere Dinge investiert und hier – wegen uns, wegen der Bürokratie – hat es sich verzögert.

goodnews4: Wann haben Sie das BABO gekauft, wann haben Sie das erste Mal mit der Baden-Badener Stadtverwaltung gesprochen und was waren Ihre Überlegungen?

Hüseyin Aydogan: Wir dachten hier über ein Hotel-Projekt nach. Tatsächlich ist Baden-Baden in Deutschland und in Europa eine berühmte und historische Stadt. Mit dieser Überlegung haben wir das BABO am 21. März 2014 gekauft. Danach haben wir tatsächlich nicht gewusst, dass sich hier manche Probleme so ziehen werden. Und wegen den Kapitalkrisen in unserem Land ist es zu Verzögerungen gekommen.

goodnews4: Was hatten Sie 2014 mit der Baden-Badener Stadtverwaltung entschieden und besprochen?

Hüseyin Aydogan: In dem auf 2014 folgenden zweiten, dritten Gespräch mit der Stadtverwaltung und dem *Bürgermeister in 2015, 2016 – da sind wir dankbar, er hat uns bei dem Hotel-Projekt sehr unterstützt – haben wir zunächst beschlossen, dass ein Hotel mit 250 Zimmern ein sehr großes Projekt ist und es deshalb reduziert werden müsse. So hat es sich entwickelt.

goodnews4: Was sind jetzt Ihre neuen Überlegungen zum BABO?

Hüseyin Aydogan: Jetzt – sehen Sie – gibt es auf der Welt ein Coronavirus und die Gefahr mit Menschenmengen kann noch ein paar Jahre andauern. Deshalb ist man dem Hotel-Projekt nicht wohlgesonnen und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es in den nächsten Tagen, nächsten Jahren nicht als ein Hotel fertiggestellt werden kann, weil es hier einen großen Wohnraummangel gibt und der Tourismus große Einbußen hat. Mit dieser Überlegung und dem Auftreten des Virus sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es zu einem Wohnraum werden kann. Wenn unsere Stadtverwaltung uns, wie sie es zuvor getan hat, unterstützt, überlegen wir einen solchen Wechsel.

goodnews4: Sie sagen «wir überlegen», «wir sind zu dem Schluss gekommen»… sind dies lediglich Ihre Überlegungen oder auch die der Stadtverwaltung?

Hüseyin Aydogan: Auch die Baden-Badener Stadtverwaltung hat diese Überlegung, soweit ich es verstanden habe mit unseren Nachfragen, sie will, dass Wohnraum entsteht.

goodnews4: Nur Wohnraum? Wird es auch Büros geben?

Hüseyin Aydogan: Büros nicht mit uns, aber wenn sie es vielleicht selbst machen, beispielsweise wenn die Stadtverwaltung hier kaufen möchte. Wenn die Stadtverwaltung es macht, Büros, wenn wir es machen, wird es wahrscheinlich Wohnraum.

goodnews4: Möchte die Baden-Badener Stadtverwaltung hier kaufen und Büros einrichten?

Hüseyin Aydogan: Ich bin der Ansicht, dass sie so eine Absicht haben.

goodnews4: Und Sie wollen Wohnraum schaffen? Wird es da eine Zusammenarbeit geben?

Hüseyin Aydogan: Nein, nein, wir haben mit ihnen keine Zusammenarbeit. Wir können selbst einen Partner suchen oder es selbst machen, weil in Betracht von Wohnraum hat der Verkauf eine größere Nachfrage und der Andrang ist höher.

goodnews4: Also soweit ich verstanden habe, haben Sie das Hotel-Projekt aufgegeben, wollen Wohnraum, Büros schaffen und verkaufen oder vermieten?

Hüseyin Aydogan: Ja, das ist unsere Vision. Dafür haben wir auch unsere Finanzierung von der Türkei aus erhalten, aber wegen der jetzigen Krise wurde es «eingefroren».

goodnews4: Ist das Geld bereit oder nicht?

Hüseyin Aydogan: Es ist bereit, aber wurde «eingefroren».

goodnews4: Also in der «Warteschleife»?

Hüseyin Aydogan: Es ist nicht in der «Warteschleife», es ist bereit, aber der Markt ist - wie Sie wissen, kommen keine Touristen aus Deutschland in unser Land, somit kommen auch keine Einnahmen und das beobachten die Banken in der Türkei genau. Aber die Banken in Deutschland sind dem Tourismus nicht wohlgesonnen, die Banken in der Türkei sind dem Tourismus noch immer wohlgesonnen.

goodnews4: Wie ist denn der formale Stand für Ihre neuen Pläne? Haben Sie beispielsweise eine Baugenehmigung von der Baden-Badener Stadtverwaltung? Oder sind Sie noch im Gespräch?

Hüseyin Aydogan: Wir haben bereits eine alte Baugenehmigung für das Hotel. Eine vorläufige Baugenehmigung ist da. Für den Wechsel haben wir noch keine Genehmigung geholt oder gesprochen. Bisher wissen wir durch einen Brief, dass man der Wohnraumschaffung gegenüber wohlgesonnen ist. Und ich sehe, dass sie Interesse an Büros haben.

goodnews4: Also die Baugenehmigung muss, da sie für ein Hotel gedacht war, neu beantragt werden?

Hüseyin Aydogan: Natürlich, ja, weil es gibt Unterschiede in der Art. Das eine hat einen anderen Status und das andere einen anderen.

goodnews4: Wann werden Sie den Bauantrag stellen?

Hüseyin Aydogan: Wenn die Situation sich etwas beruhigt hat, wenn die Reise in und von der Türkei sich beruhigt hat, wenn wir das Virus besiegt haben, werden wir in den nächsten Monaten korrespondieren.

goodnews4: Wann haben Sie das letzte Mal mit der Baden-Badener Stadtverwaltung gesprochen?

Hüseyin Aydogan: Mit unserer Baden-Badener Stadtverwaltung hatten wir ungefähr vor einem Monat ein Gespräch. Wir haben uns hier getroffen. Man hatte hier Wünsche. Die Wünsche der Stadtverwaltung waren: das Eindringen von Regenwasser zu verhindern, manche Reinigungsarbeiten, das Verschließen von kaputten Fenstern, das Einzäunen des Gartengeländes mit einem 2,5 Meter hohen Zaun, zudem das Reparieren von Rohrbrüchen, das Schließen von Öffnungen auf dem Dach, das Entsorgen von Kabeln, das Entfernen von Schimmel an den Wänden durch Firmen. Davon haben wir 90 Prozent erledigt. Es ist noch Bauschutt übrig, das wollen wir bis Monatsbeginn erledigen. Alles andere haben wir erledigt, 90 Prozent haben wir erledigt.

goodnews4: Wie ist der Dialog zwischen der Baden-Badener Stadtverwaltung und Ihnen? Gibt es Probleme?

Hüseyin Aydogan: Nein, die Stadtverwaltung macht uns gegenüber richtige Vorschläge, weil sie sich mit dem Denkmalschutz besser auskennen und es besser wissen, machen sie uns Vorschläge und wir erledigen die Dinge, die wir nicht sehen, nach den Vorschlägen. Und zu 90 Prozent haben wir keine Probleme.

goodnews4: Was sind die restlichen 10 Prozent?

Hüseyin Aydogan: Das ist der Rest, den wir noch machen müssen. Es gibt noch Baurückstände, auch wenn es wenige sind. Unser Sozialmitarbeiter, Konstrukteur, der das macht, ist im Urlaub und wenn er wieder da ist, werden wir das in zehn, fünfzehn Tagen erledigen.

goodnews4: Was wird dann passieren?

Hüseyin Aydogan: Danach werden sie kommen und sehen, dass es keine Probleme gibt. Auf der anderen Seite haben wir noch die Statik, die ist nahezu fertig. Mit der Statik haben wir auch über Jahre viel zu tun gehabt. Erst die Kontrolle von ein, zwei Trägern, dann die Kontrolle von mehreren Stockwerken und jetzt kam die Kontrolle von allen Stockwerken. Jedes einzelne davon ist ein Stift, jedes einzelne kostet Zeit, jedes einzelne ist das Verzögern von wirtschaftlicher Situation.

goodnews4: Nun, Herr Aydogan, das BABO ist ein deutsch-französisches Denkmal und jeder, der in Baden-Baden wohnt, kennt das Gebäude und ist neugierig. Sind Sie noch begeistert von dem Projekt wie am ersten Tag oder sind Sie müde von den Problemen?

Hüseyin Aydogan: Die Probleme kann es geben, ich kann auch Fremder bleiben. Das Andauern der ökonomischen Probleme in der Türkei scheinen uns niedergeschlagen zu haben, aber wir lassen uns nicht unterkriegen, weil das hier ist ein geschichtliches Denkmal. Wir sehen das nicht nur für uns so, sondern als Erbe für die ganze Welt, weil es in ganz Europa der erste Wolkenkratzer und der erste Bau aus Stahl. Und Sie sagen «französisch» – Charles de Gaulle soll hier hergekommen und 14 Tage geblieben sein. Deshalb ist es für uns, auch wenn es nicht wie eine große Investition aussieht, ein Beispiel für einen sehr berühmten Bau auf dem Markt. Deshalb müssen wir es schützen und wir sind jederzeit an der Seite der Stadtverwaltung.

goodnews4: Sie besitzen mehrere Hotels. Hat das Coronavirus Auswirkungen auf Ihre Arbeit gehabt?

Hüseyin Aydogan: Wirklich, das hat es. Von zehn Hotels ist ein Hotel geöffnet. Es gibt sowieso keine Deutschen, die kommen. In unser Hotel kamen viele Touristen aus Deutschland. Dieses Jahr sind wir mir Russen und Bürgern von anderen Ländern ausgebucht.

goodnews4: Ich bedanke mich für das Gespräch.

Hüseyin Aydogan: Gleichfalls.

Das Interview führte Reyhan Celik für goodnews4.de.

*Anmerkung der Redaktion: Im Jahr 2015 war Werner Hirth Baubürgermeister in Baden-Baden, seit 1. Oktober 2016 ist Alexander Uhlig Erster Bürgermeister und Baudezernent der Stadt Baden-Baden

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