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Mund- und Nasenschutz beim Einkaufen und im ÖPNV

Maskenpflicht ab Montag – Baden-Badener Apothekerin erklärt die Anwendung und Unterschiede – „Maske absetzen, um zu regenerieren“

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goodnews4-VIDEO-Interview von Reyhan Celik mit Sandra Hoff

Bild Christian Frietsch Bericht von Christian Frietsch
25.04.2020, 00:00 Uhr



Baden-Baden Ab Montag sind in Baden-Württemberg Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene verpflichtet, im öffentlichen Personennahverkehr, an Bahnsteigen und Bushaltestellen und in Verkaufsräumen von Ladengeschäften oder in Einkaufszentren Mund- und Nasenschutz zu tragen. Im goodnews4-VIDEO-Interview mit Reyhan Celik, erklärt die Baden-Badener Apothekerin Sandra Hoff die verschiedenen Kategorien der Masken und zeigt deren Unterschiede und richtige Anwendung.

«Die Einmalmasken zum Beispiel haben nur einen Schutz, wenn man selber krank ist, dass man das Virus nicht übertragen kann», sagt Sandra Hoff im goodnews4-VIDEO-Interview. Die hochwertigeren FFP2- oder FFP3-Masken «haben auch den Schutz, dass, wenn man zum Beispiel einkaufen geht, dass man eben dann, falls da jemand wäre, der Covid hat, dass man sich dann auch nicht anstecken kann». Die selbstgemachten oder selbstgenähten Masken, könne man waschen und dann im Ofen bei 60 oder 70 Grad ungefähr 10-15 Minuten erhitzen und dann wieder benutzen.

Im weiteren Verlauf des Interviews geht Sandra Hoff auch auf die Frage ein, ob die Verwendung der hochwertigen FFP2- oder FFP3-Masken zur Verknappung des Angebots für das medizinische Personal führen kann. Im goodnews4-Video-Interview erläuterte die Baden-Badener Apothekerin auch den Grund, weshalb Masken nicht zu lange getragen werden sollten und sie zeigte anschaulich das sachgemäße Anlegen einer Maske.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Sandra Hoff, Apothekerin und Inhaberin der Löwen-Apotheke in Baden-Baden:

goodnews4: Frau Hoff, die Maßnahmen, die wegen der Corona-Krise beschlossen wurden, werden etwas gelockert. Der Preis dafür ist jedoch, dass wir jetzt eine sogenannte «Maskenpflicht» in Baden-Württemberg haben, ab Montag. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat das in seiner Stellungnahme bekanntgegeben. goodnews4.de hat alles live übertragen. Der Gesetzesgeber erlaubt ja für den Mund- und Nasenschutz ausdrücklich alles, auch Schals und so weiter.

Sandra Hoff: Das ist richtig, ja.

goodnews4: Es müssen also keine FFP2-Masken sein. Sie, Frau Hoff, verkaufen in Ihrer Apotheke auch Mund- und Nasenschutz?

Sandra Hoff: Ganz genau, ja.

goodnews4: Was sollte man denn über diese verschiedenen Möglichkeiten, sich zu schützen, wissen oder was sollte man beachten?

Sandra Hoff: Also es gibt einfach unterschiedliche Kategorien. Die Einmalmasken zum Beispiel, die Sie jetzt hier sehen, die haben zum Beispiel in dem Sinne nur einen Schutz, dass wenn man selber krank ist, dass man das nicht übertragen kann.

Bei den etwas hochwertigeren, sage ich jetzt mal, das nennt sich ja FFP2 oder FFP3 – deswegen, ich habe jetzt mal einen mit so einem Filter mitgebracht, die benutzen wir beispielsweise im Labor – die haben einfach auch den Schutz, dass wenn man zum Beispiel einkaufen geht im Supermarkt oder so, dass man eben dann, falls da jemand wäre, der Covid hat, dass man sich dann auch nicht anstecken kann. Und das ist eigentlich, wo auch der Unterschied ist zu diesen selbstgemacht oder zu den Schals, dass man eben davon ausgehen kann, dass dieser Schutz einfach unterschiedlich ist.

goodnews4: Muss man ein schlechtes Gewissen haben, wenn man eine FFP2- oder sogar FFP3-Maske kauft?

Sandra Hoff: Ganz genau ist mir das natürlich nicht bekannt, wie jetzt die Kliniken und Arztpraxen ausgestattet sind damit, aber wir haben tatsächlich jetzt ganz gute Mengen bekommen und wir können das auch anbieten. Ich würde sagen, so in nächster Zeit werden auch sicher viele Lieferungen vorhanden sein, sodass eigentlich alle versorgt werden können. Hoffe ich zumindest. Also es ist im Moment noch knapp, das ist richtig, aber ich hoffe mal, dass es sich demnächst etwas entspannen wird.

goodnews4: Und kann ich jede Maske mehrfach verwenden und unter welchen Voraussetzungen? Wie muss ich die denn putzen, sauber machen?

Sandra Hoff: Also die selbstgemachten oder selbstgenähten Masken, die kann man zum Beispiel waschen und dann beispielsweise im Ofen so bei 60 oder 70 Grad ungefähr 10 bis 15 Minuten heißen sozusagen und dann dementsprechend wieder erneuern, sodass man die wieder aufsetzen kann.

Diese Einmalmasken, das geht natürlich in keinem Fall, sobald die feucht werden, kann man die eigentlich entsorgen.

Diese (FFP3) bekommt man so gut wie gar nicht mehr. Deswegen spreche ich jetzt mal über diese FFP2-Masken. Die kann man tatsächlich wieder verwenden. Man sprüht die quasi mit Desinfektionsspray aus, Wunddesinfektionsspray geht genauso wie Händedesinfektionsspray. Man sprüht es aus, innen und außen und stellt das dann so auf, auf einer wirklich trockenen Stelle und sobald das wirklich richtig trocken ist, kann man sich die wieder aufsetzen. Es ist natürlich so, die haben immer eine begrenzte Lebensdauer, die kann man nicht ewig wiederbenutzen. Aber für einen kurzen Einkauf oder so etwas, muss man sie nicht gleich wegwerfen, man kann sie dann eben öfter benutzen.

goodnews4: Welche Gefahren sehen Sie denn bei der Maskenpflicht?

Sandra Hoff: Gefahren in dem Sinne, wahrscheinlich nicht. Aber ich sehe einfach die Problematik, dass, wenn man die Masken aufhat, auch gerade diese intensiveren FFP2-Masken, die sehr eng auf dem Gesicht aufliegen, dass man verstärkt CO2 ausatmet und dieses dann eben wieder einatmet, was dazu führt, dass man kurzatmig wird, dass man sehr schnell müde wird, dass man Konzentrationsprobleme bekommt, auch Herzprobleme bekommen kann, gerade derjenige, der eben schon schwer atmet durch Asthma oder wie auch immer, dass der natürlich dadurch auch wirklich Schwierigkeiten mit der Atmung hat. Man muss halt einfach sehen, dass man in der Zeit, wo man dann die Maske trägt, zum Beispiel im Supermarkt oder im Bus, dass man dann sich die Zeit nimmt, um möglichst die Maske wieder abzusetzen und zu regenerieren. Also wir sagen zum Beispiel im Team: Wenn diejenigen zwei Stunden oder eine Stunde vorne sind, dass die mindestens eine Stunde oder zwei Stunden wirklich auch ohne Maske dann hinten oder im Aufenthaltsraum sind, dass sie sich einfach regenerieren können. Ich weiß natürlich, im Klinikum ist das alles nicht möglich, aber wir versuchen, das natürlich für das Team so zu lösen, weil es einfach anstrengend ist.

goodnews4: Zum Gebrauch der Masken selbst: Man hat ja gesehen, dass sogar Gesundheitsminister Spahn Fehler machen kann beim Aufsetzen der Maske. Können Sie den goodnews4-Zuschauern kurz zeigen, wie man eine FFP2-Maske richtig trägt?

Sandra Hoff: Ja, das mache ich gerne. Grundsätzlich ist es so, es wird ja gesagt, dass man, wenn man eine Maske aufhat, sich eben viel, viel öfter ins Gesicht fasst und ich glaube, das ist auch so ein bisschen die Gefahr dabei, dass man denkt, «wenn ich die Maske aufhabe, dann bin ich jetzt sicher». Deswegen ist es immer wichtig, sich nochmal zu erinnern.

Wenn ich die Maske aufsetze, Hände gut waschen. In dem Falle habe ich jetzt nur die Möglichkeit, meine Hände zu desinfizieren und die Maske möglichst hier an diesen – ich sage mal – Gummis anfassen. Hier gibt es meistens noch mal eine Vorgabe mit so einer Spange, speziell für die Nase gedacht. Man setzt sie dann halt so auf, dass man diese Spange über die Nase zieht und quasi die Gummis über die Ohren. Setzt sie nochmal entsprechend fest. Wichtig ist, dass sie über die Nase fest sitzt. Also, dass man sie nochmal bisschen fixiert hier und dass sie auch hier am Kinn sitzt. Mund- Nasenschutz bedeutet, wirklich über die Nase und auch über den Mund. Was ich sehr oft sehe ist, dass einfach entweder der Mund ausgelassen wird oder die Nase. Das funktioniert natürlich dann nicht.

Oder aber, bei solchen einfachen Masken oder Einmalmasken, was ich auch sehr häufig sehe ist, dass sie genau falsch herum benutzt werden. Hier gibt es auch so einen kleinen Draht, den setzt man auch entsprechend über die Nase. Das Blaue muss außen sein und das Weiße kommt nach Innen. Das muss genau so auch abschließen.

Übrigens bei den selbstgemachten finde ich ganz wichtig, dass die hier an der Seite abschließen. Was ich sehr häufig seh, ist, dass hier sehr viel Luft durchkommt und dementsprechend natürlich der Schutz auch nicht wirklich da ist.

goodnews4: Dann bedanke ich mich für das Interview, Frau Hoff. Und bleiben Sie gesund.

Sandra Hoff: Ja, ebenso. Danke schön.

Das Interview führte Reyhan Celik für goodnews4.de

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