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Kommentar von Christian Frietsch

BNN lobt sich für Rolle in der Leo-Affäre – Zeiten von „Falschmeldungen“ und „erstarkendem Rechtpopulismus“

BNN lobt sich für Rolle in der Leo-Affäre – Zeiten von „Falschmeldungen“ und „erstarkendem Rechtpopulismus“
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen möglicher Umweltverstöße der Firma Weiss sind noch nicht abgeschlossen. Foto: Archiv

Baden-Baden, 07.11.2019, Kommentar: Christian Frietsch Verwundert rieb sich gestern mancher Leser der Karlsruher Zeitung BNN die Augen. In einem ausführlichen Bericht in einer ihrer Ausgaben lobt die Zeitung sich selbst für ihre Rolle bei der Aufdeckung der Baden-Baden Leo-Affäre.

In Zeiten von «Falschmeldungen» und «erstarkendem Rechtpopulismus» sei «das Vertrauen in unabhängige Berichterstattung sehr wichtig», heißt es in der Zeitung. Noch gestern erinnerte aber ein Leser die BNN daran, dass nicht sie, sondern goodnews4.de den Skandal aufgedeckt hatte.

Noch unmittelbar vor der Aufnahme der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Baden-Baden hatte der stellvertretende Fraktionschef Klaus Bloedt-Werner in einem offenen Brief die Baden-Badener Oberbürgermeisterin aufgefordert, gegen die Berichte von goodnews4.de strafrechtlich vorzugehen. Weder darüber berichtete die BNN, noch über den Sachverhalt der Abhöraktion des Bauunternehmers Weiss im Februar 2017, wo dieser seine ausgewählten Gäste mit seinem Smartphone illegal aufzeichnete.

Zu dieser sogenannten Pressekonferenz hatte der Bauunternehmer am 1. Februar 2017 für den 3. Februar 2017 die beiden Zeitungen BNN und BT gemeinsam mit den Baden-Badener Fraktionsvorsitzenden in sein Büro geladen. Die «Pressekonferenz» richtete sich gegen die Berichterstattung von goodnews4.de.

Die Fraktionschefs von CDU, Freie Wähler, SPD und Grünen folgten dem Ruf in das Büro des Bauunternehmers, ebenso wie die genehmen Medien BT und BNN. In einer E-Mail an die Politiker ging schon hervor, dass die beiden Zeitungen der Einladung folge leisten würden. Beide Zeitungen sollten nach dem Willen des Bauunternehmers «die Missstände» aufbereiten, wie es in der E-Mail vom 1. Februar 2017 heißt. Damit war nichts anderes gemeint als die Berichterstattung von goodnews4.de über Ungereimtheiten bei der Auftragsvergabe zur Sanierung des Leopoldsplatzes.

Die Pressekonferenz im Büro des Bauunternehmers konnte die Aufnahme der Ermittlungen durch Staatsanwaltschaft und Polizei wegen des Verdachts auf illegale Preisabsprache, Korruption und Umweltverstöße aber nicht aufhalten. goodnews4.de berichtete.

Die Rolle von BNN und BT waren im angemahnten Kampf gegen «Falschmeldungen» und Fake News wohl eher kein vorbildliches Verhalten. Sich nun mit fremden Federn zu schmücken, kann daran auch nichts ändern. bnn.de.

Die E-Mail vom 01. Februar 2017 des Bauunternehmers Weiss im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

da die Berichterstattungen in den letzten Tagen bezüglich der Baustelle am Leopoldsplatz derart negativ sind und sowohl unsere Firma als auch meinen Sohn Oliver Weiss in das falsche Licht rücken, finden wir es angemessen Sie zu einem Termin einzuladen. An diesem Termin wird das BT und die BNN teilnehmen, in dem die Missstände der letzten Tage aufbereitet werden.

Der Termin ist am Freitag, den 03.02.2017 um 14 Uhr bei uns in der Oliverstraße 7 in Baden-Oos.

Die E-Mail vom 02. Februar 2017 von Heinrich Liesen im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Weiss,

vielen Dank für die Einladung am Freitag.

Die Kritik am zeitlichen Ablauf der Ausschreibung und dem Procedere zur Ausschreibung «Leo» betrifft von unserer Seite die Stadtverwaltung, nicht Ihre Firma. Auch die damit einhergehende Verschleierung der Kostensteigerung.

Diese Problematik kann nicht in einem Gespräch gelöst werden, zu dem Sie einladen. Deshalb bitten wir um Verständnis, dass wir Ihrer Einladung nicht Folge leisten.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrage der FBB
Heinrich Liesen


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