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Sanierung Luisenstraße beginnt im November

Herz der Baden-Badener Innenstadt wird größer - Bürgermeister Alexander Uhlig: "Verlängerung bis Fußgängerüberweg an der Sternstraße" - Peter Kruse zur Eröffnung Europäischer Hof: "Mitte 2020"

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Peter Kruse und Alexander Uhlig

Baden-Baden, 16.10.2018, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Vielleicht hatte Alexander Uhlig die schwelenden staatsanwaltlichen Ermittlungen zum Leopoldsplatz im Hinterkopf als er im goodnews4-VIDEO-Interview zur bevorstehenden Nachbarbaustelle des Leopoldsplatzes eine gute Nachricht loswerden wollte: «Bei der Luisenstraße haben wir ein seltenes Ereignis, nämlich eine Ausschreibung der Stadt Baden-Baden kann auf Anhieb vergeben werden. Die Firma Reif hat ein Angebot abgegeben, das genau in unserem kalkulierten Rahmen liegt, 2.075.000 Euro für die Sanierung der Luisenstraße und der Inselstraße», die schon im November beginnen soll.

Dann führte das Interview mit dem Ersten Bürgermeister aber auch auf die Situation seiner Mitarbeiter in unserer im buchstäblichen Sinne aufgewühlten Stadt.

«Wir überlegen uns auch immer, ob nicht irgendwann mal die Grenze erreicht ist, was den Menschen noch zuzumuten ist», beschrieb Alexander Uhlig die Arbeitsbelastung seiner Mitarbeiter im Baden-Badener Baudezernat. Doch für eine Reihe von Baumaßnahmen quer durch die Stadt sieht er keine zeitliche Alternative. «Wenn wir mit der Luisenstraße in zwei, drei Jahren begonnen hätten, wenn der Europäische Hof fertig ist, hätte niemand verstanden, dass wir danach kommen und die Straße aufreißen.»

Die Renaissance des Fünf-Sterne-Hotels Europäischer Hof und die Sanierung der Luisenstraße bringen noch eine ganz andere städtebauliche Qualität von eigentlich historischen Ausmaß mit sich, denn das Herz der Innenstadt wird sich zumindest geografisch vergrößern. Verkehrstechnisch wird auf die Bürger einiges zukommen, auch der öffentliche Nahverkehr muss sich anpassen. Die Busse fahren während der Baumaßnahme in der Luisenstraße im Einbahnverkehr Richtung Hindenburgplatz. Die Busse in der Gegenrichtung fahren weiterhin durch die Lichtentaler Allee und Kaiserallee. Für die Zeit der Sanierung der Inselstraße voraussichtlich ab Februar muss noch eine Wendemöglichkeit für die Busse gefunden werden. «Der Bauzeitenplan sieht vor, dass die Firma Reif Anfang November beginnt und im September 2019 mit der Maßnahme fertig wird», sagte Alexander Uhlig zu der wahrscheinlichen Dauer der Bauarbeiten.

Der neue Teil des Herzes der Innenstadt soll dann fertig sein, wenn auch der Eurpäische Hof seine fünf Sterne wieder leuchten lassen will. Auf die unerwarteten Hindernisse bei der Renovierung des Europäischen Hofs ging der verantwortliche Architekt Peter Kruse ebenfalls in einem goodnews4-VIDEO-Interview ein.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Peter Kruse, Architekt Europäischer Hof:

goodnews4: Peter Kruse, was ist denn der aktuelle Stand beim Bauprojekt Europäischer Hof?

Peter Kruse: Der aktuelle Stand ist erfreulicherweise, dass wir aus dem «Schlimmsten» draußen sind. Konkret bedeutet das, dass die Grundarbeiten weitgehend abgeschlossen sind, dass die Reparaturen der beschädigten Holzteile, bis auf ein Dach, wo wir noch dran müssen, soweit abgeschlossen sind. Das heißt, die Überraschungen müssten sich langsam deutlich reduzieren und der normale Baubetrieb hält Einzug. Man sieht es ja auch, wenn man den Fortschritt vor Ort betrachtet, es geht jetzt in einer Geschwindigkeit voran, die wir uns schon ein paar Wochen früher gewünscht hätten, aber man musste halt erst noch andere Dinge erledigen.

goodnews4: Was waren denn die größten Hürden der letzten Monate und wieviel Bauzeit hat Sie das gekostet?

Peter Kruse: Die größten Hürden lassen sich eigentlich auf zwei Themen reduzieren. Das eine waren Holzschäden. Holzschäden waren gravierend, Holzschäden waren umfangreich, viel umfangreicher als man das erwartet hat, weil man das erst durch Rückbau verschiedener Verkleidungen erkennen konnte. Und das zweite Thema ist die Abdichtungsqualität des Bestandes, wobei das Wort «Qualität» mit Vorsicht zu genießen ist, da musste vieles nachgeholt und nachgearbeitet werden, von dem man erwartet durfte, dass es besser war.

goodnews4: Wie ist denn jetzt der weitere Zeitplan und rechnen Sie noch mit Überraschungen?

Peter Kruse: Überraschungen sind natürlich am Bau immer möglich und kann man nicht prophetisch genau vorhersagen, aber ich denke, die ganz großen Themen müssten, wie gesagt, erledigt sein. Wir hoffen, dass wir jetzt Mitte 2020, wir hatten immer Ende 2019 angestrebt, mit einem kleinen Fragezeichen, nicht genau wissend, ob wir es schaffen, aber aktuell sagen wir: Mitte 2020 kriegen wir es hin.

goodnews4: Heute stand die Sanierung der Luisenstraße im Mittelpunkt des Pressegesprächs. Was ist von Seiten des Europäischen Hofs genau geplant in der Luisenstraße, wie sehr wird die Luisenstraße ihr Gesicht verändern?

Peter Kruse: Die wird ihr Gesicht deutlich verändern. Da sind wir auch froh, dass die Stadt, obgleich dieser ganzen baulogistischen Probleme, die sich daraus ergeben, jetzt die Luisenstraße gleich mitmacht, weil dann wird die Luisenstraße fertig sein, wenn der Europäische Hof auch fertig ist. Das ist toll, weil da viele Infrastrukturmaßnahmen, Kanalarbeiten und so weiter erfolgen müssen. Der große Vorteil für die Luisenstraße und damit auch für den Europäischen Hof wird ein ausreichend breiter Gehwegbereich auf Seiten des Europäischen Hofs sein, dort werden Ladengeschäfte kommen und es entsteht ein Boulevard, der diesen Abschnitt von Baden-Baden deutlich attraktiver macht und beide Seiten gleichwertig macht.

goodnews4: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Alexander Uhlig, Erster Bürgermeister von Baden-Baden:

goodnews4: Herr Bürgermeister, Alexander Uhlig, was sind die wichtigsten Zahlen und Fakten zur Sanierung der Luisenstraße?

Alexander Uhlig: Bei der Luisenstraße haben wir quasi ein seltenes Ereignis, nämlich eine Ausschreibung der Stadt Baden-Baden kann auf Anhieb vergeben werden. Die Firma Reif hat ein Angebot abgegeben, das genau in unserem kalkulierten Rahmen liegt, 2.075.000 Euro für die Sanierung der Luisenstraße und der Inselstraße, wobei da ist noch der Kanal mit dabei und noch Versorgungsleitungen der Stadtwerke.

goodnews4: Was wird denn genau gemacht, was steht auf der Agenda und gibt es einen zuverlässigen Zeitplan?

Alexander Uhlig: Gut, nachdem das Bauen immer noch unter freiem Himmel stattfindet, ist man auf die Hilfe von oben angewiesen. Der Bauzeitenplan sieht vor, dass die Firma Reif Anfang November beginnt und im September 2019 mit der Maßnahme fertig wird.

goodnews4: Was beinhaltet die Baumaßnahme genau?

Alexander Uhlig: Es sind Tiefbaumaßnahmen, Kanalbaumaßnahmen, Versorgungsleitungen und letztlich eine völlig neue Straßengestaltung der Luisenstraße und auch die Inselstraße wird noch hergerichtet, wobei da die gestalterischen Möglichkeiten begrenzt sind, denn die Inselstraße ist so schmal und links und rechts hat es Häuser, so dass wir da nur eine neue Straße reinlegen können. Aber bei der Luisenstraße wird man den Unterschied stark merken, gerade auf der Seite des Europäischen Hofs, denn der Europäische Hof hatte in der Vergangenheit ja immer nur eine Rückseite, einen Hinterhof, und das wird der neue Haupteingang des Europäischen Hofs werden und da legen wir einen Gehweg mit rund vier Metern, teilweise geht es sogar bis fünf Meter, Breite, hin, damit der Europäische Hof einen richtigen Auftritt hat, damit es eine großzügige Gestaltung vor dem Haupteingang ist.

goodnews4: Die Promenier-Meile reicht vom Augustaplatz bis zum Leopoldsplatz bis zum Restaurant Leo‘s. Wird denn die Café- und Shopping-Meile bald noch etwas länger, gibt es dafür ausreichend Publikum?

Alexander Uhlig: Ja gut, so wie ich es verstanden habe, wird der Europäische Hof auch Schaufenster und eine Ladenzeile bieten. Wenn Sie auf beiden Seiten etwas darstellen und die Menschen dort gehen und sich aufhalten können, dann ist das durchaus eine Verlängerung der Innenstadt bis hin zu dem Fußgängerüberweg an der Sternstraße, da schließt dann ja Wagener an, es ist also eine gute Abrundung des Verkaufsgeschehens.

goodnews4: Man muss Neues wagen, sonst bleibt man stehen. Aber im Moment geht es ja doch rund in Baden-Baden mit einer ganzen Reihe von öffentlichen und privaten Bauprojekten. Immer wieder dabei nennen muss man die Bau-Projekte auf dem SWR-Gelände, Medienzentrum und «Tannenhof», man denke an die Südliche Neustadt. Stößt der Erste Bürgermeister mit seinem Baudezernat so langsam an seine Grenzen?

Alexander Uhlig: Also wir sind sehr, sehr gut ausgelastet, was Baumaßnahmen anbelangt. Wir überlegen uns auch immer, ob nicht irgendwann mal die Grenze erreicht ist, was den Menschen noch zuzumuten ist. Auf der anderen Seite: Es gibt Notwendigkeiten zu bauen, wenn wir mit der Luisenstraße in zwei, drei Jahren begonnen hätten, wenn der Europäische Hof fertig ist, hätte niemand verstanden, dass hier ein neues Fünf-Sterne-Hotel eröffnet und wir dann danach kommen und die Straße aufreißen. Dafür hätte niemand Verständnis entwickelt. Oder ich nehme das Stichwort Fieserbrücke, da ist einfach die technische Notwendigkeit, dass wir uns der Maßnahme widmen und dann eben auch schauen, wie wir die möglichst verträglich abwickeln, aber da werde ich dann drüber berichten, wenn es soweit ist.

goodnews4: Was wünschen Sie sich denn von den Baden-Badener Bürgern? Geduld oder auch Hinweise, wenn mal etwas schief läuft?

Alexander Uhlig: Sowohl als auch, sowohl als auch. Wir sind für Verbesserungsvorschläge selbstverständlich aufgeschlossen. Es gibt immer irgendwas besser zu machen, man muss aber auch anschauen wie die Zusammenhänge sind und Geduld ist mit der Fülle an Baumaßnahmen auf jeden Fall angebracht.

goodnews4: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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