Leserbrief
Lesebrief „Meine Meinung“ – Ausstellung „Juden in Hannover gestern und heute" – „Warum auch nicht bei uns?“
Baden-Baden, 31.01.2022, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leserin Dr. Helena Reich Stellung.
Am 10.10.1974 sprang Joseph Wulf aus dem Fenster seiner Berliner Wohnung in den Tod. Auf seinem Schreibtisch blieb der Zettel: «Denk an sechs Millionen.»
Wulf hat lange vergebens dafür gekämpft, die Wannseevilla zur Gedenkstätte umzuwandeln. Kein Erfolg war ihm beschieden.
Nein, ich habe nicht so viel Mut wie Wulf und mit 90 lebe ich noch und sehe zu, wie dieselbe Geschichte weiter geht, obwohl in viel kleiner Dimension – in der Stadt Baden-Baden. In Hannover z.B. ist eine Ausstellung «Juden in Hannover gestern und heute». Warum auch nicht bei uns? Gibt es nicht Quellen darüber genug, ob Archive, Medien, Geschichte? Ein alter Jüdischer Friedhof, eine große Gemeinde? Lebten nicht einige Überlebende hier? Konnte man nicht einige Interviews durchführen? Nicht unbedingt mit Führungskräften, die vielleicht staatliche Finanzierung beziehen. Die Totenstille ist doch das beste Feigenblatt, das Antisemitismus bedeckt. Und von diesem käme vielleicht was heraus. Ja, eine Ausstellung über die Juden gestern und heute wäre brenzlig oder?
Dr. Helena Reich
Baden-Baden
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