Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung” – „Am Krieg in der Ukraine ist aber nichts ambivalent, Herr Kuhs“
Baden-Baden, 09.04.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Volker Lorenz Stellung zu dem Leserbrief von goodnews4-Leser Holger Nagel Leserbrief «Meine Meinung» – «SPD-Stadtrat Sven Bohnert hat zur Frage der Städtepartnerschaften mit Menton, Jalta und Sotschi Haltung gezeigt».
Mein ausdrücklicher Dank an Herrn Holger Nagel für seinen Leserbrief zur sich Putins Russland anbiedernden AfD. Die von Herrn Nagel angeprangerte Russlandnähe dieser rechtspopulistischen Partei findet man aber nicht nur in Sachsen oder Thüringen, sondern auch in unserer Region. Der jüngst in den Stuttgarter Landtag gewählte Baden-Badener AfD-Gemeinderat Joachim Kuhs drückt sich geschickt davor, klare Aussagen zu Putins Unrechtsregime zu treffen. In einem Interview mit goodnews4 meinte er vor knapp vier Jahren:
«Ich habe mich bisher daran gehalten, dass ich zu diesen Fragen, wenn es um den Ukraine-Krieg geht, mich zurückhalte. Ich wollte mich da auch nicht irgendwie zwischen die Stühle setzen, weil ich weiß, wie ambivalent diese ganzen Dinge sind ...» (goodnews4 vom 14.09.2022)
Am Krieg in der Ukraine ist aber nichts ambivalent, Herr Kuhs. Es ist ein von Putin begonnener völkerrechtswidriger Angriffskrieg. Die Ursachen dieses Krieges liegen allein in Putins imperialistischer Außenpolitik und seinen nationalistischen Träumen von einem Groß-Russland. Der Kriegsverbrecher Putin lässt in der Ukraine Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Wohnhäuser bombardieren. Ukrainische Kinder werden nach Russland verschleppt und deren Mütter von russischen Soldaten vergewaltigt. Im ukrainischen Ort Butscha wurden an die 500 ukrainische Zivilisten von russischen Soldaten ermordet und teilweise vorher noch gefoltert. Warum fällt es Herrn Kuhs so schwer, diese Tatsachen einfach klar auszusprechen?
In einem Interview mit goodnews4 vom 21.05.2024 lobte Joachim Kuhs in Bezug auf Erdgaslieferungen die «langjährige Vertragstreue von Russland uns gegenüber» und bedauerte, dass Deutschland diese Verträge nun «einseitig gekündigt und das aufgegeben hat». Hätte Herr Kuhs keine moralischen Skrupel, wenn Deutschland mit dem Verbrecherregime von Putin weiterhin fröhlich Handel treiben würde? Den von Putin vom Zaun gebrochenen völkerrechtswidrigen Krieg bezeichnet er lediglich als «keine gute Geschichte, was da derzeit läuft». Eine klare Distanzierung von Putin und seinem Angriffskrieg hören wir auch hier nicht von Herrn Kuhs. Man fragt sich, wie diese kritiklose Nähe von Joachim Kuhs zu Putins Terrorherrschaft mit seinem von ihm immer wieder hervorgehobenen christlichen Glauben und seiner Führungsrolle innerhalb der Vereinigung «Christen in der AfD» zu vereinbaren ist. Sollte man als Christ eigentlich nicht auf Seite der Entrechteten, Unterdrückten und Verfolgten stehen, anstatt sich scheinbar neutral aus der Sache rauszuhalten oder gar auf Seite der Mächtigen, Unterdrücker, Schlächter und Ausbeuter zu positionieren?
Volker Lorenz
Sinzheim-Kartung
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