Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Antwort an die „Chefärzte“ – „Strukturen, die Sie mitgeschaffen haben. Strukturen, die Sie selbst als nachteilig für die Patienten bewerten“
Baden-Baden, 19.11.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Karl-Georg Degenhardt Stellung zu dem goodnews4-Bericht Zorniger Brief des Klinikum Mittelbaden gegen Bürgerbegehren – Das letzte Wort haben nun die Bürger von Baden-Baden.
«Zum offenen Brief der Chefärztinnen und Chefärzte des Klinikum Mittelbaden vom 15. November 2024»
Sehr geehrte Damen und Herren,
sicherlich gebührt Ihnen Respekt für Ihre Leistungen in Ihrem medizinischen Fachgebiet und für die eindrucksvollen Titel, die Sie als Kapazitäten auf diesem Feld ausweisen.
Ebenso sicher ist jedoch, dass Sie keine geeigneten Schiedsrichter sind, wenn es darum geht aufzuzeigen, wann ein demokratischer Prozess abgeschlossen ist oder eben nicht. In unserer Demokratie regelt dies das Gesetz – und das ist auch gut so.
Zur Information: Ein Bürgerbegehren und ein anschließender Bürgerentscheid sind legitime und demokratisch verankerte Mittel, die auch Sie respektieren sollten. Die Bürgerinnen und Bürger Baden-Badens haben das Recht, das letzte Wort zu haben. Vielleicht denken Sie einmal darüber nach, warum so viele Menschen genau dieses Mittel unterstützen – obwohl Sie der Meinung sind, die Bevölkerung sei bereits ausreichend befragt worden.
Jeder Tag, den Sie durch Verzögerungen verlieren, indem Sie ein tendenziöses und in Teilen sachlich falsches Gutachten als Entscheidungsgrundlage heranziehen, verlängert die alten Strukturen, die Sie mitgeschaffen haben. Strukturen, die Sie selbst als nachteilig für die Patienten bewerten. Wo, bitte, sind die Patienten- und Mitarbeiterbefragungen, die diese Missstände dokumentieren könnten? Wo sind die Konsequenzen, die daraus gezogen wurden?
Jeder weitere Tag, an dem Sie Politikern das Wort reden, die auf unvollständige oder unveröffentlichte Gutachten setzen und Entscheidungen ohne fundierte sachliche Grundlage treffen, benachteiligt die Menschen, die Ihrer Verantwortung unterstehen, und gefährdet deren Zukunft.
Jeder Tag, an dem Sie eine Lösung für unsere Stadt Baden-Baden unterstützen, die unverhältnismäßige Kosten verursacht und gleichzeitig den vollständigen Verlust der Mitsprache bedeutet, ist ein verlorener Tag – für unsere Selbstbestimmung und unser finanzielles Überleben. Jeder Meinungsbildner und Vertreter der Bevölkerung Baden-Badens hat die Pflicht, einem solchen Gesellschaftsvertrag entschieden entgegenzutreten.
Jeder Tag, an dem Arbeitsplätze für den Wirtschaftsstandort Baden-Baden vernichtet werden, schwächt unsere Fähigkeit, eine optimale Gesundheitsversorgung zu finanzieren.
Jeder Tag, an dem Lohnzahlungen nicht in die Region fließen, sondern verloren gehen und damit unsere Kaufkraft und den lokalen Konsum schwächen, verschärft die finanzielle Belastung der Stadt Baden-Baden und engt damit den Handlungsspielraum ein.
Jeder Tag, an dem die Weltstadt Baden-Baden keine eigene Klinik mehr betreiben kann und keinen Einfluss auf das Geschehen der verantwortlichen Gesellschaft hat, ist eine Katastrophe für unseren Markenkern als ‚Gesundheitsstadt‘. Bitte bedenken Sie, wer letztlich die regelmäßig von Ihrer Gesellschaft erwirtschafteten enormen Verluste und die Schädigung unseres Wirtschaftsstandortes tragen muss.
Jeder Tag, den die einseitigen Befürworter des Standortes «Am Münchfeldsee» damit verbringen, kritische Meinungen zu unterdrücken, verlängert den gesamten Prozess unnötig.
Jeder Tag, an dem die Bevölkerung gezwungen wird, sich statt durch einen fairen Dialog über eine demokratische Notbremse – dem Bürgerbegehren – Gehör zu verschaffen, liegt in der Verantwortung jener, die versucht haben auszusperren, die Spielregeln zu ihren Gunsten zu verbiegen.
Jeder Tag, an dem Sie für eine Lösung nach dem Motto «Augen zu und durch» plädieren, treiben Sie eine erkennbare Fehlentscheidung voran – und schadet genau jenem Patientenwohl, das Sie zu schützen vorgeben.
Bitte überprüfen Sie nochmals Ihr demokratisches Verständnis. Es gibt ein paar Überraschungen für Sie, die zeigen, wie schnell man vernünftige Anliegen vorantreiben kann. Dazu brauchen Sie lediglich Wochen und kein Jahr. Achten Sie auf die Presse. Verschwenden Sie keinen Tag mehr und hören Sie genau zu, was Ihre Patienten von Ihnen erwarten.
Mit freundlichen Grüßen
Karl-Georg Degenhardt
Baden-Baden
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