Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Ausdruck Ihrer Sorge um Baden-Baden“ – „Kritischer, aber auch konstruktiver Diskurs“
Baden-Baden, 21.01.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Oliver Gahn-Schuster Stellung zu dem Leserbrief von goodnews4-Leser Wolfgang Holstein Leserbrief «Meine Meinung» – «Situation in Baden-Baden» – «In der freien Wirtschaft müsste eine Firma Konkurs anmelden».
Sehr geehrter Herr Holstein,
Ihr ausführlicher Leserbrief bietet eine Fülle an Kritikpunkten und Einblicken, die zweifellos Ausdruck Ihrer Sorge um Baden-Baden sind. Als Bürger dieser Stadt teile ich viele Ihrer Beobachtungen, möchte jedoch einige Aspekte differenzierter betrachten.
Ihre Einschätzung zur finanziellen Lage Baden-Badens und der Rolle des Gemeinderats trifft sicherlich einen wunden Punkt. Doch die Komplexität kommunaler Finanzen und politischer Entscheidungen darf nicht ausschließlich auf die Berufs- oder Lebenshintergründe der Stadträte reduziert werden. Wir brauchen einen Gemeinderat, der unterschiedliche Perspektiven vertritt – dazu gehören Unternehmer ebenso wie Menschen aus anderen Berufsgruppen, die möglicherweise andere Kompetenzen einbringen. Die pauschale Abwertung dieser Vielfalt führt eher zu Polarisierung als zu konstruktiver Lösungsfindung.
Auch Ihre Kritik an der Stadtentwicklung, insbesondere im Bereich Tourismus, hat Substanz. Ja, der Massentourismus allein wird Baden-Baden nicht weiterbringen. Aber eine attraktive Innenstadt, die sowohl Gäste als auch Einwohner anspricht, erfordert konkrete, umsetzbare Vorschläge. Pauschale Forderungen nach der Auflösung von Institutionen wie der Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH tragen wenig zur Lösung bei, wenn nicht klar ist, wie alternative Strukturen effizienter arbeiten sollen.
Bezüglich Ihrer Ausführungen zur Arbeitslosigkeit möchte ich darauf hinweisen, dass soziale und wirtschaftliche Herausforderungen oft tief verwurzelt sind. Statt Schuldzuweisungen gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen sollten wir die Ursachen analysieren und gemeinsam Lösungen entwickeln, die sowohl Integration als auch Beschäftigung fördern. Die von Ihnen genannten Zahlen mögen erschreckend sein, aber eine differenzierte Betrachtung ist hier entscheidend.
Ihr Appell, sich verstärkt um den Erhalt der Lichtentaler Allee und anderer stadtbildprägender Elemente zu kümmern, ist absolut berechtigt. Es bleibt in der Tat eine große Aufgabe, unser Weltkulturerbe nachhaltig zu bewahren. Hier ist langfristige Planung gefordert – und der Druck auf die Verantwortlichen, Prioritäten richtig zu setzen.
Insgesamt wünsche ich mir von uns allen eine Diskussion, die auf Lösungen abzielt und den Dialog sucht, anstatt lediglich Defizite zu beklagen. Baden-Baden verdient einen kritischen, aber auch konstruktiven Diskurs, der das Wohl der Stadt und ihrer Bürger in den Mittelpunkt stellt.
Oliver Gahn-Schuster
Baden-Baden
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