Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Baden-Baden muss schmerzhafte Einsparungen vornehmen“ – „Fette Gehaltserhöhungen für Nora Waggershauser und Dr. Iber“
Baden-Baden, 17.02.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Jörg Riemer Stellung zu dem Leserbrief von goodnews4-Leserin Katja Knapp Leserbrief «Meine Meinung» – «Die Stadt spart an den Schwächsten» – «Baden-Badens Rollstuhlfahrer müssen ab 1.1.2026 zuhause bleiben».
Baden-Baden muss angesichts seiner katastrophalen Haushaltslage auch schmerzhafte Einsparungen im sozialen Bereich vornehmen. Deshalb werden jetzt auch Taxi-Fahrten für Menschen mit Behinderungen gestrichen. Der an Multiple Sklerose erkrankten und nur noch über 5 Prozent Sehkraft verfügenden Katja Knapp wurde zum Beispiel ihr Kontingent von 72 auf nur noch 24 Fahrten pro Jahr gekürzt. Die Hauptschuld an dieser unsozialen Entwicklung trifft die schwarz-grüne Landesregierung in Stuttgart: Sie drückt den Kommunen immer mehr Pflichtaufgaben (Aufnahme von Flüchtlingen, kostenintensive Erstellung von Plänen zur kommunalen Wärmeversorgung, erhöhte Standards im Gesundheitswesen und beim Feuerschutz) aufs Auge, sorgt andererseits aber nicht für eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Kommunen zur Erfüllung dieser Aufgaben. Die Herren Kretschmann und Strobl zwingen Baden-Baden direkt zur Kürzung aller freiwilligen Leistungen, bevor sie den Doppelhaushalt der Stadt genehmigen.
Es werden aber auch auf lokaler Ebene viele Fehler gemacht. Für überflüssigen Unsinn wird immer noch viel Geld rausgehauen: In die ineffiziente und defizitär arbeitende Kur und Tourismus GmbH werden ohne große Bedenken Millionen von Euro nachgeschossen. Für Klinikchef Thomas Iber und die Tourismus-Chefin Nora Waggershauser gab‘s vor kurzem noch fette Gehaltserhöhungen von 60.000 und 80.000 Euro. Für den Betrag dieser Gehaltserhöhungen könnten Menschen mit Behinderungen 2.000 Taxi-Fahrten pro Jahr bezahlt werden. Eine Klausurtagung der Mitglieder des Baden-Badener Gemeinderats im 5-Sterne-Hotel Erbprinz in Ettlingen war der Stadt 28.526 Euro wert. Von dem Betrag hätte man Menschen mit Behinderungen 400 Taxi-Fahrten bezahlen können. Man könnte hier noch endlos Beispiele von Geldverschwendung durch das Baden-Badener Rathaus aufzählen.
Natürlich muss unsere Stadt die Ausgaben runterfahren. Aber warum wird ausgerechnet an den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft gespart? Warum wird an sozialen Leistungen für Menschen gespart, deren Lebensschicksale sowieso schon sehr hart sind und die absolut keine Schuld an ihrer schwierigen Lebenslage trifft? Unser Baden-Baden wird zunehmend zu einer Stadt der sozialen Kälte. Dafür schäme ich mich als Bürger dieser Stadt.
Jörg Riemer
Baden-Baden
Wenn Sie auch einen Leserbrief an die Redaktion senden möchten, nutzen Sie bitte diese E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
In Ausnahmefällen veröffentlicht goodnews4.de Leserbriefe auch unter einem Pseudonym. Die tatsächliche Identität des Verfassers ist goodnews4.de in jedem Fall bekannt.
«Spielregeln» für Leserbriefe an goodnews4.de
Die Leserbriefseite «Meine Meinung» bieten ein Meinungs- und Diskussionsforum, für das es auch einiger «Spielregeln» bedarf. Diese Regeln, die zum Teil vom Presserecht und sonstigen Rechtsvorschriften vorgegeben sind, sollten diesen Maßgaben folgen. Leserbriefe geben die Meinung der Leser wieder, nicht die der Redaktion.
1. Der Verfasser eines Leserbriefes ist für diesen juristisch verantwortlich. Allerdings liegt bei goodnews4.de die publizistische und presserechtliche Verantwortung.
2. Ein Leserbrief darf scharfe Wertungen, Überspitzungen und deftige Kritik im Rahmen des öffentlichen Meinungsstreits enthalten. Beiträge, die Beleidigungen, falsche Tatsachenbehauptungen, Verleumdungen, persönliche Diffamierungen, drastisch überzogene Kritik an Personen enthalten oder das Andenken Verstorbener verunglimpfen, werden nicht veröffentlicht. Das gilt auch für Beiträge, die so genannte Schmähkritik enthalten. In diesem Zusammenhang: Gute Argumente überzeugen am besten. goodnews4.de veröffentlicht jeden Leserbrief, der diese Voraussetzungen erfüllt.
3. Leserbriefe sollten sich mit aktuellen Angelegenheiten von öffentlichem Interesse beschäftigen. Private Auseinandersetzungen werden aus redaktionellen, juristischen und presserechtlichen Gründen nicht veröffentlicht.
4. Anonyme Schreiben werden nicht veröffentlicht. Bei Pseudonymen muss die tatsächliche Identität des Verfassers bei goodnews4.de bekannt sein. Bei der Veröffentlichung eines Beitrags werden Vor-, Nachname und Wohnort genannt.
5. Beiträge von politischen Mandats- und Funktionsträgern, Vertretern von Organisationen, Verbänden, Institutionen und ähnlichen sind auf dieser Seite nicht vorgesehen, es sei denn sie antworten auf einen Leserbrief. Die genannten Vertreter haben andere Möglichkeiten, ihr Anliegen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen – zum Beispiel im redaktionellen Teil durch Pressemeldungen u.a.
6. Titelvorschläge (Überschriften) nehmen wir gerne entgegen, grundsätzlich entscheidet über die Titelsetzung aber die Redaktion.
7. Leserbriefe sollten elektronisch als E-Mail übermittelt werden und müssen die vollständige Adresse des Einsenders enthalten. Darüber hinaus benötigen wir eine Telefonnummer für eventuelle Rückfragen.
8. Der Einsender sollte erwähnen, worauf sich sein Beitrag bezieht. Sollte er sich auf einen goodnews4-Artikel beziehen, bitte mitteilen, wann dieser erschienen ist.
9. Für die Länge von Leserbriefen hat unsere Redaktion ein Limit von 2.000 Zeichen inkl. Leerzeichen gesetzt.
Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.







