Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Baden-Baden sollte seine Selbstständigkeit verlieren und dem Landkreis Rastatt zugeschlagen werden“ – „Ein großer Fackelumzug durch die Innenstadt“
Baden-Baden, 26.11.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Dieter Bleich Stellung zu dem goodnews4-Bericht 5.747 Baden-Badener haben unterschrieben – Bürgerbegehren heute Morgen an Bürgermeister Krammerbauer übergeben – Allianz von Grünen, CDU und SPD bleibt hart.
Die Älteren unter uns erinnern sich sicher noch daran: Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts sollte Baden-Baden seine Selbstständigkeit verlieren und dem Landkreis Rastatt zugeschlagen werden. Die Reaktion der Baden-Badener Bürger war überwältigend. Unter der Führung des damaligen Oberbürgermeisters Carlein (meines Erachtens der beste OB seit der Nachkriegszeit) fand ein großer Fackelumzug durch die Innenstadt statt, der mit einer Abschlusskundgebung auf dem Augustaplatz endete. Laut Polizei nahmen etwa 30.000 Bürger daran teil – bei einer Einwohnerzahl von rund 35.000. Viele Baden-Badener, darunter ganze Schulklassen, fuhren zudem nach Stuttgart, um an einer weiteren Kundgebung teilzunehmen.
Der damalige Baden-Badener Landtagsabgeordnete und Präsident des Landtags, Camill Wurz, war zwar erkrankt, kündigte jedoch an, sich notfalls auf einer Trage in den Landtag schleppen zu lassen, um gegen die Auflösung des Stadtkreises seine Stimme zu erheben. Solch mutigen Politiker sind heute leider selten! Ihr Einsatz war erfolgreich: Baden-Baden blieb selbständig.
Es sei am Rande erwähnt, dass viele Rastatter sich damals die Hände rieben, da nun die «arroganten» Baden-Badener ihre Nummernschilder (RA statt BAD) verlieren würden. Wenn man Liebe zur Heimatstadt mit Arroganz verwechselt, ja, dann waren und sind wir in Baden-Baden eben arrogant! Interessanterweise beantworten viele Rastatter ab einem Umkreis von 100 km die Frage nach ihrer Herkunft mit «Ich komme aus Baden-Baden!»
Was hat das nun mit dem Klinikum Mittelbaden zu tun? Baden-Baden ist weltweit bekannt, unter anderem auch in Russland, aufgrund seiner historischen Bedeutung. Sollte man unserer Stadt nun auch noch das Klinikum nehmen, dann wäre der Ruf des «Weltbads» endgültig dahin. Ich sehe in der aktuellen Auseinandersetzung um den Klinikstandort daher einen versuchten «nachträglichen» Angriff auf die Entscheidung der Kreisreform aus den 70er Jahren. Diesen Versuch dürfen wir nicht zulassen!
Zu guter Letzt muss ich gestehen, dass ich mich bei der letzten OB-Wahl in Herrn Späth getäuscht habe. Doch die nächste Wahl steht bevor, und dann werde ich meine Stimme zurückholen.
Dieter Bleich
Baden-Baden
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