Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Die 22 Minuten bei Igor Levit liegen im Rahmen der üblichen Interpretationen“ – Zum Gastkommentar von Inga Dönges

Baden-Baden, 21.04.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht Igor Levit und Daniel Harding in Baden-Baden – Zufriedenes Publikum spendete Beifall und freut sich auf Neues von der englischen Insel – Gastkommentar von Inga Dönges.

Inga Dönges gibt sich in ihrer Rezension des Konzerts mit Igor Levit und Daniel Herding im Festspielhaus in folgenden Worten verwundert, dass der 1. Satz des dargebotenen 1. Klavierkonzerts von Johannes Brahms entgegen den Tempoangaben in der Partitur sehr lang dauerte:

«Zu bemerken sei noch die Dauer des I. Satzes, die hier kein Brio in sich hatte. Die originale Metronom-Angabe lautet punktierte Halbe = 58. In diesem Tempo gespielt dauert der Satz knapp 17 Minuten. Heute Abend zeigte der Blick auf die Uhr ca. 22 Minuten.»

 

Mag sein, dass man bei sklavischem Verrechnen der Tempoangabe 58 mit der Anzahl der Takte des 1. Satzes auf die von Frau Dönges angegebenen knapp 17 Minuten Spieldauer kommt. Viele bedeutende Pianisten haben den 1. Satz dieses Klavierkonzerts von Brahms aber auch meist deutlich langsamer als nach Partiturangabe gespielt: Maurizio Pollini benötigt in seiner Aufnahme aus dem Jahr 2000 an die 21 Minuten. Emil Gilels kommt sogar auf 24`15 Minuten, und bei Artur Rubinstein sind es 21`37. András Schiff bewältigt in seiner Aufnahme von 2021 den ersten Satz in 22`06 Minuten. Bei Alfred Brendel und Hélène Grimaud sind es 22`40 und 23`50. Bei Krystian Zimmerman sind es 23,27. Der kanadische Pianist Glenn Gould braucht mit 25`48 Minuten noch länger, um den 1. Satz des Klavierkonzerts zu beenden. Ich habe bei Spotify keine Einspielung des 1. Satzes mit einer Spieldauer unterhalb von 21 Minuten gefunden. Die 22 Minuten bei Igor Levit liegen also durchaus im Rahmen der üblichen Interpretationen.

Boris Fernbacher
Baden-Baden


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