Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Es war einmal in einer Gemeinde eine Bürgermeisterin, die arbeitete fleißig und still“
Baden-Baden, 30.05.2022, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Wolfgang Holstein Stellung.
«Mehr scheinen als sein», dieser abgewandelte Wahlspruch führt oftmals zum gewünschten Ziel, allerdings ist die Freude des Erreichten dann nur von kurzer Dauer, weil irgendwann auch die Dümmsten merken, dass sie einem Blender auf den Leim gegangen sind.
Es war einmal in einer Gemeinde (Forbach) eine Bürgermeisterin, die arbeitete fleißig und still an der Erfüllung ihrer Aufgaben. Da dieses Schaffen aber leider von der Bevölkerung nicht wertgeschätzt wurde, weil sie es versäumt hatte sich möglichst oft ins Rampenlicht zu schieben, erklärte sie nach Ablauf ihrer Amtszeit tief enttäuscht ihren Rücktritt. Die Verabschiedung fiel, wie nicht anders zu erwarten, äußerst karg aus. Mehr wie ein paar warme Worte, ein feuchter Händedruck und ein Blumenstrauß war nicht drin; kurz: eine Blamage für die Gemeinde und vor allem für den Gemeinderat.
Völlig anders verhielt es sich in einer anderen Gemeinde, wo die Bürgermeisterin dank der willfährigen Hilfestellung einer Regionalzeitung gar nicht mehr aus dem Rampenlicht heraus kam. Man hatte den Eindruck, die Betreffende verbringt mehr Zeit im Foto-Atelier und auf Empfängen als in ihrer Amtsstube. Mehrere hundert Ablichtungen ihres Konterfeis während ihrer Amtszeit im Zusammenhang meist mit Taten die zwar nicht der Bevölkerung, sondern mehr ihrem eigenen Image Vorteile brachten, vermittelten den Eindruck einer staatstragenden Persönlichkeit. Da allerdings die Leistungen der Betreffenden in keinem Verhältnis zu ihrer Publicitysucht standen, was letztlich auch die Bürger merkten, trat der für die Betreffende völlig überraschende Fall ein, sie wurde abgewählt. Auch sie war darüber tief enttäuscht, aber im Gegensatz zu dem oben geschilderten Fall wurde hier auf Kosten der Steuerzahler eine rauschende Abschiedsparty gefeiert, zu der alle politischen Schönredner erschienen, die Rang und Namen hatten. Und wenn der ehrendwerte Herr Schäuble noch in Amt und Würden wäre, dann hätte sicher auch er mit seiner Anwesenheit geglänzt.
Und was ist die Moral von der Geschicht‘? Fleiß und Moral lohnen sich nicht. Als sogenannte «Rampensau» kommt man heute offensichtlich weiter, was ein Rundumblick in der politischen Landschaft durchaus bestätigt.
Wolfgang Holstein
Baden-Baden
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