Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Künstliche Intelligenz, ein modernes Thema welches auch das ‚Altersheim Baden-Baden‘ betrifft“

Baden-Baden, 11.02.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Martin Müller-Petersen Stellung zu dem goodnews4-Bericht Künstliche Intelligenz als geopolitische Machtfrage – Wo bleibt Europa? – Gastkommentar von Thomas Bippes.

Künstliche Intelligenz, ein modernes Thema, welches aber auch das «Altersheim Baden-Baden» betrifft, denn auch Alte haben Kinder und Enkel und die sollen ja für die Zukunft gewappnet sein. Deshalb ist es durchaus angebracht, sich Gedanken darüber zu machen, zu was die Künstliche Intelligenz uns befähigt.

Leider sind im Baden-Badener Rathaus nicht die geringsten Anzeichen erkennbar, sich den neuen Problemen zu stellen. Es macht den Anschein, dass hier weder digital aufgerüstet wird noch Überlegungen für Einsparungen an Arbeitsplätzen angestellt werde. Im Gegenteil, von Jahr zu Jahr steigt die Anzahl der städtischen Angestellten. Aber von einem OB, der kurz vor der Rente steht und für 30-jährige Tätigkeit ausgezeichnet wurde, kann man doch keine Zukunftsvisionen mehr erwarten. Gleiches gilt für einen nach heutigen Gesichtspunkten überalterten Gemeinderat, der ja schon mit den aktuellen Problemen überfordert ist, geschweige denn Zukunftsvisionen für unsere Stadt entwickeln könnte.

 

Aktuell könnten von KI schon Arbeiten erledigt werden, die den einfachen Verwaltungs-Gehaltsstufen entsprechen. Aber die Entwicklung wird in den USA und China mit hohem Aufwand vorangetrieben und bald werden auch Arbeitsplätze überflüssig, die bisher nur von Fachleuten besetzt waren. Alles, was derzeit im industriellen Bereich geschieht, wo in China, Japan und Korea schon 70 bis 80 Prozent eines Autos von Robotern gefertigt werden, wird sich in die Verwaltungseben fortsetzen. Da dies in Deutschland weder in dem einen noch in dem anderen Bereich der Fall ist, schlägt sich dies in den hohen Fertigungs- und Verwaltungskosten nieder, wodurch unsere Produkte international nicht mehr konkurrenzfähig sind.

Künftig soll die menschliche Arbeitskraft bis auf einige Super-Spezialisten überflüssig und durch KI ersetzt werden. Dies hat natürlich gravierende Auswirkungen. Was soll mit den dann überflüssigen Arbeitskräften geschehen? Ein Großteil wird (freiwillig oder gezwungen) in Dienstleistungs-Arbeitsplätze wechseln, aber sicher nicht alle. Und wie sollen diejenigen dann ernährt werden, die keine Arbeit mehr haben oder finden? Dass dem Staat die Lohnsteuer-Einnahmen der Arbeitslosen fehlen, macht die Sache nicht einfacher. Insbesondere, weil die Firmen die KI erfunden haben und mit 500 Milliarden Dollar (!!!) weiter entwickeln wollen ihren Hauptsitz in den USA haben und dort ihr Welteinkommen versteuern. Andere Varianten wird Trump aus diesem Grund auch nicht zulassen. Zwar will die EU, bzw. deren Mitgliedsländer eine sogenannte Digitalsteuer einführen, was aber sicher zu unangenehmen Gegenreaktionen seitens der USA führen wird, denen ja dann diese Einnahmen entgehen würden.

Und was macht Deutschland mit KI? Ein unfähiger Wirtschaftsminister schafft 129 neue Beamtenstellen zur Überwachung von KI. Aha, zum Selbstentwickeln sind wir scheinbar zu blöd, aber für Polizeistaatmethoden zur Überwachung sind wir allemal gut. Kurz: die Anwendung von KI wird zu einem Riesenproblem, welchem die aktuellen Regierenden absolut machtlos gegenüberstehen.

Martin Müller-Petersen
Baden-Baden


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