Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Warum diese katastrophale Entwicklung beim Klinikum Mittelbaden?“ – „Weil der Klinikleiter mehr verdient als der Bundeskanzler?“
Baden-Baden, 06.03.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Martin Müller-Petersen Stellung zu dem Leserbrief von goodnews4-Leserin Dr. Yvonne Hannewald Leserbrief «Meine Meinung» – Zum Leserbrief von Martin Müller-Petersen – «Das ständige Bäschen der Verwaltungsangestellten und deren Überflüssigkeit zu postulieren, ist unsäglich».
Der Vorwurf von Frau Dr. Hannewald bedarf einer Erwiderung. Sie schreibt, dass viele von Kommunen an private Firmen erteilte Aufträge teuer und schlecht erfüllt wurden und diese Tätigkeiten deshalb von den Kommunen wieder selbst übernommen werden mussten. Wenn dies in manchen Fällen vorkommt, dann liegt das in erster Linie an den schlecht ausgearbeiteten Verträgen. Unter privaten Firmen werden bei größeren Aufträgen Vertragswerke gefertigt, die bis hin zur buchstäblich letzten Büroklammer alles genau regeln und im Fall der Nichterfüllung mit erheblichen finanziellen Strafen versehen sind. Warum sind kommunale Rechtsabteilungen zu solchen Verträgen nicht in der Lage (Beispiele: Vincenti, Tannenhof, etc)? Übrigens wieder eine Abteilung, die man schließen und die Aufträge an freie Anwaltskanzleien übergeben könnte.
Nun zu dem angeführten Beispiel der Müllabfuhr. Es war mir bisher nicht bekannt, dass es in Baden-Baden noch so riesige Grundstücke gibt, wo das alte Mütterchen die Mülltonne 500m weit bis zur Straße schleppen muss. Erstens tut sie dies bei den beiden Tonnen für Papier und Plastik ja auch und zweitens sollte die Betreffende bei so einem Grundbesitz finanziell in der Lage sein, einen Hausmeisterservice zu beschäftigen. Beim Thema Tourismus, Kongress und Event könne laut Frau Dr. Hannewald kein Gewinn erzielt werden und diese Betriebe sollten von den Kommunen als gemeinnützig geführt werden. Prima Vorschlag, aber ist bei Gemeinnützigkeit ein Gehalt von 190.000 Euro jährlich für die Geschäftsführerin vertretbar? Es gibt neben der Geldvernichtung Personalkosten jedoch weitere extreme Kostenfaktoren, z.B. das Kommunal geführte Klinikum. Warum schafft es das Klinikum Mittelbaden trotz der Beschäftigung von (billigerem) ausländischen Personal in allen Bereichen (Pflegerinnen und Ärzte), einen Verlust von 23 Millionen Euro zu erwirtschaften, wenn die privat geführte Helios-Klinik in Pforzheim im gleichen Zeitraum einen Gewinn von 7,8 Millionen Euro erzielt? Diese Klinik gehört zur Fresenius-Gruppe mit 140 Kliniken Europaweit, die größtenteils ebenfalls sehr profitabel geführt werden. Finanziell genauso solide stellt sich die Asklepios-Gruppe mit 169 Einrichtungen in Deutschland und einem Gewinn von 136 Millionen Euro. Warum also diese katastrophale Entwicklung beim Klinikum Mittelbaden? Weil der Klinikleiter jährlich mehr verdient wie der deutsche Bundeskanzler? Oder welche Gründe gibt es sonst?
Es wird interessant sein zu beobachten, wie ein neuer OB die finanziellen und andere Probleme angehen wird.
In einem gebe ich Frau Dr. Hannewald jedoch vollkommen recht, es wird für die Bürger teurer, wenn diese künftig für jede städtische Dienstleistung bezahlen müssen. Das sollte aber für das angeblich so reiche Baden-Baden kein Problem darstellen, oder doch? So ist das halt im Leben, nichts ist umsonst außer dem Tod und der kostet bekanntlich das Leben.
Martin Müller-Petersen
Baden-Baden
Wenn Sie auch einen Leserbrief an die Redaktion senden möchten, nutzen Sie bitte diese E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
In Ausnahmefällen veröffentlicht goodnews4.de Leserbriefe auch unter einem Pseudonym. Die tatsächliche Identität des Verfassers ist goodnews4.de in jedem Fall bekannt.
«Spielregeln» für Leserbriefe an goodnews4.de
Die Leserbriefseite «Meine Meinung» bieten ein Meinungs- und Diskussionsforum, für das es auch einiger «Spielregeln» bedarf. Diese Regeln, die zum Teil vom Presserecht und sonstigen Rechtsvorschriften vorgegeben sind, sollten diesen Maßgaben folgen. Leserbriefe geben die Meinung der Leser wieder, nicht die der Redaktion.
1. Der Verfasser eines Leserbriefes ist für diesen juristisch verantwortlich. Allerdings liegt bei goodnews4.de die publizistische und presserechtliche Verantwortung.
2. Ein Leserbrief darf scharfe Wertungen, Überspitzungen und deftige Kritik im Rahmen des öffentlichen Meinungsstreits enthalten. Beiträge, die Beleidigungen, falsche Tatsachenbehauptungen, Verleumdungen, persönliche Diffamierungen, drastisch überzogene Kritik an Personen enthalten oder das Andenken Verstorbener verunglimpfen, werden nicht veröffentlicht. Das gilt auch für Beiträge, die so genannte Schmähkritik enthalten. In diesem Zusammenhang: Gute Argumente überzeugen am besten. goodnews4.de veröffentlicht jeden Leserbrief, der diese Voraussetzungen erfüllt.
3. Leserbriefe sollten sich mit aktuellen Angelegenheiten von öffentlichem Interesse beschäftigen. Private Auseinandersetzungen werden aus redaktionellen, juristischen und presserechtlichen Gründen nicht veröffentlicht.
4. Anonyme Schreiben werden nicht veröffentlicht. Bei Pseudonymen muss die tatsächliche Identität des Verfassers bei goodnews4.de bekannt sein. Bei der Veröffentlichung eines Beitrags werden Vor-, Nachname und Wohnort genannt.
5. Beiträge von politischen Mandats- und Funktionsträgern, Vertretern von Organisationen, Verbänden, Institutionen und ähnlichen sind auf dieser Seite nicht vorgesehen, es sei denn sie antworten auf einen Leserbrief. Die genannten Vertreter haben andere Möglichkeiten, ihr Anliegen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen – zum Beispiel im redaktionellen Teil durch Pressemeldungen u.a.
6. Titelvorschläge (Überschriften) nehmen wir gerne entgegen, grundsätzlich entscheidet über die Titelsetzung aber die Redaktion.
7. Leserbriefe sollten elektronisch als E-Mail übermittelt werden und müssen die vollständige Adresse des Einsenders enthalten. Darüber hinaus benötigen wir eine Telefonnummer für eventuelle Rückfragen.
8. Der Einsender sollte erwähnen, worauf sich sein Beitrag bezieht. Sollte er sich auf einen goodnews4-Artikel beziehen, bitte mitteilen, wann dieser erschienen ist.
9. Für die Länge von Leserbriefen hat unsere Redaktion ein Limit von 2.000 Zeichen inkl. Leerzeichen gesetzt.
Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.







