Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „…wie die Mehrheit der Stadträte leider, sich von den Grünen überrumpeln haben lassen“ – „Grün und Rot sollten sich für Ihre Doppelmoral schämen“

Baden-Baden, 31.05.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Matthias Hirsch Stellung zu dem goodnews4-Bericht Stadtrat Werner Schmoll kritisiert Leserbrief von FDP-Kandidat Matthias Hirsch – «FDP hat viel zu spät erkannt, dass wir mit den eingereichten Standorten chancenlos gegen Rastatt waren».

Matthias Hirsch kandidiert auf der Liste der FDP für die Kommunalwahl in Baden-Baden.*

Die ewige Leier, die nicht nur Herr Schmoll, sondern auch andere Stadträte singen, indem Sie dem Standort am Segelflugplatz nachtrauern, hilft uns weder weiter, noch ändert sich damit etwas in dem ganzen Verfahren. Die FDP, wie auch andere Fraktionen, konnten gar nicht erkennen, dass man mit den eingereichten Standorten chancenlos ist, da dies bei einer objektiven Bewertung eben nicht der Fall ist.

Aber lassen wir das, ich haben das bereits schon zu oft ausgeführt, der eine möchte es wohl nicht verstehen, der andere kann es vielleicht nicht.

Worauf Herr Schmoll hinaus will, ist, dass sich die FDP, wie die Mehrheit der Stadträte leider auch, von den Grünen überrumpeln haben lassen, die in einer Gemeinderatssitzung ausgeführt haben, dass unsere Trinkwasserversorgung gefährdet wäre, würde man am Segelflugplatz bauen. Alleine die Belege dafür fehlen bis heute. Und die Art und Weise, in einer Gemeinderatssitzung mit so einer Behauptung um die Ecke zu kommen, ohne die Stadträte der anderen Fraktionen davor zu informieren, zeigt ein weiteres Mal die Respektlosigkeit der grünen Fraktion gegenüber ihren Kollegen im Gemeinderat.

 

Da die FDP aber den Umweltschutz sehr ernst nimmt, hat Sie bei der damaligen Abstimmung gegen den Standort am Segelflugplatz gestimmt. Ob diese Entscheidung richtig oder falsch war, kann man erst beurteilen, wenn das Grundstück endlich untersucht wird.

Warum Herr Schmoll, als glühender Verfechter eines Klinikums auf dem Segelflugplatz, nicht vehement auf eine Untersuchung des Grundstücks gedrängt hat, erschließt sich mir nicht. Den Segelflugplatz als Standort zu fordern, ist derzeit genauso unseriös wie diesen auszuschließen, da nicht geprüft ist, was an den nichtbelegten Behauptungen der Grünen dran ist. Es wird allerhöchste Zeit für eine Untersuchung, wie von der CDU inzwischen beantragt.

Wenn wir aber schon beim Thema Umweltschutz sind, wie sieht es denn damit bei den Fraktionen der SPD und den Grünen aus? Sie scheinen unter Natur- und Umweltschutz nur den Kampf für eine autofreie Innenstadt, die Verteuflung des Automobils und den Ausbau von Radwegen, unabhängig davon ob es Sinn macht oder nicht, inklusive Millionen Euro teuren Fahrradbrücken, zu verstehen. Ansonsten sind Sie gerne bereit unseren wertvollen Wald für Windräder zu opfern und stimmen auch dem Bau eines Klinikums auf einem Grünzug (Erholungsgebiet) zu, für welches extra eine Querspange gebaut werden soll, der gleich eine ganze Reihe von schützenwerten Tierarten zum Opfer fallen. So wurden dort nicht nur Wildkatzen nachgewiesen, mit der Brandfledermaus, dem Körnerbock, Brutvögeln, Stechimmen, Fang- und Heuschrecken leben dort mindestens fünf vom Aussterben bedrohte und schützenswerte Tierarten die auf Platz1 der roten Liste stehen und zahlreiche weitere Tierarten auf Platz 2. Die Umweltverträglichkeitsstudie erhält noch viele weitere Gründe, die gegen einen Bau einer Querspange sprechen. Aber was stört das schon die Fraktionen der SPD und Grünen, wenn Sie andere Interessen verfolgen? Auch das Argument, dass das Wohl des Menschen über dem Tierwohl steht, gilt hier nicht, da mehrere alternative Standorte möglich wären, ohne dass ein Raubbau an unserer Natur und dem Artenschutz betrieben werden muss.

Grün und Rot sollten sich für Ihre Doppelmoral schämen, wenn Sie wieder vor Ihren Fahrradzählstationen stehen, sicher über die Schönwetter-Radler freuen und sich mit Fahrradwegen Ihr Umweltgewissen reinwaschen wollen. Vorausgesetzt natürlich, Sie haben überhaupt ein Gewissen und ein Interesse an unserer Natur und Umwelt!

Aus Grün ist schon längst Betongrau geworden und wem der Natur-, Umwelt- und Artenschutz am Herzen liegt, hat zumindest andere Parteien als Alternativen, dies sich dafür tatsächlich einsetzen.

Matthias Hirsch
Baden-Baden


*Anmerkung der Redaktion: Laut «Spielregeln für Leserbriefe an goodnews4.de» sind Leserbriefe von politischen Mandats- und Funktionsträgern nicht vorgesehen, es sei denn sie antworten auf einen Leserbrief. Bei Kandidaten für die Kommunalwahl handelt es sich nicht um politische Mandats- und Funktionsträger. Im Sinne der Transparenz weist goodnews4.de jedoch auf die Kandidatur hin.


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