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Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ zu Interview mit CDU-„Berufspolitiker“ Kai Whittaker - „Beleidigend gegenüber allen ehrenamtlichen Mitgliedern der CDU“

Baden-Baden, 05.12.2018, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Andreas Schubert Stellung zu dem goodnews4-Bericht «Wie Säue im Dreck» − Baden-Badener CDU-Bundestagsabgeordnete beschimpft Merkel-Kritiker.

Herr Whittaker hat vor kurzem noch Menschen, die in der CDU eine offene Debatte führen wollen, als Säue, die sich im Dreck suhlen, bezeichnet (goodnews4.de hatte darüber berichtet). Das ist beleidigend und für einen Bundestagsabgeordneten unangemessen.

Nachdem Angela Merkel nun nicht mehr als Parteivorsitzende kandidiert und Diskussionen in der CDU offen und lebendig geführt werden, hat Herr Whittaker seine Meinung zügig geändert. Nun kann ihm die Erneuerung gar nicht radikal genug sein. So fordert er in einem Spiegel-Interview unter anderem plötzlich weniger Gremien, weniger Vorstände und weniger Vorstandsmitglieder. Whittaker bezeichnet den «ganzen Parteiapparat als eine einzige Konsensmaschine», in dem eine kontroverse neue Idee «so lange in den Mühlen von Gremiensitzungen feingemahlen werde, bis nichts mehr davon übrig geblieben ist». Die Gremien der CDU seien von Funktionären besetzt. Dies ist erneut von einem Berufspolitiker beleidigend gegenüber allen ehrenamtlichen Mitgliedern der CDU, die sich in Gremien und Vorständen engagieren. Zudem bleibt Herr Whittaker jegliche Substanz schuldig. Welche Vorstände und Gremien der CDU sollen denn Schuld am schlechten Erscheinungsbild sein und sollten abgeschafft werden? Die Frauenunion? Die Mittelstandsvereinigung? Die Junge Union? Die Ortsvorstände? Der Kreisvorstand? Und wer konkret darf sich als überflüssiger Funktionär angesprochen fühlen?

Somit handelt es sich wieder um eine substanzlose Selbstprofilierung des Abgeordneten zu Lasten der Partei. Konkrete Initiativen, seine Forderungen umzusetzen, ist Herr Whittaker schuldig geblieben und wird er auch weiterhin schuldig bleiben. Dies ist kein Beitrag zur Erneuerung der Partei, sondern bestätigt viele Vorurteile über typisches Politikerverhalten. Die CDU sollte jetzt aber die neue offene Debattenkultur nutzen und über Stil und inhaltliche Forderungen ihres Abgeordneten diskutieren.

Andreas Schubert
Baden-Baden


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