Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum Bericht „offensichtlich einseitige Berichterstattung“ von BNN und BT – „Aber auch dieser Leserbrief wurde nie veröffentlicht“
Baden-Baden, 21.06.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht Offener Brief an den Verleger der Badischen Neuesten Nachrichten – «Besorgt über offensichtliche Einseitigkeit in der Berichterstattung».
Der Verein Pro Klinikum Baden-Baden hat die «offensichtlich einseitige Berichterstattung» von BNN und BT speziell in Hinblick auf den anstehenden Bürgerentscheid zur Errichtung eines Zentralklinikums kritisiert. Während «Beiträge von Gegnern des Projekts regelmäßig ihren Weg in die Leserbriefspalten der genannten Blätter» finden, würden «Leserbriefe von Befürwortern des anstehenden Bürgerentscheids zur Errichtung eines Zentralklinikums» kaum veröffentlicht. Als Begründung für den Nichtveröffentlichung eines Leserbriefs verweisen BNN und BT dann gerne auf angebliche «unbewiesene Behauptungen» im abgelehnten Leserbrief. Dieses vom Verein Pro Klinikum Baden-Baden kritisierte Vorgehen der genannten Medien kann ich aus eigener Erfahrung VOLL bestätigen:
Ich habe auch mal zwei Leserbriefe an BNN geschickt. Auf den ersten Leserbrief bekam ich per Mail die Antwort, dass einige meiner Formulierungen zu hart in ihrer Kritik seien. Ich sollte doch etwas umformulieren. Daraufhin habe ich die monierten Formulierungen etwas entschärft und den Text erneut an BNN gesandt. Veröffentlicht wurde mein Leserbrief dann aber doch nicht. Auf meinen zweiten Leserbrief an BNN erhielt ich die Rückmeldung, dass mein Text unbelegte Meinungen und Behauptungen enthalten würde. Diese sollte ich belegen oder entfernen. Daraufhin habe ich als Belege einige Quellen beigefügt und den Text erneut an BNN geschickt. Aber auch dieser Leserbrief wurde nie veröffentlicht.
Natürlich dürfen Leserbriefe keine strafbaren Beleidigungen oder Unterstellungen enthalten. Aber eindeutige Kritik an politischen Entscheidungen und Politikern, auch in harten und mitunter ironischen Worten, sollten in einer freien Gesellschaft doch noch erlaubt sein, oder? In einem Leserbrief zum Einsatz kommende Fakten, Zahlenangaben und Zitate sollte man (zumindest für die Redaktion) natürlich mit Quellen belegen. Daran halte ich mich bei Leserbriefen an goodnews4 auch immer. Nun besteht ein Leserbrief aber meist nicht nur aus Fakten und statistischen Zahlenangaben, sondern zum Großteil auch aus persönlicher Meinung und Einschätzung. Und wie soll man denn bitteschön eine persönliche Meinung mit Quellen belegen? Noch nicht mal in wissenschaftlichen Arbeiten – in denen sonst alles mit Quellen nachgewiesen werden muss – belegt der Autor eine gegen Ende der Arbeit angefügte persönliche Einschätzung mit Quellen.
Es scheint, dass BNN und BT bei Leserbriefen, die ihren politischen Ansichten entgegenlaufen, gerne Vorwände konstruieren, um deren Abdruck ablehnen zu können. Über die Gründe dieses Verhaltens kann man nur spekulieren: Möchte man es sich nicht mit der Stadtverwaltung von Rastatt und Baden-Baden verscherzen? Oder hat man Angst, dass die Stadt und wichtige Unternehmen bei allzu kritischem Lokaljournalismus weniger Anzeigen in BNN und BT schalten? Diese Fragen möge jeder Leser für sich selbst beantworten.
Boris Fernbacher
Baden-Baden
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