Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum Leserbrief „Thomas Jung für viele der einzige echte Hoffnungsträger“ von Rainer Sauters – „Ist Thomas Jung wirklich ein weißer Ritter?“
Baden-Baden, 16.02.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Kurt Krause Stellung zu dem Leserbrief von goodnews4-Leser Rainer Sauters Leserbrief «Meine Meinung» – «Thomas Jung für viele der einzige echte Hoffnungsträger» – «Ist der SWR als Arbeitgeber tatsächlich so viel anders als der Staat?».
Mit Leserbrief vom 10.2.2026 stellt Herr Rainer Sauters den Kandidaten Thomas Jung als «einzigen echten Hoffnungsträger für die Zukunft unserer Stadt» dar. Da fragt man sich zwangläufig, ist das wirklich so? Kann Thomas Jung, der als «Unabhängiger» für die Position des Oberbürgermeisters kandidiert, wirklich als weißer Ritter, als Retter einer Stadt in Not, sozusagen als «Last Exit Baden-Baden» fungieren?
Zunächst einmal: er ist nicht «unabhängig», denn sein Erfolg ist auch abhängig von der beauftragten Agentur Tietge GmbH aus Offenburg, von Frau Jessy Philipp als Team-Mitglied, von Herrn Stefan Klocke als Co-Finanzierer des Wahlkampfs, einem überschaubaren eigenen Investment von 75.000,00 EUR und natürlich auch von Unterstützern, wie z.B. Leserbriefschreibern, die aus dem Nichts auftauchen.
Am 9. Februar 2026 hatte Herr Rust in einem Leserbrief auf goodnews4 dargelegt, dass Thomas Jung als für das POP-Programm des SWR zuständiger Programmdirektor jahrelang sogenannte Musik als Opium des Volkes an breite Massen versendet hat. Kann man diese Tätigkeit als den Vertrieb von Drogen bezeichnen? Ich denke: Ja! Was bei derartiger Berieselung herauskommt, hat schon Shakespeare beschrieben, er nennt das: «O Urteil, du entflohst zum blöden Vieh, Der Mensch ward unvernünftig!» Das allseits so «hochgeschätzte» jährliche POP-Festival über wenige Tage diente sicher vor allem der eitlen Selbstdarstellung von SWR3 und war dank der jeweiligen Sponsoren und Kartenverkäufe vermutlich kostendeckend für den ansonsten defizitären Sender. Schon vor mehr als 2000 Jahren hat man Sokrates wegen des Vorwurfs, die Jugend zu verderben, den Schierlingsbecher gereicht.
Hat Thomas Jung in den letzten 25 Jahren außer POP etwas für Baden-Baden getan? Mir ist jedenfalls nichts dergleichen bekannt! Er war nicht politisch engagiert, schon gar nicht in der Kommunalpolitik und lebte m.E. wie eine Made im Speck in seiner SWR-Blase. Er war wohl auch nicht Mitglied in einer bürgerschaftlichen Vereinigung wie z.B. dem Stadtbild, bei den Freunden der Lichtentaler Allee, dem Freundeskreis Paradies, der Patronatsgesellschaft, einem Musikverein oder des Förderkreises für das Festspielhaus, um sich für das einzusetzen, was in dieser Stadt erhaltenswert ist.
Nun ist Thomas Jung Rentner und erlebt vermutlich einen Bedeutungsverlust, einen Kulturschock. Ein mit mir befreundeter österreichischer Sektionschef beim Bundespräsidenten (Staatsekretär) sagte mir: «Man lädt den Stuhl, nicht die Person, die darauf sitzt!» Auf gut Deutsch: Thomas Jung hat gar kein Netzwerk mehr! Eigentlich müsste er sich jetzt um seine Frau und die Erziehung seiner beiden Kinder unter 10 Jahren kümmern, aber der tägliche 12-Stunden-Job eines OB erscheint ihm viel reizvoller. Ein Abgrund tut sich auf und führt zu der Frage: gibt es aus früherer Ehe (früheren Ehen?) Unterhaltsverpflichtungen, so dass monatliche Rente und SWR-Pension gar nicht so üppig sind?
Die nächste Frage, die mich bewegt, heißt: Ist Thomas Jung ein Zocker? In einer Stadt mit Casino frönt wohl so mancher dem trügerischen Schein möglichen Reichtums, dem schon Dostojewski verfiel. 75.000,00 Euro eigne Mittel will Jung in den Wahlkampf investieren. Wie edel von ihm! Nur: Das Gehalt des Baden-Badener OB beträgt pro Jahr rund 200.000,00 Euro (ohne Vergütung für Aufsichtsratsmandate etc.). Macht bei einer Amtszeit von 8 Jahren nach Adam Riese mindestens 1.600.000,00 Euro (ohne die inflationären jährlichen Anpassungen). Ist diese Gewinnchance nicht viel höher als im Casino?
Das alles würde mich nicht umtreiben, wären da nicht die potentiellen und vor allem die realen Unterstützer dieser Kandidatur. Ladies first: Frau Jessy Philipp, war – lt. Internet – jahrelang mit der Herstellung und dem Vertrieb von suchtauslösenden Tabakprodukten befasst. Bis zum 22. Juni 2023 war sie Präsidiumsmitglied im Verband der Rauchtabakindustrie (VdR). Viele Jahre hat sie mit zwei Kollegen die Firma TMCC (Tobacco Management & Consulting Company) in Achern-Önsbach geleitet, die für die «zuverlässige und flexible Produktion von Tabakprodukten aller Art» bekannt war. Die Firma TMCC geriet dann in eine finanzielle Schieflage, meldete Insolvenz an, fand keinen Investor und 40 Mitarbeiter verloren durch die Pleite im März 2025 ihren Job. So wohl auch Frau Philipp.
Herr Stefan Klocke ist Spross einer Familie, die 1963 eine Verpackungsfirma gründete und ihre Tätigkeit inzwischen um Pharmaprodukte erweiterte. Die Konzerngesellschaft ist die Klocke Holding GmbH in Weingarten. «Im Jahr 2014 wurde das Familienunternehmen durch Hartmut Klocke auf seine Söhne Carsten und Stefan Klocke, und somit die dritte Generation, übertragen.» Alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer ist aber nur Carsten Klocke. Die letzte publizierte Bilanz ist für das Geschäftsjahr 2023 und weist einen Verlust von rund 24,1 Mio. Euro aus.
Stefan Klocke ist ein umtriebiger Mann mit weitgespannten Interessen und Mitgliedschaften in allerlei Verbänden und Vereinen. Er ist auch Hubschrauberpilot und hat nun Baden-Baden auf dem Radarschirm. Vielleicht interessiert ihn aber doch nicht die ganze Stadt, sondern nur das Gelände des Segelflugplatzes? Er war und ist auch Feuer und Flamme für Start-Ups, wie z.B. die Velocopter GmbH in Bruchsal. Dort war er seit 1995 Vorsitzender des Beirats, ab dem 9. September 2024 dann noch Mitglied des Beirats. Das hat wohl nicht besonders gefruchtet, denn durch Beschluss des Amtsgerichts Karlsruhe vom 1. März.2025 wurde über das Vermögen der Velocopter GmbH das Insolvenzverfahren eröffnet, und die Gesellschaft damit aufgelöst. In Anbetracht des familiären Hintergrunds in der Verpackungsindustrie ist Stefan Klocke natürlich erste Wahl, wenn es darum geht, den Kandidaten Jung zu unterstützen und die Wähler so richtig einzuwickeln, oder?
Da haben sich also drei Personen zusammengetan: der EX-Journalist Jung, die EX-Geschäftsführerin Philipp und der EX-Beiratsvorsitzende Klocke und hoffen darauf, dass die Wähler ihnen unsere Stadt Baden-Baden ausliefern. Kann man das als ein «Trio Infernal» bezeichnen? Ich denke, auch im Verbund mit einer «full service agency» wie der Tietge GmbH wird daraus noch kein Glückskleeblatt, wenn die Wahlberechtigten mal etwas weniger SWR Pop hören und beginnen selbstständig zu denken …. und auch zu handeln.
Also ist Thomas Jung kein echter Hoffnungsträger für die Zukunft unserer Stadt Baden-Baden!
Kurt Krause
Baden-Baden
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