Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum Leserbrief von Sascha Zimny – „Wer Populismus ruft, sollte vollständig argumentieren“ – „In Baden-Baden gibt es kein Kurzstreckenticket – in Bremen sehr wohl“
Baden-Baden, 29.01.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Dr. Mark Lopatecki Stellung zu dem Leserbrief von goodnews4-Leser Sascha Zimny Leserbrief «Meine Meinung» – Zum goodnews4-Artikel «OB-Wahlkampf-Kapriolen in Baden-Baden – CDU-OB-Favoritin Wischhusen: ‚Mein Fotoshooting war der Anfang von einem ganz neuen Kapitel in meinem Leben‘ – Folgt dem Playboy nun ein Covergirl?».
Der Leserbrief von Sascha Zimny zur Kritik von Lencke Wischhusen an den Ticketpreisen des Baden-Badener ÖPNV wirft ihr Populismus vor, bedient sich dabei jedoch selbst einer verkürzten Darstellung. Entscheidend ist nicht allein der Preis des Einzeltickets, sondern ein wesentlicher Punkt, der konsequent ausgeblendet wird: In Baden-Baden gibt es kein Kurzstreckenticket – in Bremen sehr wohl. Der Vergleich mit Bremen beschränkt sich auf den Preis des Einzelfahrscheins und unterschlägt damit genau den Aspekt, den Frau Wischhusen thematisiert hat. Das ist kein Nebendetail, sondern ein relevanter tariflicher Unterschied. Wer diesen verschweigt, argumentiert nicht sachlich, sondern selektiv.
Ebenso fragwürdig ist die pauschale Behauptung, ein Kurzstreckenticket würde zwangsläufig zu höheren Defiziten führen. Verkehrsökonomisch ist vielmehr anerkannt, dass niedrigschwellige Tarife für kurze innerstädtische Wege zusätzliche Nachfrage erzeugen können. Kurzstreckentickets zielen gerade darauf ab, Gelegenheitsfahrten zu gewinnen, den Umstieg vom Auto zu erleichtern und so Fahrgastzahlen zu erhöhen. Ob dies auch in Baden-Baden zu stabileren oder sogar höheren Einnahmen führen könnte, ist eine legitime Frage, die sachlich zu prüfen wäre.
Richtig ist: Die finanzielle Lage der Stadt und der Verkehrsbetriebe ist angespannt. Gerade deshalb braucht es differenzierte, nüchtern kalkulierte Konzepte – keine reflexhafte Abwehr jeder tariflichen Alternative. Wer jede Diskussion über neue Modelle vorschnell als «Populismus» diskreditiert, vermeidet in Wahrheit die Auseinandersetzung mit möglichen Lösungsansätzen. Eine ernsthafte Debatte über den ÖPNV in Baden-Baden setzt voraus, alle relevanten Fakten offenzulegen, Vergleiche vollständig zu führen und mögliche Nachfrageeffekte mitzudenken. Andernfalls wird der Populismusvorwurf selbst zum politischen Schlagwort – und trägt zur Lösung der Probleme nichts bei.
Dr. med. Mark Lopatecki
Baden-Baden
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