Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum offenen OB-Brief Schmoll/Pilarski – „Die eigentlich charmante Lösung: Radwegeführung wieder über Schumannplatz und Bühneneingang hinter das Festspielhaus legen“

Baden-Baden, 03.05.2021, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Rainer Jehl Stellung zu dem goodnews4-Bericht Konflikte rund ums Festspielhaus − «Fahrradfahrer versuchen Fußgänger zur Seite zu drängen» − Stadträte Schmoll SPD und Pilarski FDP fordern Schild «Vorrang Fußgänger».

Seit 25 Jahren fahre ich mit meinem klapprigen alten Fahrrad auf der Fahrrad-Stadteinfahrt 'Grüne Einfahrt' hin und her, oft täglich 2x zur Arbeit oder zum Vergnügen. Ich wohne seit 20 Jahren in der Innenstadt. Ohne Auto.

Es hat mich immer gewundert, weswegen die Probleme der Fahrrad-Stadteinfahrt in der langen Zeit nie von der Verwaltung angegangen wurden, obwohl sie durch die radelnden Sachbearbeiter im Rathaus hinlänglich bekannt gewesen sein müssten. Lediglich die Befestigung ist ja nun 4 Jahrzehnte nach Bau der Grünen Einfahrt endlich realisiert, dies aber in zu knapper Wegbreite.
Es hat schlechterdings niemanden interessiert, wie Arme und Schüler in die Stadt kommen. Die posing-orientierten Kampfradler haben früher dazu noch viel Rhein- und Lange Str. benutzt auch wegen dem für Dackelschneider schlecht befahrbaren Splitbelag.

Schon damals war die Kapazität des schmalen Spazierwegs im Sommer für Fußgängerinnen (mit Hündin) und Radfahrer zu knapp. Die schöne Engstelle am Festspielhaus war schon kurz nach dessen Eröffnung Kampfzone der Verkehrsteilnehmerinnen, wobei nicht nur die Kampfradlerinnen ihren Anteil hatten, sondern auch gruppenweises Auftreten von schwatzenden, sich nicht bewegenden Fußleuten, die vor dem Auftauchen der gefährlichen Elektroräder sich noch einen Spaß daraus machten, Radler am See zu blockieren und zum Absteigen zu zwingen.

Ebenso wie nach Bau des Busparkplatzes die Pulks aus 2 Bussen mit Tagestouristinnen den Weg in voller Breite blockieren, oder auch am Sporttag im Aumatt, wenn hunderte Schüler aus der Weststadt auf der Grünen Einfahrt wandern.

Dies alles, weil die obere Grüne Einfahrt bis Festspielhaus der Mehrfachbespielung durch intensiven Fußgängerverkehr, als einzige verkehrssichere Radeinfahrt in die Innenstadt und in der Touristinnenenanlieferung einfach viel zu knapp bemessen ist.
Schon vor 20 Jahren hätte die Stadt versuchen müssen, die Verkehrsströme voneinander abzugrenzen. Das Gegenteil ist passiert. Während die Radwegeführung vorher durch Beschilderung auf der Rückseite des Festspielhauses geleitet wurde, kam wohl nach Beschwerden der Hausleitung der Schwenk des beschilderten Radwegs durch die zuvor schon gern illegal genutzte Engstelle über den Festspielhausplatz.

Mit Aufkommen des Elektrorasens für alle und der illustriertenhaften Propaganda des Radfahrens durch das Rathaus ist nun die ohnehin schwache Wegführung vollends überlastet, insbesondere auch durch den angesprochenen Kinderspielplatz. Das dem Audi entstiegene Elektropublikum bremst nicht auch für Kinder - ich habe schon tolle Zusammenstöße mitangesehen – und schon früher spielten die manuellen Radfahrerinnen ihren Geschwindigkeitsvorteil am Festspielhaussee voll aus.

Es ist illusorisch, die Planungsmängel in der übernutzten Berlioz-Anlage durch ein lustiges Schild zu kurieren. Das E-Publikum hat sich noch nie um Schilder geschert. Alle anderen fahren hinterdrein.

Stattdessen streiten die Honoratorinnen lieber über den Bau einer millionenteuren Radfahrerbrücke (auf der genau die bestehenden Probleme fest verankert werden), weil das viel politisches Ansehen bringt, und wenn es nicht gelingt, sind wir ohnedies schon lang pensioniert.

 

Was tun?

Zunächst einmal müsste die gesamte Wegfahrbahn auf der Grünen Einfahrt aufs Doppelte verbreitert und dann baulich in Fuß und Rad aufgetrennt werden. Das ist verpasst mit Setzen der neuen LED-Leuchten und Asphaltierung.
Aber es geht! Wenn einmal ein Baum im Weg ist, verbreitert man in anderen Weltgegenden außenherum und bald kommt dann vom Gartenamt die Mitteilung, dass jener wegen der Standsicherheit gefällt wird. Die Bernhard-Weigel-Gedächtnis-Allee am Park in Oos ist eine andere Sache. Da muss dann eine Reihe weg.
An der Berlioz-Anlage könnte der Weg innerhalb von 8 Wochen auf doppelte Breite gebracht werden. Angesichts der schlimmen Elektro-Situation die einzig vernünftige Lösung.
Weg mit der Engstelle am Kiosk endlich durch Verbreiterung des Dachs der Garageneinfahrt und bügelgetrennte Fußgängerinnen- und Radfahrerinnen-Gassen. Harte Rallentisseure je 2x3 hohe Schwellen für Kampfradlerinnen am Spielplatz aus beiden Richtungen.
Seit Jahren fehlend! Jetzt ist immer noch die Chance. Ein halbes Jahr Planung, Beschluss und Bau. Man braucht keine europaweite Ausschreibung, an der alle verdienen ohne Realisierung.

Die eigentlich charmante Lösung:
Kurzentschlossen die Radwegeführung wieder über Schumannplatz und Bühneneingang hinter das Festspielhaus legen und den Spazierweg in die Anlage von dort durch Fällung von nicht naturgeschützten Gebüschkräutern direkt an der Tunnelausfahrt entlang bis zur Ampel Verfassungsplatz verlängern. Bei einzelnen Gartenveranstaltungen des Festspielhauses könnte dieser neu durchbrochene Radweg abends mit Gittern gesperrt werden zum unbeschwerten Vergnügen der stöckelnden Festspielbesucherinnen (mit Nachtumleitung über die alte Strecke). Planung und Bau: 8 Wochen – mit fester Fahrbahndecke. Dann müssen keinerlei neue Schilder mehr aufgehängt werden.

Rainer Jehl, Radfahrer
Baden-Baden Kernstadt


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