Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Zum „Wutpolitiker SPD-Stadtrat Bohnert“ – „Der OB wurde als Flanierer bezeichnet, es wurden ihm auch die Qualitäten als Sanierer abgesprochen“

Baden-Baden, 02.05.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt die goodnews4-Leserin Tina Tischer-Suphukhieo Stellung zu dem goodnews4-Bericht SPD-Stadtrat Sven Bohnert sieht Beleidigung von OB Späth – «Absurde Idee, dass Baden-Baden von einem ‚Flanierer‘ statt einem Oberbürgermeister regiert werde».

Man kennt die Spezies des sogenannten «Wutbürger». Es gibt aber auch den «Wutpolitiker&rauqo;, so gesehen in Stadtrat Sven Bohnert, der sich in einem Rundumschlag in goodnews4.de Luft verschafft und Dampf ablässt. Der Reihe nach bekommen sie alle ihr Fett weg und werden abgewatscht. Die Klinik-Schwurbler, die Späth-Anhänger, die Späth-Kritiker (manchmal gibt es beides auch in Personalunion), ideologische Dauergegner und ganz einfach alle sonstigen politischen, respektlosen Krakeeler jeglicher Couleur.

 

Eigentlich schätze ich Sven Bohnert ja als streitbaren, kämpferischen Geist im Gemeinderat, eine dort selten anzutreffende Spezies. Schwierig für mich zu verstehen, was Bohnert so in Rage gebracht hat. Der OB wurde als Flanierer bezeichnet. Dem nicht genug, es wurden ihm auch noch die Qualitäten als Sanierer abgesprochen. Wenn es Bohnerts Gefühlswelt und Seelenheil guttat, gönne ich ihm seinen Rundumschlag, geschenkt. Stadtrat Bohnert verkennt hier aber, dass OB Späth medial hart an seinem Image als Flanierer gearbeitet hat. Hierzu beschäftigt er eine teure, personalintensive, separate Abteilung mit ca. 8 Vollzeitmitarbeitern, welche ihn diesbezüglich als Flanierer, Grüß-Gott-August und ähnliches mehr oder weniger peinlich medial in Szene setzt. Der Mehrwert dieser teuren Abteilung für den steuerzahlenden Bürger, welche die Selbstbeweihräucherung von OB Späth inszeniert, erschließt sich mir allerdings auch bei intensivem Nachdenken nicht.

Ich würde mich freuen, wenn Sven Bohnert seine überschüssigen Energien weniger in die Betreuung des Späth'schen Mimimi stecken würde, sondern in eine Aufklärung und Analyse der Ursprünge und Wurzeln der Insolvenz der Stadt Baden-Baden. Anstatt den Leuten den Mund zu verbieten, wäre es angebrachter, eine unabhängige Wirtschaftsprüferkanzlei zu fordern, welche einmal die Bücher der Stadt Baden-Baden eindringlich und auf Jahre zurück unter die Lupe nimmt. Und NEIN, es ist eben nicht nur Land und Bund Schuld an der Baden-Badener Pleite. Es sind auch Klüngel, Filz und Vetternwirtschaft, sowie Missmanagement, Arroganz, Überheblichkeit und ein teurer OB, der so gut wie nie an seinem hochdotierten Arbeitsplatz anwesend zu sein scheint. Ein OB, der auch ansonsten außer seiner persönlichen Bereicherung und seinem Privatvergnügen kein Interesse an Baden-Baden und seinem Job an den Tag zu legen scheint.

Bis vor kurzem wurden die Finanzen von Baden-Baden von Kämmerer und OB gegenüber dem Gemeinderat noch schöngeredet. Jetzt, aus heiterem Himmel, soll das Unglück überraschend hereingebrochen sein?

Aber dafür haben wir ja den demokratisch gewählten Bürgervertreter Sven Bohnert, dessen Aufgabe es ist, Oberbürgermeister und Verwaltung zu kontrollieren, statt renitente Bürger zur Räson zu bringen.

Und nein werter Herr Bohnert, ich teile nicht Ihre Auffassung, dass man in anscheinend einer Demokratie einen gewählten Oberbürgermeister acht Jahre lang nicht kritisieren darf. Dies wäre eine derart grobe Fehlinterpretation unseres Grundgesetzes.

Zahlen- und faktenbasiertes Sanieren und nicht wohldistinguiertes, rhetorisches Flanieren ist das Gebot der Stunde.

Mit Freude & Respekt

Tina Tischer-Suphukhieo
Baden-Baden


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