Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – Zur Fahrradpolitik – „Vor Jahren hatte ich Gelegenheit, Frau OB Mergen auf die fußgängerunfreundliche Ampelschaltung anzusprechen“

Baden-Baden, 18.02.2022, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Werner Frasch Stellung zu dem goodnews4-Bericht Stadtrat Schmoll kritisiert Fahrradpolitik von Bürgermeister Uhlig − "Allein auf Ideen des ADFC-Kreisvorsitzenden zu verlassen ist nicht die beste Entscheidung" − Alternative Lösungen für Verfassungsplatz.

Erfreulich: Gewissermaßen als «Kollateralnutzen» der Ablehnung von Fördermitteln ist das aus unfassbaren Gründen von der Stadtverwaltung betriebene (Planungs-)Projekt einer weit gespannten Bogenbrücke über den Verfassungsplatz für den Rad- und Fußgängerverkehr offenbar (zumindest zunächst) auf Eis gelegt.

Es ist erstaunlich, dass es der Weitsicht einer Berliner Behörde bedurfte, um die Sinnwidrigkeit dieses Vorhabens zu erkennen, womit sich einheimische Verantwortungsträger bei ihrem Blick durch die lokale Brille lange Zeit schwergetan haben. Und es ist bemerkenswert, dass eine städtische Bauverwaltung, deren knappe personelle Ressourcen wiederholt beklagt werden, offenbar so viel Kapazität hat, um die (kosten- und personalintensive) Planung einschließlich des nicht geringen Aufwands für den Förderantrag zu leisten. Einem versierten und mit Antragsverfahren dieser Art erfahrenen Verwaltungsmitarbeiter hätte doch längst klar sein müssen, dass das angestrebte Projekt nicht in Einklang mit den Förderrichtlinien zu bringen ist.

 

Stadtrat Werner Schmoll hat nun seinen bereits früher gemachten Vorschlag für die Entzerrung des Verkehrs in diesem Bereich aus der Versenkung geholt. Er mag nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Die Verwirklichung eines Teils davon (Überprüfung der Ampelphasen an drei Übergängen) hätte für Radfahrer und Fußgänger jedoch unschätzbare Vorzüge, wäre kostengünstiger und ließe sich rascher verwirklichen als das angedachte Monsterbauwerk.

Denn für diese Verkehrsteilnehmer bedeutet die jetzige Phasenschaltung auf ihrem Weg von der Abzweigung der Waldseestraße bis zum Rad-/Fußweg Benazet-Anlage (und umgekehrt) regelmäßig dreimaliges Warten. Die Grün-Phasen sind so kurz getaktet, dass eine Straße geradezu im Laufschritt überquert werden muss, um auch an der nächsten Ampel - gerade noch - Grün zu erwischen. Misslich ist das zudem für Touristengruppen (sie werden jetzt wohl bald wieder ankommen), die vom nahegelegen Busparkplatz das Stadtzentrum zu Fuß erreichen wollen. Eine «grüne Welle» für Fußgänger und, notabene, auch für Radfahrer würde zumindest in diesem Bereich einige Entzerrung der «Verkehrsströme» bedeuten. Freilich, für Pkw-Fahrer wäre damit an ihrer Ampel möglicherweise eine Entschleunigung ihrer Fahrt verbunden, aber wohl kaum mehr als eine halbe Minute.

Ein Erlebnis am Rande (eben jener Kreuzung): Vor Jahren hatte ich Gelegenheit, Frau OB Mergen beim Warten dort auf die fußgängerunfreundliche Ampelschaltung anzusprechen und die Bitte damit zu verbinden, die Möglichkeit einer Änderung prüfen zu lassen. Meine Bemerkung wurde kurz und bündig mit der Antwort beiseite geschoben: «In Karlsruhe ist das noch viel schlimmer.» Hoffen wir, dass es dem Vorstoß von Stadtrat Schmoll nicht genauso ergeht.

Werner Frasch
Baden-Baden


Wenn Sie auch einen Leserbrief an die Redaktion senden möchten, nutzen Sie bitte diese E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

In Ausnahmefällen veröffentlicht goodnews4.de Leserbriefe auch unter einem Pseudonym. Die tatsächliche Identität des Verfassers ist goodnews4.de in jedem Fall bekannt.

PDF «Spielregeln» für Leserbriefe an goodnews4.de


Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.