Täter weiter auf der Flucht

Pariser Staatsanwalt Rémi Heitz heute Mittag in Strasbourg - "Bedrohung ist sehr real" - Täter weiter auf der Flucht - Polizeisprecherin Bartelt: "Kontrolle an Grenzübergängen"

Pariser Staatsanwalt Rémi Heitz heute Mittag in Strasbourg - "Bedrohung ist sehr real" - Täter weiter auf der Flucht - Polizeisprecherin Bartelt: "Kontrolle an Grenzübergängen"
Die elsässische Tageszeitung DNA veröffentlichte ein Foto des mutmaßlichen Attentäters von Strasbourg Chérif C..

Baden-Baden/Strasbourg, 12.12.2018, 14:30 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Rémi Heitz, Staatsanwalt von Paris, gab heute Mittag bei einer Pressekonferenz, zu der er ins Landgericht nach Strasbourg gekommen war, eine Zusammenfassung des Ermittlungsstandes zum Attentat am Strasbourger Weihnachtsmarkt von gestern Abend. Zu den Vorgängen von gestern Abend sagte Rémi Heitz, dass der mutmaßliche Täter mit einer Schusswaffe bewaffnet gewesen sei, zudem habe er ein Messer mit sich geführt, mit dem er ebenfalls Menschen schwer verletzte. Laut Zeugenberichten soll er «Allahu Akbar» gerufen haben.

Laut Staatsanwalt Heitz seien zwei Menschen gestorben, eine verletzte Person wurde in der Zwischenzeit für hirntot erklärt. Zudem seien nicht fünf Menschen verhaftet worden, wie zuerst berichtet, sondern vier. In Medienberichten waren die Zahlen immer wieder korrigiert worden. Der Täter sei, Stand heute Mittag, noch nicht gefasst, die «Bedrohung ist sehr real», erklärte der Staatsanwalt.

Die Ermittlungen stünden noch ganz am Anfang. Nun gehe es auch darum zu ermitteln, ob es Komplizen geben habe. Bereits in der Nacht hätten mehrere Hausdurchsuchungen stattgefunden und vier polizeibekannte Personen seien in Gewahrsam genommen worden. Bei der Durchsuchung in Chérif C.s Wohnung seien Granaten und Waffen gefunden worden.

Während eines Schusswechsels mit der Polizei sei der Verdächtigte Chérif C. am Arm verletzt worden und dann mit einem gestohlenen Taxi geflohen. Der Taxifahrer habe ihn zunächst zu einem ihm unbekannten Quartier fahren müssen, nach wenigen Minuten habe Chérif C. den Mann freigelassen. Der Taxifahrer gelte als wichtiger Zeuge, er berichtete von Verletzungen des Verdächtigten und dass dieser ihm gesagt habe, er hätte zehn Menschen getötet. Der Taxifahrer und der mutmaßliche Attentäter seien zehn Minuten zusammen in dem Taxi gewesen.

Der mutmaßliche Täter gelte als Intensivtäter, der wegen rund 30 Delikten polizeibekanntund mehrfach in Haft gewesen sei. Im Gefängnis habe er sich radikalisiert und gelte seit 2015 als «religiöser Eiferer». Seit dieser Zeit sei er als «Gefährder» eingestuft. Laut deutschen Medien soll der 29-Jährige Chérif C. in Frankreich, aber auch in Deutschland unter anderem wegen mehrerer Raubüberfälle bereits verurteilt worden sein. Chérif C. sei vom Amtsgericht Singen wegen schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden und habe in Deutschland in Haft gesessen. Nach dieser Haftstrafe sei er 2017 nach Frankreich abgeschoben worden. Auch nach dem Bruder des Verdächtigen werde gefahndet, dieser werde ebenfalls als radikal eingestuft und dem Strasbourger Islamistenmilieu zugerechnet. Der mutmaßliche Täter Chérif C., 29 Jahre, wurde in Strasbourg geboren und hat sechs Geschwister, seine Eltern waren aus Algerien nach Frankreich gekommen.

Gegenüber goodnews4.de erklärte Carolin Bartelt, Sprecherin der Bundespolizeidirektion Stuttgart, dass es neben den Maßnahmen an der Europabrücke am Kehl-Strasbourger Grenzübergang auch Einsätze an anderen Grenzübergängen gebe. Auch der Tram- und Zugverkehr werde überwacht. Für die Polizeidirektion Offenburg erklärte eine Sprecherin gegenüber goodnews4.de, dass ihre Behörde die Bundespolizei unterstütze. Aktuell würden Überprüfungen an verschiedenen Örtlichkeiten in Kehl durchgeführt und verschiedenen Zeugenhinweisen nachgegangen.


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