Ganzjährige Sperrung aufgehoben
Vor-Ort-Termin am Battert in Baden-Baden – Alternative für Felsenbrücke beschlossen

Baden-Baden, 28.04.2026, Bericht: Redaktion Nachdem das Verwaltungsgericht Karlsruhe die Allgemeinverfügung zur Sperrung der «Badener Wand» am Battert in Baden-Baden teilweise aufgehoben hat, suchen die zuständigen Behörden nun nach einer Lösung, die sowohl den Wanderfalken als auch den Kletterern und Wanderern gerecht wird.
Durch das Urteil des Verwaltungsgerichts wurde die ganzjährige Sperrung aufgehoben. In der Zeit vom 15. Januar bis 31. Juli bleibt der Felsen während der Zeit von Balz, Brut und Aufzucht der Jungen Wanderfalken gesperrt. Geklagt hatten der Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Alpenvereins e.V., die Sektionen Karlsruhe und Offenburg des Deutschen Alpenvereins und eine Privatperson.
Am letzten Mittwoch, 22. April 2026, trafen sich Vertreter von ForstBW, der Stadt Baden-Baden, der Höheren Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Karlsruhe, des Arbeitskreises Klettern und Naturschutz, AKN, Battert/Nordschwarzwald, des Schwarzwaldvereins und der Bergwacht am Battert, «um die zukünftige Entwicklung und Besucherlenkung in den sensiblen Felsbereichen des dortigen Naturschutzgebiets und Bannwalds gemeinsam zu beraten», wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von gestern heißt. Der Flächeneigentümer ForstBW hatte vorgeschlagen, als Alternative für die entfernte Felsenbrücke eine absturzsichere Aussichtsmöglichkeit auf der Falkenwand nahe der Bergwachthütte zu prüfen. In diesem Zusammenhang habe ForstBW auch klargestellt, dass Gründe des Arten- und Gebietsschutzes gegen eine Wiedererrichtung der historische Felsenbrücke sprechen würden und diese daher abgelehnt werde. Die Felsen der Falkenwand hingegen liege deutlich entfernt vom Brutplatz des Wanderfalken an der Badener Wand: «Die Aussicht dort unterliegt insofern keinen artenschutzrechtlichen Beschränkungen und kann daher ganzjährig von Erholungssuchenden genutzt werden.» Die Felsformation bei der Bergwachthütte biete einen beeindruckenden Panoramablick über Baden-Baden und die umliegende Landschaft und ermögliche «ein einmaliges Natur- und Felserlebnis».
Im Fokus des gemeinsamen Vor-Ort-Termins habe insbesondere die Frage gestanden, ob ein durch Geländer gesicherter Bereich geschaffen oder der Zugang zu den Felsen bewusst naturbelassen erhalten werden soll. «Nach intensiver Abwägung der Vor- und Nachteile haben sich alle Beteiligten einvernehmlich dafür ausgesprochen, den Felsbereich als naturbelassenen Aussichtspunkt zu erhalten. Ausschlaggebend war hierfür auch die Einschätzung der Bergwacht, dass ein Geländer zu einem weniger umsichtigen Verhalten der Besucher und zusätzlichen Risiken auf dem Felskopf führen werde», heißt es in der Mitteilung. Beim Termin habe man sich außerdem darauf geeinigt, zur Erhöhung der Sicherheit der Besucherinnen und Besucher im Bereich der Falkenwand einen deutlich sichtbaren Warnhinweis zur Absturzgefahr anzubringen. Ergänzend seien Informationstafeln geplant, die über naturschutzfachliche Besonderheiten informieren oder in Verbindung mit einem Welterbe-Wanderweg die historische Bedeutung des Gebiets für den Klettersport sowie fürs Wandern und die Naturerholung dokumentieren sollen.
Auch von den Wanderfalken gibt es gute Nachrichten. Die Wanderfalken an der Badener Wand haben auch dieses Jahr wieder gebrütet. Der Schlupf ist offenbar erfolgt, denn aktuell werden die Elterntiere beim Füttern beobachtet. «Dies unterstreicht die hohe ökologische Bedeutung des Gebiets und bestätigt die Notwendigkeit eines behutsamen Umgangs mit diesem sensiblen Naturraum», so Daniel Raddatz, Leiter des Referats für Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium. Es bleibe zu hoffen, dass sie die sensible Phase der Aufzucht gut und ohne Störungen bis zum Ausflug erfolgreich meistern.
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