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Aus dem Museum LA8

Wanderer zwischen den Welten noch bis Anfang März – Hans Thoma im Museum LA8

Wanderer zwischen den Welten noch bis Anfang März – Hans Thoma im Museum LA8
Foto: goodnews4-Archiv

Baden-Baden, 13.02.2018, Bericht: Museum LA8 Nur noch wenige Wochen ist er zu sehen − der «Wanderer zwischen den Welten».

Bis 4. März 2018 zeigt das Museum LA8 in Baden-Baden die bei Besuchern wie Presse gleichermaßen beliebte Hans Thoma-Ausstellung. Sie präsentiert Gemälde, Zeichnungen sowie Grafiken von Hans Thoma, 1839–1924, die der bisherigen Darstellung vom Maler seiner Schwarzwälder Heimat widersprechen.

Selten ausgestellte Werkgruppen führen das thematische Spektrum und die Weltläufigkeit des berühmten Künstlers aus Bernau vor Augen. Befreundet mit Arnold Böcklin und Adolf von Hildebrand, findet Hans Thoma auf seinen Italienreisen zum besonderen Licht seiner Landschaftsmalerei und zu fantastischen Interpretationen antiker und christlicher Motive. In seinen Entwürfen für die handwerkliche Möbelherstellung der Schnitzereischule Bernau und die Keramikproduktion der Majolika in Karlsruhe erweist sich Thoma als Mittler zwischen dem englischen Arts and Crafts Movement und jener Moderne, die später zur Gründung des Bauhauses führte.

Hans Thoma war nicht der Maler der idyllisch geschlossenen Heimat. Wenn auch damalige, deutschnational orientierte Kunsthistoriker wie Henry Thode, 1857–1920, dieses Missverständnis ab 1905 in die Welt setzten, bleiben Thomas Kunstwerke bis heute der klarste Einspruch gegen eine solche Deutung. Genau betrachtet, bestehen viele Werke von Hans Thoma aus wohldosierten Spannungen, bewusst gesetzten Widersprüchen sowie dem Bruch mit Traditionen und Seherwartungen. Vor allem aber zeigt er in seiner Experimentierfreude mit Techniken, Farben und Sujets eine Modernität, die zum bisherigen Bild über den Maler nicht passen wollen.

Zum Abschluss der Ausstellung findet eine Finissage, Lesung und Podiumsdiskussion mit Gerwig Epkes, SWR, Doris Wolters, Schauspielerin, Philipp Kuhn, Kurator, und Matthias Winzen, Direktor, statt. Am 3. März um 17 Uhr wird in Kooperation mit dem SWR2 Radio unter dem Titel Moderne. Antimoderne. Nation leidenschaftlich «gestritten».


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