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goodnews4-VIDEO-Interview zum Jahreswechsel

Wolfgang Grenke verlässt die Brücke bei der Grenke AG - Neue Aufgaben in Brüssel - "Das sind für mich nicht geringe Veränderungen"

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goodnews4-VIDEO-Interview zum Jahreswechsel von Nadja Milke mit Wolfgang Grenke

Baden-Baden, 10.01.2018, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Für Wolfgang Grenke persönlich bringt das neue Jahr 2018 wegweisende Veränderungen. Als Vorstandsvorsitzender verlässt er Ende Februar die Brücke bei der Grenke AG. In dieser Funktion hatte der Baden-Badener Unternehmer seinen inzwischen weltweit erfolgreichen Konzern aufgebaut, dessen Wert mehrere Milliarden Euro ausmacht. Zuletzt lag der Jahresgewinn der börsennotierten Grenke AG bei über 100 Millionen Euro.

Viel Zeit für Sentimentalitäten bleibt Wolfgang Grenke aber nicht, um auf sein zumindest für Baden-Baden beispielloses Lebenswerk zurückzublicken. Im goodnews4-VIDEO-Interview macht er auf seine neuen Aufgaben aufmerksam, die ihn in Brüssel erwarten. Erfahrungen dafür konnte er in seinen Ämtern als Präsident der IHK Karlsruhe und BWIHK-Präsident in Stuttgart sammeln. Dort ist er längst zum gerne gehörten Ratgeber für Ministerpräsident Winfried Kretschmann und auch für Wirtschaftministerin Nicole Hoffmeister-Kraut geworden. Nun wird Wolfgang Grenke seine Urteilskraft auch in die europäische Politik einbringen und dort die Interessen der Wirtschaft als Vizepräsident der Eurochambres vertreten.

Im goodnews4-VIDEO-Interview kommentiert Wolfgang Grenke die politische und die wirtschaftliche Lage zum Ende des alten Jahres. «In der Wirtschaft waren wir gut, in der Weltpolitik mangelhaft», lässt er keinen Zweifel, dass er mit dem Ergebnis der politischen Arbeit der Verantwortlichen nicht zufrieden ist. Nach einer ausführlichen Analyse zum Stand der Dinge mit Abschluss des Jahres 2017, nennt Wolfgang Grenke seinen wichtigsten Wunsch für 2018: «Ich hoffe, dass der Frieden in Europa erhalten bleibt. Und dort, wo er nicht ist, dass er möglichst bald erreicht wird.» Als wichtige öffentliche Arbeitsschwerpunkte fordert er, dass «wir einiges anpacken, auch im Umwelt-und Naturschutz, aber dass wir das ökonomisch vernünftig machen und nicht mit Besserwisserei». Auch im Beriech der Wirtschaft sieht er Aufgaben, «die wir erledigen müssen». Und eine Entwicklung bewegt ihn ihn offensichtlich ganz besonders: «Die Bürokratisierung schreitet voran und dem Einhalt zu gebieten, ist eine der wichtigsten Aufgaben.»


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews zum Jahreswechsel mit Wolfgang Grenke:

goodnews4:Wolfgang Grenke, wieder ist ein Jahr vorbei. Was ist denn für Sie persönlich Ihre Schulnote für das Jahr 2017?

Wolfgang Grenke: In der Wirtschaft waren wir gut., in der Weltpolitik mangelhaft. Wir haben eine ganze Reihe von Themen die nicht gelöst sind. Und deswegen glaube ich, dass man da einiges verbessern muss.

goodnews4:Welche Note gibt das dann im Durschschnitt? «Gut» und «Mangelhaft» ist, glaube ich, «2» und «5», das wäre dann im Durchschnitt eine «3,5»?

Wolfgang Grenke: Ganz genau, «3,5» im Durchschnitt.

goodnews4: Bevor wir in die Weltpolitik hinausblicken., was gab es denn Herausragendes bei der Nachrichtenlage der Grenke AG und der IHK Karlsruhe und Baden-Württemberg?

Wolfgang Grenke: Bei der Grenke AG können wir sehr zufrieden sein. Wir haben ein schönes Wachstum erzielt. Es sieht so aus, dass sich das Wachstum noch fortsetzen kann, deshalb schauen wir sehr zuversichtlich in die Zukunft. Bei den anderen Themen, die es um uns herum gibt, beispielsweise bei der IHK, ist es ein schöner erster Schritt, dass das Planfeststellungsverfahren für die zweite Rheinbrücke ergangen ist. Auch wenn im Gemeinderat beschlossen worden ist, dass Klage erhoben wird und die Baumaßnahmen erst in längerer Zeit ergriffen werden können. Es gibt noch weitere Themen bei der IHK. Wir haben einen Wechsel in der Hauptgeschäftsführung. Da werden wir sehen, wer neuer Hauptgeschäftsführer wird, wir sind auch kräftig am suchen und haben auch schon fast 100 Bewerbungen. Es wird eine Menge Arbeit bis wir ein Ergebnis haben werden.

goodnews4: Was sind für Sie die drei drängendsten Themen in unserer Welt für die nähere Zukunft?

Wolfgang Grenke: Sicher ist zu allererst der Frieden zu nennen. Da macht man sich schon Sorgen, wenn man sieht, wie in Fernost das eine oder andere Land aufrüstet. Wenn in USA ein Präsident mit «Amerika first» eine Politik macht, die nicht nur im wirtschaftlichen Bereich diesen Slogan aufgreift, sondern auch im militärischen Bereich Unzuverlässigkeit ausstrahlt. Ein ganz großes Problem wird nicht nur kurzfristig, sondern langfristig die Entwicklung in Afrika sein. Die Bevölkerungsentwicklung insbesondere und natürlich der Druck, der dadurch auf Europa zukommt, weil diese Menschen natürlich dorthin wollen, wo sie überleben können.

goodnews4: Bleiben wir thematisch weiter bei Deutschland, Eurpa und der Welt. Bei der Nachrichtenlage der letzten zwölf Monate sehen wir ja mindestens vier stabile Aufreger-Themen, die uns auch ins neue Jahr begleiten werden: Donald Trump, Brexit, AfD und GroKo. Alle vier Themen sind ja demokratisch legitimiert. Sind wir zu intolerant?

Wolfgang Grenke: Das sind ganz normale Entscheidungen und wir müssen sie, auch wenn sie uns nicht gefallen, so akzeptieren und trotzdem das Beste daraus machen und unter Umständen auch mal dagegen steuern. Was den Brexit angeht, glaube ich, dass es in der breiten englischen Bevölkerung immer noch nicht angekommen ist, wie teuer es für England werden wird, auch für Europa. Eines der wichtigsten der 28 Länder − bald sind es dann nur noch 27 in der EU. Die Themen, die damit verbunden sind, sind natürlich sehr wichtig. Beispielsweise gibt es nach wir vor die gleiche Rechtsgrundlage, es gibt die Freizügigkeit von Stellen im Vereinigten Königreich und natürlich auch in der ganzen EU. Die ausgehandelten Ergebnisse werden 2018 auf uns zukommen.

goodnews4: Schauen wir uns mal noch die anderen Themen-Stichworte an. Donald Trump?

Wolfgang Grenke: Na gut, wir können Donald Trump nicht aus seinem Amt entfernen. Auch wenn das sicher eine Mehrheit in der Welt gerne so tun würde. Die Amerikaner müssen damit leben. Wir müssen auch damit leben und uns darauf einstellen.

goodnews4: Das nächste Stichwort: AfD?

Wolfgang Grenke: Das ist natürlich keine schöne Entwicklung, wenn Geister, von denen wir glaubten sie gehören der Vergangenheit an, wieder Urstände feiern. Ich glaube, dass wir da ein Thema haben, das wir auch nicht überschätzen sollen. Ein Großteil der Wähler kommt aus Bereichen, die ich mal als bildungsfern bezeichnen möchte. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Bildung und Ausbildung besser wird.

goodnews4: Und schließlich die GroKo?

Wolfgang Grenke: Die letzte Regierung war nicht so schlecht wie sie im Ruf stand. Sie hat einige Entscheidungen getroffen, die wir in der Wirtschaft nicht für gut finden, es gab aber auch Entscheidungen, die andere nicht gut finden. Unter den Umständen, dass die Jamaika-Begeisterung ein schnelles Ende gefunden hat, ist die GroKo der einzige vernünftige Ausweg aus der Situation, denn eine Minderheitsregierung kann vielleicht in Dänemark funktionieren, ich kann mir nichtvorstellen, dass es in Deutschland funktioniert. Und Neuwahlen, wenn das gleiche Ergebnis herauskommt, was machen wir dann? Ich glaube, es ist richtig, dass man eine Große Koalition bildet. Ich hoffe, dass die Probleme, die wir haben, angepackt werden, insbesondere Digitalisierung, das Thema Aus- und Weiterbildung und natürlich alle Themen, die mit der Bürokratisierung zusammenhängen. Obwohl ich beim letzten Thema die geringste Hoffnung habe.

goodnews4: Tausend Jahre Tradition der Nationalstaaten in Europa. Wollen wir zur Zeit zu schnell und zu viel vom vergleichsweiße so jungen politischen Europa?

Wolfgang Grenke: Die Problematik ist ja nicht dadurch entstanden, dass wir Europa schlecht finden. Die Begeisterung ist natürlich nicht mehr so da. Das hängt mit den Problemen zusammen, die wir haben. Beispielsweise der Migration und all den Herausforderungen, die damit verbunden sind. Dann die unterschiedlichen Sichten der unterschiedlichen Staaten, unterschiedliche Richtungen. Das ist aber ein relativ normaler Zustand. Wenn wir nun sehen, dass wir eine stabile Situation im Zentrum in Europa haben, und zu den wichtigen Ereignissen gehört dabei auch die Wahl von Emmanuel Macron in Frankreich. So gesehen müssen wir nicht allzu viel fürchten. Es kann sein, dass der eine oder andere östliche Staat sich zu all dem Wohlstand, der in den westlichen Staaten da ist, mehr erhofft hat, aber ganz so einfach geht das nicht. Ein Europa, das zwei Geschwindigkeiten jetzt schon hat, nämlich jene mit dem Euro und die ihn nicht haben, und dass es eine dritte Geschwindigkeit geben muss, ist offensichtlich.

goodnews4: Nun ein Blick auf Baden-Baden. Neben allerlei Querelen gibt es auch große Ziele. Das Welterbe zum Beispiel. Was läuft gut in der Stadt, in der Sie aufgewachsen sind und wo könnte ein guter Trainer das Spiel der öffentlichen Einrichtungen noch etwas verbessern?

Wolfgang Grenke: Gut läuft es sicher, was die Gesamtentwicklung angeht. Wir haben den Rückgang der Gäste aus Russland gut kompensieren können. Ich finde es auch gut, wenn wir weltoffen sind und allen, die zu uns kommen, einen guten Platz bieten. Gute Unterkunft und gute Unterhaltung auch. Wir haben einige Einrichtungen, die sich positiv entwickelt haben. Um das Kurhaus herum ist es besser geworden. Einige Bauprojekte sind auf dem Weg, der Europäische Hof beispielsweise. Natürlich gibt es auch Punkte, die nicht gut laufen. Ein Mini-Luxushotel im Neuen Schloss − das ist so wahrscheinlich nicht realisierbar, vor allem ökonomisch nicht. Auch die Dinge beim Leopoldsplatz sind nicht so, dass wir darauf stolz sein können.

goodnews4: 2018 stehen auch für Sie einige Veränderungen an. Was sind Ihre Wünsche für das neue Jahr?

Wolfgang Grenke: Mit dem neuen Jahr übernehme ich ein neues Ehrenamt in Brüssel. Ende Februar werde ich als Vorstandsvorsitzender ausscheiden, das sind für mich nicht geringe Veränderungen. Die Wünsche, die ich habe, sind aber allgemeiner Natur. Ich hoffe, dass der Frieden in Europa erhalten bleibt. Und dort, wo er nicht ist, dass er möglichst bald erreicht wird. Auch, dass wir einiges anpacken, auch im Umwelt- und Naturschutz, aber das wir das ökonomisch vernünftig machen und nicht mit Besserwisserei. Ich denke, dass wir auch im Bereich der Wirtschaft Aufgaben haben, die wir erledigen müssen. Die Bürokratisierung schreitet voran und dem Einhalt zu gebieten, ist eine der wichtigsten Aufgaben.

goodnews4: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de

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